User diskutieren eifrig

Bizarre Posse um Corona-Kontrollen: Polizei-Funktionär will Alpakas in Englischen Garten schicken

Corona-Kontrollen in München laufen für die eingesetzten Beamten nicht immer angenehm. Ein Foto schlägt hohe Wellen. Kritik kontert ein Polizei-Gewerkschafter auf seine Art.

Update vom 2. März, 11.21 Uhr: Polizisten mit Alpakas auf Streife? Mit einem kuriosen Vorschlag kontert Jürgen Köhnlein, Landesvorsitzender der Polizeigewerkschaft (DPolG) in Bayern, Kritik an Abstandskontrollen im Englischen Garten in München. Dort hatten Beamte den Besuchern mit Zollstöcken den Abstand von 1,50 Metern zu erklären versucht (siehe unten).

Polizei-Kontrollen mit Alpakas? Gewerkschafter hat kuriosen Vorschlag für Englischen Garten

Köhnlein verwies am Dienstag auf das Gesundheitsministerium, das Grundschülern mit Zeichnungen von Alpakas den Abstand zu verdeutlichen versuche. „Wenn wir die Polizeistreifen mit Alpakas ausstatten, würden es die letzten uneinsichtigen Parkbesucher sicher auch verstehen“, so Köhnlein.

Die Einsatzkräfte hätten es ohnehin nicht leicht, sagt der Gewerkschafter. Es gebe immer mehr Menschen, die gerade in solchen Situationen den Konflikt suchten. „Um des Konflikts willen. Da geht es nicht um ein paar Zentimeter, sondern darum, ihren Unmut gegen die Maßnahmen kund zu tun. Die Polizei bekommt dann die Kritik an der Politik vor Ort direkt ab.“ Köhnlein fordert mehr Unterstützung und Aufklärungsarbeit seitens der Politik.

Corona-Kontrollen mit Meterstab: User diskutieren eifrig über Polizei-Maßnahme

Update vom 2. März, 9.47 Uhr: Dass in München mitunter auch Meterstäbe eingesetzt werden, um an das aktuell geltende Distanzgebot zu erinnern (siehe Ursprungsmeldung) wird im Netz eifrig diskutiert. Unter dem entsprechenden Facebook-Beitrag der tz finden sich teils harsche Reaktionen auf den Vorstoß einzelner Polizeibeamter.

„Es wird immer lächerlicher“, schreibt ein Nutzer in Bezug auf das „Beweisfoto“ aus dem Englischen Garten (siehe unten). In einem wesentlichen drastischeren Kommentar heißt es: „Ich schäme mich für Deutschland“. Andere Facebook-User wählen eine ironischere Herangehensweise: „Jetzt haben ja endlich die Baumärkte wieder offen und somit kann sich jetzt jeder einen Zollstock zulegen“.

Es finden sich allerdings auch Stimmen, die die Meterstab-Maßnahme nicht partout verteufeln. „Mir tun die Polizisten leid. Die machen nur ihren Job und sind jetzt wieder der Buhmann; das ist nicht fair“, schreibt eine Nutzerin und ein anderer: „Hauptsache gegen die Polizei schimpfen. Traurig sowas“.

Corona-Kontrollen in München auch mit Meterstab: „Die Kollegen sind es leid“

Ursprungsmeldung:

München - Wie lang sind 1,50 Meter? Mit Augenmaß lässt sich der in den Corona-Regeln festgelegte Abstand zwischen zwei Menschen offenbar nicht so ohne weiteres einschätzen. Einige Polizisten in München haben auf Streife deshalb jetzt öfter mal Zollstöcke dabei.

„Die Kollegen sind es leid, immer erklären zu müssen, was 1,50 Meter sind“, erläuterte ein Sprecher des Polizeipräsidiums am Montag die private Initiative einiger Beamten.

Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung ein Foto getwittert. Es zeigt eine Polizistin und einen Kollegen bei einer Kontrolle im Englischen Garten, die einen zusammengeklappten Meterstab in der Hand hält.

München: Foto zeigt Corona-Kontrolle mit Meterstab - Polizei reagiert

„Uns geht es nicht darum, dass wir möglichst viele Leute anzeigen, sondern dass die Leute verstehen, dass man nicht so nah beieinander ist“, erklärte der Polizeisprecher. Es gebe Menschen, die lägen 50 Zentimeter auseinander und seien fest überzeugt, dass das anderthalb Meter seien.

In solchen Fällen sei der Meterstab eine gute Diskussionshilfe: „Schauen Sie mal her, das sind 1,50 Meter - das führt in Einzelfällen zu großem Erstaunen.“ (dpa) Vorerst dürfte es mit den Kontrollen weitergehen: Aus Regierungskreisen heißt es, dass der bundesweite Lockdown bis Ende März verlängert werden soll.

Rubriklistenbild: © dpa/Sven Hoppe/imago

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