Insgesamt neun Fragen aufgelistet

Münchner Veranstalter attackieren Söder in offenem Brief: „Mangel an Respekt“

Markus Söder (CSU) kommt in die Staatskanzlei
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Markus Söder (CSU) wird von Münchner Kulturveranstaltern in einem offenen Brief heftig gescholten.

„Warum werden Sport und Gastronomie permanent besser behandelt als die Kultur“, wollen Veranstalter aus München von Markus Söder wissen. Ihr offener Brief enthält acht weitere Fragen.

München - Münchner Kulturveranstalter greifen die bayerische Staatsregierung nach Hygiene-Verstößen bei den Spielen der Fußball-EM scharf an und werfen ihr mangelnden Respekt vor der Kultur vor.

München: Söder in offenem Brief gescholten - „Ist das im Sinne einer nachvollziehbaren Pandemiepolitik?“

„Sie erlauben 14.500 Besucher in der Allianz Arena, mit im Fernsehen gut dokumentierten und mangelhaften Hygienekonzepten. Bei Kulturveranstaltungen im Freien waren bislang maximal 500 Personen genehmigt und sind erst ab heute 1500 Teilnehmer:innen erlaubt. Finden Sie das richtig oder gerecht?“, heißt es in einem offenen Brief des Verbandes der Münchener Kulturveranstalter VDMK, der an die Staatsregierung von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) gerichtet ist.

„Sie lassen in Biergärten bis zu 3000 Personen bei einem Public Viewing zu, während bei Kulturveranstaltungen immer noch nur 1500 Personen zugelassen sind. Ist das wirklich im Sinne einer nachvollziehbaren Pandemiepolitik?“

Corona-Politik von Söder kritisiert - Veranstalter klagen über „Mangel an Respekt“

Insgesamt neun Fragen listet der Verband nun schriftlich auf, weil die Staatsregierung auf eine Bitte zu einem Gespräch Anfang Juni bislang nicht reagiert habe.

Frage acht lautet: „Clubs, also Kultureinrichtungen, die (Live-)Musik für überwiegend jüngere Bevölkerungsgruppen bieten, werden in der Pandemiebekämpfung in derselben Kategorie eingeordnet wie zum Beispiel Bordellbetriebe und Spielhallen. Warum werden Sport und Gastronomie permanent besser behandelt als die Kultur?“

Der Verband zeigte sich „schockiert über die andauernde mangelnde Kommunikation von Politik und Verwaltung“ mit Kulturveranstaltern in Bayern und sieht „einen Mangel an Respekt vor den Leistungen aller Kulturschaffenden im Land“. (dpa)

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