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München: Corona-Chaos in Kitas - Inzidenz steigt dramatisch, 77 Einrichtungen dicht

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Von: Andreas Thieme

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Ein Kind steht mit einem Laufrad vor einer Absperrung.
Die Kita schließt aufgrund von Corona, aber man hat keine Betreuungsmöglichkeit - was dann? Hier helfen die Kinderkrankentage. © Julian Stratenschulte/dpa

Be den Kindern gibt es in München derzeit riesiges Corona-Chaos. Bayernweit stiegen die Inzidenz-Zahlen um 70 Prozent im Vergleich zur Vorwoche.

München - Bei Schulkindern erreichte die Inzidenz in München am Montag einen traurigen Rekord: In der am stärksten betroffenen Gruppe der Sechs- bis Elfjährigen hat sie bayernweit inzwischen einen Wert von 3727 erreicht, wie das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) mitteilt. Das ist ein Anstieg um gut 70 Prozent gegenüber der Vorwoche! Zum Vergleich: Für die Gruppe der 60- bis 79-Jährigen weist das LGL eine Inzidenz von 411 aus.

Und bei den Allerkleinsten ist die Lage sowieso schwierig. Wie die Stadt mitteilt, gab es allein am Montag insgesamt 77 Einrichtungen, die wegen Corona entweder komplett oder teilweise geschlossen waren (siehe Liste rechts). Vergangenen Freitag war es sogar 147. Von 25. Januar bis einschließlich Montag wurden laut Gesundheitsreferat 662 Kita-Kinder positiv auf Corona getestet und 2400 als Kontaktpersonen ermittelt.

Eine Kita-Gruppe wird dann geschlossen, „wenn die Kontakte der infizierten Person(en) nicht eingegrenzt werden können und damit die Gruppenmitglieder unter Anwendung der RKI-Vorgaben als enge Kontaktpersonen eingeordnet werden müssen“, teilt das Gesundheitsreferat auf tz-Anfrage mit. „Da die Kinder keine Maske tragen und auch Abstände meist nicht einhalten, ist die Schließung bereits bei der Anwesenheit einer infizierten Person in der Gruppe die Regel.“

München: SPD kritisiert „beispielloses Chaos“ der sich widersprechenden Corona-Regeln

Anders läuft es an den Schulen - und da schlägt jetzt die Landtagsfraktion der SPD Alarm. Die gesundheitspolitische Sprecherin Ruth Waldmann kritisiert das „beispiellose Chaos“ der sich widersprechenden Minister. Im Landtag forderte Waldmann „endlich eine klare Strategie“ im Umgang mit Corona sowie für Quarantäneregeln an Bayerns Schulen. Zuletzt hatte sich das Vorgehen in kurzer Zeit mehrfach geändert.

Das Bundesverfassungsgericht hat Schulschließung im Kontext der Corona-Notbremse für rechtens erklärt.
Das Bundesverfassungsgericht hat Schulschließung im Kontext der Corona-Notbremse für rechtens erklärt. © Julian Stratenschulte/dpa

Seit vergangener Woche gilt: Enge Kontaktpersonen von Infizierten dürfen weiter den Unterricht besuchen. Erst ab dem vierten Corona-Fall in einer Klasse binnen fünf Tagen muss die ganze Klasse in Quarantäne - so ordnet es das Gesundheitsreferat an. Unklar bleibt oft, wer die Kinder dann heimschickt. Aktuell gilt: Zuständig sind die Schulleiter. Allerdings: Zuletzt hatte es in diesem Punkt mehrmals neue Regeln gegeben, oft herrscht Unsicherheit - und die Umsetzung ist schwierig, weil es so viele Fälle gibt. Laut Gesundheitsreferat sind zwischen 25. und 31. Januar 3505 Münchner Schüler erkrankt, 4100 galten als Kontaktpersonen.

Waldmann kritisiert „Verwirrung und Verärgerung bei Schulkindern, Eltern und Lehrkräften mit einander widersprechenden Vorgaben zu Quarantäneregeln“. Die Situation sei „chaotisch“. So berichteten Lehrkräfte, es gebe kaum noch Klassen, in denen „bei den regelmäßigen Tests keine Corona-Infektionen auffielen“.

Laut Bildungsreferat ächzen Münchens Schulen unter den steigenden Zahlen. Sie selbst müssen zwar weniger Kontaktverfolgung betreiben, stecken bei Corona-Fällen aber in der Klemme: Denn während das Gesundheitsreferat nach dem Impfstatus eines erkrankten Schülers fragt, verbietet das Kultusministerium den Schulen exakt diese Angabe über die Schüler. *tz.de/muenchen und merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

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