Folgen der Corona-Pandemie

München: Müllberg wächst dramatisch an - Homeoffice soll Schuld sein

München: Kommunalreferentin Kristina Frank im neuen elektrischen AWM-Lastwagen.
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München: Kommunalreferentin Kristina Frank im neuen elektrischen AWM-Lastwagen.

Die Corona-Pandemie fordert auch den Abfallwirtschaftsbetrieb München (AWM) heraus. Die Müllberge wachsen immens an. Die Stadt nennt dafür einen Grund dafür. Doch es gibt auch positive Nachrichten.

München - In München* stiegen zum Beispiel allein im November die Abfallmengen um 30 Prozent. Die Müllabfuhr musste zwischen 400 und 500 Mal öfter zum Abtransportieren ausrücken. Ursächlich ist, dass wesentlich mehr Menschen im Homeoffice gearbeitet haben. Ob das so bleibt? Verfolgen Sie hier unseren News-Ticker zu Corona in München*.

München-Müll-Bilanz

Kommunalreferentin Kristina Frank (CSU) verwies bei der Jahres-PK am Mittwoch darauf, dass der Betrieb im AWM uneingeschränkt weiterging. Es habe zu keinem Zeitpunkt Einschränkungen gegeben. Zwar hatten die Wertstoffhöfe im Frühjahr zwischenzeitlich zusperren müssen, allerdings nur für vier Wochen. Grund war, dass in der Pandemie mehr Menschen als sonst Zeit hatten, ihre Wohnungen zu entrümpeln. Gesperrt war zudem die Halle 2, dort ist aber mittlerweile der Einkauf über das sogenannte Click&Collect möglich.

Müll in München - So arbeitet der Abfallwirtschaftsbetrieb München (AWM) in Corona-Zeiten

Für die Arbeiter des AWM selbst bedeutete die Pandemie natürlich auch Veränderungen, so etwa musste beim Einsammeldienst auf die Abstände geachtet werden – sowohl in den Fahrzeugen als auch in den Umkleiden oder Aufenthaltsbereichen.

Insgesamt zog Frank ein positives Fazit, 2020 habe man immerhin auch den ersten elektrischen Lastwagen in Betrieb genommen. Seit Herbst ist das Fahrzeug im Einsatz, das eine Reichweite von 120 Kilometern hat. Da die meisten Entsorgungstouren beim AWM weniger als 100 Kilometer umfassen, sei der Lastwagen gut nutzbar. Eingesetzt wird er vor allem zur Leerung der Wertstoffhof-Container in der Innenstadt.

München: AWM hat sich dem Projekt Zero Waste verschrieben

Überhaupt sollen Themen wie der Klimawandel, aber auch die Digitalisierung verstärkt eine Rolle spielen. Geplant ist beispielsweise in den nächsten Jahren, an Altkleidercontainern Füllstandsanzeigen anzubringen. Diese dienen nicht nur der Information, die auch online abrufbar sind, sondern auch als Signal, wann ein Container geleert werden muss. Bis spätestens April soll dazu ein Pilotprojekt gestartet werden.

Zudem hat sich der AWM dem Projekt Zero Waste verschrieben. Durch verantwortungsvollen Konsum, nachhaltige Produktion, Wiederverwendung und Verwertung von Produkten und Materialien soll Müll vermieden werden. Der beste Müll, so hieß es, sei schließlich der, der gar nicht erst entsteht. (ska) *tz.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Die große Müll-Lüge: Warum wird in München so viel Abfall verbrannt? - mit dieser wichtigen Frage beschäftigte sich die tz.de schon 2019.

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