Bayerische Regierung uneinig

Diese Corona-Regeln gelten für München - und was könnte sich nach dem Berlin-Gipfel ändern?

Markus Söder und Hubert Aiwanger
+
Ministerpräsident Markus Söder (rechts) und FW-Chef Hubert Aiwanger waren zuletzt selten einer Meinung (Archivbild)

Vor der Bund-Länder-Gipfel zur Corona-Politik ist die bayerische Landesregierung zerstritten. Auch für München haben die Entscheidungen der Minister-Runde weitreichende Auswirkungen.

Berlin/München - Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und sein Regierungsvize Hubert Aiwanger (Freie Wähler) tragen ihre Differenzen dieser Tage offen aus. Um die Ausrichtung des Freistaats in der Corona-Pandemie streiten die Parteichefs - und vor den Bund-Länder-Beratungen am 10. August machen die bayerischen Regierungsparteien ihren Standpunkt klar. Es bleibt abzuwarten, welche Entscheidungen getroffen werden. Für die Landeshauptstadt München könnten die Entscheidungen, die in Berlin gefällt werden, weitreichende Folgen haben.

Besonders über die Rechte Ungeimpfter entfachte innerhalb der Regierungskoalition aus CSU und den Freien Wählern einen Streit. Zuletzt hatte Hubert Aiwanger von einer „Jagd“ auf Ungeimpfte in Deutschland gesprochen und auch vor einer „Apartheids-Debatte“ gewarnt, die von Impfgegnern losgetreten werden könnte, sollten Ungeimpfte weniger Rechte bekommen. Ministerpräsident Markus Söder kritisierte Aiwangers Äußerung scharf.

Ministerpräsident Markus Söder (rechts) und FW-Chef Hubert Aiwanger waren zuletzt selten einer Meinung (Archivbild)

München: Diese Corona-Regeln gelten für die Landeshauptstadt

Auch wenn über die Ausrichtung der Corona-Politik im Maximilianeum gerungen wird, die Corona-Regeln für die Isar-Metropole sind eindeutig. Die Sieben-Tage-Inzidenz beträgt 26,4 (Stand: 9. August 2021) - und bewegt sich damit unter der „magischen Grenze“ von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner, die eine Verschärfung der Corona-Regeln nach sich ziehen würde. Bis zum 25. August dürfen in München reine Schankwirtschaften auch in geschlossenen Räumen ihre Kunden bis 1 Uhr nachts bedienen. Doch nur wenn diese am Tisch sitzen und der Verzehr nicht am Tresen oder der Theke stattfindet.

Auch Präsenzveranstaltungen an Universitäten und Hochschulen sind bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von unter 100 zulässig, auch wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht dauerhaft eingehalten werden kann. Museen, Kultureinrichtungen, botanische Gärten und Zoos sind geöffnet. Münchner dürfen sich derzeit in einer Gruppe von maximal zehn Menschen aus beliebig vielen Haushalten treffen, nachweislich vollständig Geimpfte und Genese nicht mitgezählt.

Unser München-Newsletter informiert Sie rund um die anstehende Bundestagswahl über alle Entwicklungen und Ergebnisse aus der Isar-Metropole – und natürlich auch über alle anderen wichtigen Geschichten aus München.

Bund-Länder-Gipfel: Diese Neuerungen könnten für Bayern und München gelten

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) gab im Interview mit dem Münchner Merkur einen Vorgeschmack auf die Corona-Politik der kommenden Wochen und Monate. „Wir brauchen die Inzidenz als Seismograph, weil sie als erster Wert die Entwicklung der Corona-Lage widerspiegelt“, sagte er vor den Bund-Länder-Beratungen am 10. August. Allerdings müsse künftig zusätzlich im Hintergrund „ein System laufen, das die Hospitalisierung, die Kapazität an Intensivbetten und die Impfquote einfließen lässt“. Daraus könnten dann die Inzidenz-Grenzwerte, ab denen die Politik handelt, neu angepasst werden.

Corona-Beschränkungen in München: Stadionbesuche in München wieder möglich

In den vergangenen Wochen machte die Sieben-Tage-Inzidenz in München Stadionbesuche wieder möglich. Der FC Bayern bestritt am 31. Juli sein Testspiel gegen den SSC Neapel vor 10.000 Zuschauern, der Stadtrivale 1860 München spielte vor 4158 Fans in Giesing. Doch nicht nur der Sport schaut gespannt auf die Entscheidungen des Bund-Länder-Gipfels. Auch die Gastronomie und Kulturveranstalter erhoffen sich von den Beschlüssen Planungssicherheit, waren die vergangenen Monate besonders für diese Wirtschaftszweige herausfordernd. (jjf/dpa)

Auch interessant

Kommentare