Schärfere Maßnahmen oder Lockerungen?

Corona-Lockdown: Befürworter und Gegner demonstrieren in München - „Zero-Covid“-Strategie gefordert

Verschärfen oder lockern? Bei diesem Thema kocht in München die Stimmung hoch. Demonstranten beider Seiten versammelten sich am Wochenende in der Landeshauptstadt.

München - Das Thema Lockdown hat am Wochenende etliche Menschen auf die Straßen der Landeshauptstadt getrieben. Während auf der Theresienwiese wieder der samstägliche Autokorso gegen die Corona-Beschränkungen startete, demonstrierten am Rosenheimer Platz Aktivisten für härtere Maßnahmen. Unsere Redaktion hat sich umgehört.

Corona in München: 300 Demonstranten protestieren gegen Lockdown

„Stoppt den Lockdown! Sofort!“ steht auf dem Schild, das mit Klebeband an der Autoscheibe befestigt ist. Und wieder rollte Protest durch die Landeshauptstadt: Erneut haben am Samstag 300 Gegner der Corona-Maßnahmen gegen den Lockdown protestiert – unter anderem mit Flaggen, die aus den Fenstern hingen, oder angeklebten Bannern. Um 14 Uhr sammelten sich die Demonstranten in 150 Autos zu dem angemeldeten Korso auf der Theresienwiese und fuhren dann bis 16 Uhr einmal im Kreis durch München, um ihrer Wut auf die geltenden Corona-Regeln Luft zu machen.

Immer wieder samstags: Um 14 Uhr startete der Autokorso auf der Theresienwiese.

Die Protest-Karawanen sind mittlerweile ein bekanntes Bild: Seit Anfang des Jahres veranstalten Lockdown-Gegner am Wochenende in verschiedenen deutschen Städten Autokorsos.

Corona in München: „ZeroCovid“-Demo auf dem Rosenheimer Platz

Derweil wehten am Rosenheimer Platz rote Fahnen. Knapp hundert Protestler fanden sich hier am Samstag ein, um für einen härteren Lockdown der Politik zu demonstrieren. Drei Wochen bezahlte Pause für alle zur Bekämpfung der dritten Welle – das ist die Hauptforderung der Bewegung ZeroCovid (auf Deutsch: null Covid).

„Das ständige Auf und Zu ist keine Lösung“, sagt Stefan Jagel (37), Stadtrat in München für Die Linke.

Und diese Pause soll wirklich alle treffen, auch die Unternehmen und Schulen. Der Plan dahinter: Die Infektionszahlen so stark senken, dass nach dem harten Lockdown wieder mehr Freiheit möglich ist. Mit dieser Taktik sollen auch Cafés und Museen wieder öffnen können. Doch neben dieser Hauptforderung gab es noch viele weitere Anliegen, die die Redner und Teilnehmer an die Politik richteten. Da gab es Pflegekräfte, die um eine angemessene Bezahlung kämpfen, Vertreter von sozialen und pädagogischen Berufen, die Entlastung verlangen. Auch prominenter Besuch, wie die Bundestagsabgeordnete Nicole Gohlke (Die Linke), war vor Ort. Ein Aufreger für viele: Große Unternehmen erhielten Millionen aus Steuergeldern trotz Rekordgewinne, während Menschen in sozialen Berufen leer ausgehen. (von Peter Schlingensief)

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Rubriklistenbild: © Oliver Bodmer

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