Heilmittel in dunklen Zeiten

Münchner entdecken in Corona-Zeit „Wunderwaffe für die Gesundheit“ - Expertin begeistert

Die Infektionszahlen schnellen in die Höhe, die Suche nach einem Corona-Schutzmittel verläuft im Sande. Viele Münchner entdecken ein naheliegendes Heilmittel: das Fahrrad.

  • Corona ist eine Bedrohung für Körper und Psyche. Die Suche nach einem Gegenmittel läuft auf Hochtouren.
  • Allerdings muss man nicht zwingend auf ein Medikament warten, es gibt bereits Möglichkeiten zur Prävention*.
  • Ein Wundermittel heißt Radfahren. Eine Expertin erklärt, warum die Resonanz steigt wie die Infektionszahlen*.

München - Es klingt widersinnig: Ausgerechnet die größte Gesundheitskrise macht unser Leben gesünder. Das gilt jedenfalls in Teilbereichen, wie neueste Zahlen jetzt zeigen. Denn: Viele Münchner sind wegen Corona vom Auto oder den öffentlichen Verkehrsmitteln aufs Radl umgestiegen – und das ist gut für Körper und Seele! Bernadette-Julia Felsch vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) sagt über die Entwicklung während der Sars-CoV-2Pandemie*: „In München haben wir 20 bis 25 Prozent mehr Radverkehr, und in anderen bayerischen Städten ist es ähnlich.“ Gleichzeitig hat die deutsche Radl-Industrie im ersten Halbjahr 2020 schon 3,2 Millionen Fahrräder verkauft: Das sind 9,2 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2019.

Wundermittel gegen Corona: Radfahren hat keine Nebenwirkungen und verschafft innere Ruhe

Und sicher ist: Aus Sicht der Medizin-Experten ist das eine erfreuliche Entwicklung. Ralf Haag von der Krankenkasse KKH sagt: „Radfahren ist eine Wunderwaffe für unsere Gesundheit.“ Dreimal pro Woche eine halbe Stunde Bewegung reichen schon, um Herz und Kreislauf, Lunge, Muskulatur, Knochen und das Immunsystem zu stärken und das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall oder Fettleibigkeit zu senken.

Und das ist noch nicht alles… Radeln senkt nämlich auch noch die Produktion von Stresshormonen durch die Nebenniere. Wer strampelt, holt sich innere Ruhe zurück – was gerade in Zeiten der Virus-Angst durch Corona* und hoher beruflicher Anforderungen wertvoll ist. All das kann man auch ganz praktisch nachverfolgen – jeden Tag auf Münchens Straßen, auf denen viele Radler unterwegs sind. So wie diese vier Personen:

In Corona-Zeiten mit dem Rad durch die Stadt: Vorteile für Körper und die Umwelt

Linda L. (35), Kunsttherapeutin aus München: Ich fahre täglich mit dem Rad zur Arbeit und mache am Wochenende gerne Radtouren. Besonders schätze ich daran, dass man zum einen schneller ist als mit den öffentlichen Verkehrsmitteln - und zum anderen, dass man viel von der Stadt und der Umgebung sieht. Ich genieße den Fahrtwind und sehe das Radfahren als Ausgleich zum Stress. Und ich tue nebenbei noch etwas Gutes für meinen Körper.

Linda L. nutzt wie viele andere Münchner in Corona-Zeiten öfter das Fahrrad.

Ljnba (38) und Oliver (39) Mithea, Ingenieure aus München: Wenn es nicht gerade regnet oder stürmt, fahren wir immer gerne mit dem Fahrrad. Das ist unkompliziert und für uns die beste Lösung. Anders als Auto- oder Zugfahren schont es die Nerven, und man kommt entspannt ans Ziel. Zusätzlich halten wir uns durch das Fahrradfahren fit und bewegen uns an der frischen Luft. Das macht Spaß und tut gut.

Johann Held (41), Kaufmann aus München: Ganz egal, ob Rennrad oder Mountainbike: Ich bin ein begeisterter Radfahrer. Pro Monat radle ich etwa 800 Kilometer. Ich denke, dass in Zukunft immer mehr Menschen von SUVs und Ähnlichem auf Fahrräder umsteigen werden. Das ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch für einen selber.

Weltweit forschen Wissenschaftler zu Corona. Nun hat renommierter Forscher die Corona-Sterblichkeitsrate untersucht - mit überraschendem Ergebnis. (mab, cls) *tz.de ist ein Angebot des Ippen Digital Netzwerks

Rubriklistenbild: © dpa/Matthias Balk

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