Beamte mit Verstärkung im Einsatz

Clubs und Diskos weiter zu: Münchens Straßen werden zu Party-Zonen - „Für alle Beteiligten eine schwierige Situation“

Viele Münchner haben Verständnis für die jungen Menschen, die nach über einem Jahr Corona wieder feiern wollen. Aber was, wenn die Feiern im Freien überhandnehmen, Autofahrer und Anwohner gestört werden? Die Polizei erwartet einen anstrengenden Partysommer.

Milde Temperaturen am Abend, die Clubs und Diskotheken haben Corona-bedingt noch immer geschlossen. An den Wochenenden werden daher etliche Münchner Straßen und Plätze Nacht für Nacht zu Freiluftparty-Orten. Besonders hoch her ging es am Wochenende in der Türkenstraße, die Polizei musste diese für den Autoverkehr sperren. Nicht zum ersten Mal.

Während die Münchner* Polizei in Zusammenhang mit der am Freitag gestarteten Europameisterschaft* noch keine Einsätze zu verzeichnen hatte, machten die Corona-Partys den Beamten vor allem im Univiertel einmal mehr zu schaffen.

München: Polizei rüstet sich für den Partysommer

Die Türkenstraße war am Samstag gegen 22 Uhr derart überfüllt, dass die Szenerie an ein Straßenfest erinnerte. Hunderte junge Menschen hielten sich laut Polizei auf Gehwegen, im Bereich der Außengastronomie und auf der Fahrbahn auf. Um Unfälle zu vermeiden, sperrte die Polizei kurzerhand die Einbahnstraße. „Da die Situation sehr friedlich war, wollten wir die Lage nicht unnötig aufheizen“, sagt Sprecher Gordon Winkel. Als die Party jedoch nach Schließung der Freischankflächen gegen ein Uhr weiterging, räumte die Polizei die Straße mit circa 250 Personen – der „absolute Großteil“ sei der Aufforderung friedlich nachgekommen.

Dicht an dicht stehen die Menschen am späten Samstagabend mitten auf der Türkenstraße. Zuvor hatte die Polizei die Fahrbahn für den Autoverkehr gesperrt - später räumten Beamte die Straße.

Am Professor-Huber-Platz an der Universität waren die rund 300 Feiernden in derselben Nacht weniger kooperativ: Die Polizei musste diese bei der Räumung zwischen 3.20 und 4.40 Uhr „durch starkes Drücken zum Verlassen des Platzes“ bewegen. Ein 21-Jähriger, der eine Beamtin beleidigte und sich aggressiv verhielt, kam in Gewahrsam.

München: Wegen Party-Geschehen mehrere hundert Beamte zusätzlich im Einsatz

Die Polizei wappnet sich derweil für einen Partysommer. „Gerade an Wochenenden mit schönem Wetter wird man weiter mit so etwas rechnen können“, sagt Sprecher Gordon Winkel. Deshalb seien – auch wegen der EM – derzeit am Wochenende mehrere hundert Beamte zusätzlich im Einsatz. „Das ist für alle Beteiligten eine schwierige Situation“, ergänzt Kollege Sven Müller. Aber das ist „nun einfach die gegebene Situation“ mit den geschlossenen Clubs auf der einen Seite und der Corona*-Verordnung auf der anderen. „Wir machen unseren Job.“

Die SPD-Fraktion im Bezirksausschuss Maxvorstadt fordert derweil in einem Dringlichkeitsantrag, den Ausnahmezustand am Georg-Elser-Platz beziehungsweise Odeonsplatz und Englischen Garten zu beenden. Die Umstände seien „untragbar geworden. Die Zustände sind nicht mehr hinnehmbar. Von Tag zu Tag verschlechtert sich die Situation.“ Die Feiern dürften nicht auf Kosten der Anwohner gehen, die Respektlosigkeit gegenüber der Polizei sei zu verurteilen. *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © INSTAGRAM.com/Munchner.Gesindel

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