Jetzt gilt die 3G-Regel

München: Mega-Schlangen vor Teststationen - Ansturm seit Montag

Lange Warteschlangen – wie hier vor der Teststation am Lindwurmstüberl – gab es diese Woche wieder vermehrt.
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Lange Warteschlangen – wie hier vor der Teststation am Lindwurmstüberl – gab es diese Woche wieder vermehrt.

Lange spielten sie keine Rolle mehr, jetzt sind sie wieder wichtig: die Antigen-Schnelltests. Wegen der 3G-Regel ist der Ansturm auf Apotheken und Teststellen groß.

München - Wer diese Woche in der Stadt unterwegs war, dürfte sich mancherorts über lange Schlangen vor Apotheken und Teststellen gewundert haben. Denn München testet wieder. Nachdem am Montag die 3G-Regel in Kraft getreten ist, haben Antigen-Schnelltests wieder an Bedeutung gewonnen. Zur Erinnerung: Jeder, der nicht geimpft oder genesen ist, braucht einen negativen Testnachweis, wenn er zum Beispiel ins Restaurant oder Kino möchte – oder zum Friseur.

Corona in München: 3-G-Regel lässt Nachfrage nach Antigen-Schnelltest massiv steigen

„Ja, durch die 3G-Regel ist die Nachfrage nach Antigen-Schnelltests in die Höhe geschossen“, bestätigt Josef Kammermeier, stellvertretender Vorsitzender des Bayerischen Apothekerverbandes. Mit konkreten Zahlen könne man das noch nicht belegen, aber so sei die allgemeine Rückmeldung seiner Kollegen.

Den Eindruck unterstreichen auch die Münchner Apotheker. „Wir merken seit Montag eine vermehrte Nachfrage“, berichtet Barbara Stempel, Inhaberin der Schützen-Apotheke. Und das, obwohl die Tests hier seit Anfang August nicht mehr kostenlos sind, sondern 14,95 Euro kosten. Das Angebot werde genutzt, beteuert Stempel. Vor allem von denen, die sich nicht lange in eine Schlange stellen wollen.

Ein wenig warten muss man bei der Internationalen Ludwigs-Apotheke. Im Akkord testet eine Mitarbeiterin im Hinterhof die Passanten. Der Andrang ist groß. Gleiches gilt für die Internationale Apotheke am Hauptbahnhof und die Rathaus-Apotheke mit eigener Teststation. Immer wieder tummeln sich hier die Menschen. Das war nicht immer so.

Die Nachfrage nach Tests hat dieses Jahr eine Wellenbewegung durchgemacht. „Im Frühjahr war die Nachfrage hoch“, sagt Kammermeier rückblickend. Manche Apotheken hätten pro Monat tausende Tests gemacht. Als im Sommer die Inzidenzen sanken, fiel das Interesse an den Testmöglichkeiten. „Man hat sie nicht gebraucht“, erklärt der Apotheker.

Das ist jetzt anders. Durch die 3G-Regel ist die Nachfrage nach Corona*-Tests hoch. Immerhin sind bezogen auf die Münchner Gesamtbevölkerung erst 56,6 Prozent doppelt geimpft – und damit beinahe die Hälfte noch nicht.

München: Testansturm auf Apotheken und Co.

Lieferschwierigkeiten oder gar ein Mangel an Tests sei durch den neuen Ansturm nicht zu befürchten. Noch reicht beispielsweise in der Schützen-Apotheke auch das bestehende Personal, um diesen aufzufangen. Kammermeier betont trotzdem: „Für uns steht an erster Stelle, die Menschen zu überzeugen, sich impfen zu lassen.“ Nur damit könne man einen Herdenschutz erreichen – und der Testpflicht aus dem Weg gehen. Das Testen steht für ihn nur an zweiter Stelle.

Er wirft noch eine weitere Frage auf: „Was passiert ab dem 11. Oktober, wenn die Kosten nicht mehr vom Bund übernommen werden, sondern jeder selber dafür zahlen muss?“ Dann werde sich ein Markt entwickeln – mit unterschiedlichen Preisen bei verschiedenen Anbietern.

Darum testet München wieder

Die aktuellen Regeln machen mein Leben kompliziert

Magdalena Swirkowska- Anastasiadou (39) aus München

Ich treffe mich mit Freunden in einem Lokal und muss mich testen lassen, da ich noch nicht geimpft bin. Ich denke schon über das Impfen nach und werde es in Zukunft vielleicht auch machen. Die aktuellen Regeln machen mein Leben kompliziert, und alle kann ich auch nicht nachvollziehen. Ungeimpfte ganz auszuschließen, das fände ich wirklich nicht fair.

Lassen uns zur Sicherheit testen

Cornelia und Michael Kraushaar (beide 62) aus Trittau bei Hamburg

Wir sind dieses Wochenende auf einer Familienfeier mit rund 15 Leuten und lassen uns zur Sicherheit testen, um die zu schützen, die nicht geimpft sind – auch, wenn wir beide die Impfung schon bekommen haben. Mit der 3G-Regel können wir gut leben. In Hamburg führen wir aufgrund der 2G-Regel ganz andere Diskussionen. Das ist teilweise schwierig.

Brauche ein negatives Testergebnis

Tobias Hemrich (18) aus Würzburg

Wir sind für ein langes Wochenende in München. Und da ich noch nicht geimpft bin, brauche ich ein negatives Testergebnis, um zum Beispiel in die Motorworld oder ins Restaurant zu kommen. Zudem schauen wir uns in der Allianz Arena das Bayern-Spiel an. Da bringt die 3G-Regel Sicherheit. Ich werde mich auch impfen lassen – spätestens, wenn man die Tests selber bezahlen muss. Das wäre zu teuer.

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