RKI-Panne wird ignoriert

Inzidenz-Irrsinn greift in München wieder: Welche Corona-Regeln ab jetzt in der Stadt gelten

Es geht hin und her und her und hin in diesen Frühlingstagen. Ab Mittwoch zieht München einmal mehr die Notbremse in der Corona-Krise. Und das trotz einer Panne des Robert-Koch-Instituts.

München - Der Inzidenz-Irrsinn geht weiter: Die Stadt hat sich entschieden, die Datenpanne des Robert-Koch-Instituts (RKI)* vom Sonntag zu ignorieren und mit der tatsächlichen Inzidenz von 116,4 zu rechnen (Das RKI hatte weniger als 100 angegeben*). Und weil der Wert auch am Montag wieder über 100 lag (nämlich bei 126,9), bedeutet das: OB Dieter Reiter* sperrt ab Mittwoch wieder Geschäfte, Tierpark und Museen in München*!

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert* war offiziell am Samstag erstmals nach Ostern wieder kritisch. 102,5 meldete das Robert-Koch-Institut. Wird die Marke 100 an drei aufeinanderfolgenden überschritten, gilt ab dem zweiten Tag danach eine Notbremse*. Es ist ein Automatismus auf Grundlage der Zahlen des RKI. So schreibt es die Bayerische Verordnung zum Infektionsschutz vor. Und demnach gelten in der bayerischen Landeshauptstadt ab Mittwoch wieder verschärfte Regeln.

Corona-Regeln in München: Private Treffen

Private Zusammenkünfte sind ab Mittwoch nur möglich für die Angehörigen des eigenen Hausstands und eine weitere Person (Kinder unter 14 Jahren nicht mitgerechnet). Außerdem tritt zwischen 22 Uhr und 5 Uhr eine Ausgangssperre in Kraft.

Corona-Regeln in München: Geschäfte

Einkaufen in Geschäften ist ab Mittwoch nur mit Termin und einem negativen Coronatest* möglich. Bei einem PCR-Test darf das Ergebnis nicht älter als 48 Stunden sein. Beim Antigentest dürfen maximal 24 Stunden zwischen Testergebnis und Besuch im Ladengeschäft liegen. Auch besteht vereinzelt die Möglichkeit, Tests unmittelbar vor dem Geschäft zu machen - und unter Aufsicht der Betreiber. Ob die Selbsttests von den Läden bereitgestellt oder von Kunden mitgebracht werden müssen, legen die Läden fest. Wird der Test vor Ort gemacht, zählt er nur für das jeweilige Geschäft.

Für die Händler ist das kompliziert. Bernd Ohlmann, Chef des Handeslverbands, sagt: „Für viele Unternehmen stellt sich die Frage, ob der Aufwand den Nutzen wert ist…“ Von der Regel ausgenommen sind Geschäfte des täglichen Bedarfs wie Nahrungsmittelläden und Drogerien. Die bleiben ohne Termin und Test besuchbar. Friseure sowie Betriebe der nicht-medizinischen Fuß-, Hand-, Nagel- und Gesichtspflege bleiben geöffnet, andere Betriebe im Bereich der Körperpflege wie Kosmetikstudios, Massagepraxen, und Tattoo-Studios sind geschlossen.

Polizeifahrzeuge, wohin das Auge reicht: In München kommt die Ausgangssperre zurück.

Corona-Regeln in München: Zoo & Co.

Kultur- und Freizeiteinrichtungen sind geschlossen. Das gilt auch wieder für Museen, Galerien, Tierpark und botanische Gärten sowie Gedenkstätten. Büchereien, Archive und Bibliotheken können mit Hygienekonzept und Kundenzahlbegrenzung weiter geöffnet bleiben.

An Musikschulen ist Instrumental- und Gesangsunterricht in Präsenzform untersagt, das gilt auch für Angebote der beruflichen Aus-, Fort- und Weiterbildung sowie Angebote der Erwachsenenbildung. Sport ist nur ohne Körperkontakt erlaubt. Die Ausübung von Mannschaftssport ist untersagt.

Corona-Regeln in München: Schulen & Kitas

Für Kinderbetreuung und Schulen muss jeweils am letzten Arbeitstag der Woche festgelegt werden, welche Regeln in der darauffolgenden Woche greifen. Bis Freitag bedeutet das für München, dass die Kinderbetreuung im eingeschränkten Regelbetrieb in festen Gruppen angeboten wird. An den Schulen findet Wechsel- beziehungsweise Präsenzunterricht mit Testpflicht statt. Gegen diese hatte eine Schülerin geklagt. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat diese Klage allerdings am Montag abgewiesen. (ska) *tz.de und merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa

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