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Corona macht U-Bahn, Bus und Tram pünktlicher – das sind die Gründe

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Von: Wolfgang Hauskrecht

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U Bahn in München
Die U-Bahn in München war 2021 sehr püntklich unterwegs. © Lennart Preiss/dpa

Die Corona-Pandemie hat Auswirkungen auf die Fahrgastentwicklung in öffentlichen Verkehrsmitteln. Die sind überraschenderweise auch positiv.

München – Auch bei U-Bahn, Bus und Tram läuft nicht immer alles rund. Bei der U-Bahn fällt einem das wegen der hohen Taktdichte oft gar nicht wirklich auf, bei Bus und Tram allerdings kann es nervig werden – vor allem in der kalten Jahreszeit.

Das Netz der Münchner* Verkehrsgesellschaft (MVG), die die drei Verkehrsmittel betreibt, ist groß. Das U-Bahn-Netz misst, Stand November 2020, 95 Kilometer. Die acht Linien fahren 100 Bahnhöfe an, von denen nahezu alle unterirdisch liegen – ein Vorteil, weil die U-Bahn damit weitgehend wetterunabhängig ist. Lediglich die U6 fährt ab dem Halt Studentenstadt bis nach Garching oberirdisch. Die 13-Tramlinien fahren 174 Haltestellen an, die 82 Buslinien stoppen an 1046 Punkten. Insgesamt befördert die MVG über 600 Millionen Personen jedes Jahr.

München: U-Bahn, Bus und Tram steigern ihre Pünktlichkeit

In Sachen Pünktlichkeit gelten, anders als bei der S-Bahn (drei Minuten), U-Bahn, Bus und Tram bereits ab zwei Minuten Verspätung als unpünktlich. Die U-Bahn ist am pünktlichsten – was leicht erklärbar ist, da sie weniger Störfaktoren unterliegt. Bus und Tram leiden unter Staus, Falschparkern, Unfällen, Baustellen und dem Wetter.

Die U-Bahn konnte 2020 deutlich zulegen. Waren 2019 nur 90,6 Prozent aller Züge pünktlich, waren es 2020 94,0 und im ersten Halbjahr 2021 sogar 94,4 Prozent. Auch Bus und Tram waren pünktlicher. Der Bus verbesserte sich von 76,4 (2019) auf 79,5 (2020) und 80,8 Prozent (1. Halbjahr 2021), die Tram von 79,1 (2019) auf 81,0 Prozent (2020). Im ersten Halbjahr 2021 ging der Wert auf 79,9 Prozent zurück, was auch an den vielen Trambaustellen liegen könnte.

Dass die Pünktlichkeit zunahm, liege an verschiedenen Auswirkungen der Corona-Pandemie*, sagte ein MVG-Sprecher auf Anfrage. „Weniger Fahrgäste bedeuten eine Verkürzung der Aus- und Einsteigezahlen, was Pufferzeiten zum Abbau eventueller Verspätungen entstehen lässt.“ Zugleich habe der Autoverkehr abgenommen – was bei Tram und Bus weniger Störungen bedeute. Auch Demonstrationen seien in der Pandemie als Störungsgrund weitgehend entfallen.

Gemessen wird die Pünktlichkeit laut MVG anhand der Aufzeichnungen der Positionsdaten der Fahrzeuge. Gesteuert wird der Verkehr von Moosach* aus. Dort hat die MVG erst im September ihre neue Leitstelle in Betrieb genommen. Dort wurden nun alle drei Verkehrssysteme zusammengefasst. Früher gab es für U-Bahn, Bus und Tram getrennte Leitstellen. (wha) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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