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Lebensgefühl in der Corona-Krise: Welcher Typ sind Sie? Der „Pandem-O-Mat“ gibt Auskunft

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Von: Nadja Hoffmann

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Erschöpft: Vielen Menschen verlangt die Krise alles ab.
Erschöpft: Vielen Menschen verlangt die Krise alles ab. © Panthermedia, Andriy Popov

Jeder erlebt die Corona-Pandemie anders. Aber wie? Das wollte eine Langzeitstudie herausfinden, an der auch Forscher aus München beteiligt waren.

München - Was macht die Pandemie mit den Menschen? Welches Lebensgefühl entsteht durch die Corona-Bedrohung? Spannende Fragen, deren Antworten nicht leicht zu finden sind. Das hat die Diakonie schon 2020 erkannt und sich mit der LMU München zusammengetan. Ihr Projekt: Eine Langzeitstudie, bei der 50 Menschen verschiedenen Alters und unterschiedlicher Glaubensgruppen befragt wurden. Die Ergebnisse wurden nun vorgestellt.

Corona-Krise: Die Menschen wollen über ihr Befinden sprechen

Sie zeigen: Das Lebensgefühl der Menschen ist höchst widersprüchlich. Wie viel die Menschen in der Studie auf die einfache Frage „Wie geht es Ihnen?“ zu sagen hatten, hat Professor Christian Albrecht von der LMU überrascht. Das Fazit des Theologen: Nicht die großen Fragen von Kirche und Religion brannten den Menschen in den vergangenen Monaten unter den Nägeln. Zuhören und direkte Unterstützung hilft den Pandemie-Geplagten derzeit am meisten.

„Eine Predigt, die tröstet. Oder der Pfarrer, der jeden Tag auf der Bank vor dem Haus saß“ – um mit den Menschen zu sprechen. Die Diakonie will die Studien-Ergebnisse nutzen, um ihre Seelsorge-Angebote in der Krise anzupassen. Dabei helfen ihr die acht verschiedenen Corona-Typen, die die Studie aufzeigt.

Corona-Studie: Acht verschiedene Typen in der Pandemie

Dazu gehörten die Achtsamen: Harmonie suchende Selbstverwirklicher. Sie haben in der Pandemie gelernt, Abstand zu ihren Mitmenschen zu wahren. Weil sie in einem körpernahen Bereich arbeiten. Oder weil sie Angehörige schützen wollten. Meist sind sie zwischen 25 und 50 Jahre alt.

Eher Ältere gehören zur Gruppe der Erschöpften. Sie fühlen sich wie in einem Hamsterrad: Viele Verpflichtungen und Sorgen zerren an den Nerven. Pflegebedürftige Eltern müssen umsorgt, Schulkinder betreut werden. Das führt auch zu psychischen Erkrankungen.

Die Empörten informieren sich in der Pandemie gründlich über die Veränderungen, reflektieren und kritisieren Schieflagen. Sie nehmen aktiv am gesellschaftspolitischen Leben teil. Für die Gruppe der Zuversichtlichen gilt: Die Familie nimmt für sie eine große Rolle ein. Dieser Corona-Typ ist oft schon seit Jahren verheiratet, hat viele Kinder oder Enkelkinder und gehört Vereinen an. Die Pandemie legt für diese Menschen den Blick aufs Wesentliche im Leben frei.

Studie aus München zu Corona: Pandem-O-Mat liefert Daten

Die Mitmacher sind stets gut informiert, kommen mit klaren Regeln am besten zurecht und hoffen, dass der Impffortschritt die Lösung ist. Die Mitmacher sind Pragmatiker. Gut gestellt sind auch die Genügsamen: Aufstrebend, jung, aus der bürgerlichen Mitte. Sie nutzen die Coronazeit bestmöglich für gute Dinge.

Die Denker stört in der Pandemie am meisten, dass sich sich nicht mit Gleichgesinnten austauschen können. Als Kinder der 68-Generation kritisieren sie mangelnde Weitsicht. Ganz anders geht es den Ausgebrannten. Sie spüren starke Verunsicherung und Ängste, ärgern sich über die Reglementierungen im Pflegebereich und brauchen dringend einen Rückzugsbereich.

Wer sich selbst testen möchte, findet den Pandem-O-Mat hier.

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