Einbruch der Verkaufserlöse

Corona-Lockdown in München: Schock-Report aus der Innenstadt - Satte Rabatte, leere Läden

„Uns fehlen die Touristen“: Diethelm Auer von Herrenkirchen vom Laden „Vogelwildes“ in München
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„Uns fehlen die Touristen“: Diethelm Auer von Herrenkirchen vom Laden „Vogelwildes“ in München.

An den ersten „Lockdown-Tagen“ weht Katerstimmung durch die Einkaufsmeilen in München. Trotz vieler Verkaufsangebote. Liegt die trübe Stimmung an den Corona-Beschränkungen?

  • Ganz Deutschland befindet sich im Corona-Lockdown* (light) - Auch München* fährt den Alltag ein Stück runter.
  • Wir haben uns in der Münchner Fußgängerzone umgehört. Wie hat sich in den ersten Tagen der Umsatz entwickelt?
  • Die Voraussetzungen für eine „Schnäppchenjagd“ scheinen gut, doch die Einzelhändler haben Probleme.

München - Ein paar Passanten nur schlendern am Montag die Sendlinger Straße entlang, manche schauen auf die Reklame eines Optikers. „Zock uns ab!“: So prangt es am Schaufenster. Im Geschäft steht kein Mensch, dabei war am Freitag noch die Hölle los. Die Fußgängerzone am ersten Lockdown-Montag wirkt leer. Trotz milder Temperaturen, Ferienstart und Monatsanfang. Und obwohl die Läden – anders als Restaurants und Kinos – offen bleiben. Die Kauflaune der Münchner: trist wie das Wetter.

München: Corona-Lockdown verhagelt Umsätze - Ausbleiben von Touristen spürbar

„Es gibt tollere Zeiten“, sagt Raphael Wiedemann, Optikermeister bei „Lothus“. Mit einer neuen Aktion und zwei großen Stoffwürfeln will er Kunden gewinnen. Jeder darf würfeln, den multiplizierten Wert gibt’s dann als Rabatt. Bei zwei Sechsen sind das 36 Prozent. „Das Angebot haben wir aber nicht gemerkt“, so Wiedemann. Es sei ein normaler Montag gewesen, aber kein „Sale-Montag“.

„Uns fehlen die Touristen“, sagt Diethelm Auer von Herrenkirchen. Der stellvertretende Chef steht neben Weinflaschen, Schmuck und Kleidern im Laden Vogelwildes unweit des Rindermarkts. Trotz spezieller Angebote (bis zu 70 Prozent) ist das große Geschäft menschenleer. Die Bilanz am Montagvormittag: ein verkauftes Kleidungsstück.

Für Sabine Schubert war der Wochenstart eine Katastrophe. Sie ist Inhaberin des „kadoh“, eines Ladena für Accessoires in der Sendlinger Straße. 52 zahlende Kunden hatte sie am Montag – etwa die Hälfte eines normalen Novemberstarts. Der Umsatz: 30 bis 40 Prozent schlechter als im Vorjahr. Miserable Verkaufszahlen trotz verlockender Angebote – auf ausgewählte Artikel bietet sie bis zu 30 Prozent. „Es ist trist“, sagt Schubert.

Ganz so pessimistisch will Wolfgang Fischer, Chef der Vereinigung der Innenstadthändler CityPartner, noch nicht in den November blicken. Der Montag sei „nicht so schlecht gewesen wie befürchtet“. Aber seit dem ersten Lockdown sei klar, wie wichtig für die Innenstadt die Symbiose aus Handel, Gastronomie, Hotels und Kultur sei. „Wir müssen die nächsten Tage abwarten.“

Corona in München: Verkaufsoffene Sonntage im Advent? Unwahrscheinlich

Laut Bernd Ohlmann, Sprecher des Handelsverbands Bayern, war mit einem Umsatzeinbruch durch den erneuten Lockdown zu rechnen. Angst* vor Ansteckung, fehlende Gastronomie und keine Touristen – das alles spielt zusammen. „Die Absage der Christkindlmärkte ist ein weiterer Schlag“, so Ohlmann. Schließlich sorgen diese sonst für Weihnachtsstimmung und Kauflaune.

Mit der Absage könnte sich auch der Antrag der Grünen für zwei verkaufsoffene Adventssonntage erledigt haben. Denn: Um an Sonntagen zu öffnen, braucht es einen Anlass wie eben die Christkindlmärkte. Das ist nun obsolet. Die Fraktion ist jetzt für eine frühzeitige Weihnachtsbeleuchtung. Julia Post von den Grünen: „Auch hier ist die Idee, das Weihnachtsgeschäft über einen längeren Zeitraum zu verteilen und so zu einer räumlichen Entzerrung beizutragen.“

Die Coronavirus-Pandemie war und ist ein Schlag für den Einzelhandel. Probleme, die es schon vor der Krise gab, wurden weiter verstärkt. Was Amazon damit zu tun hat? In München schlägt ein Laden-Aushang hohe Wellenlmb, mw, ska *tz.de ist ein Angebot des Ippen Digital Netzwerks   

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