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Alkoholverbot kommt: München-Zahlen überschreiten kritischen Wert - Reiter warnt vor „drastischen Einschränkungen“

Die Stadt München hat entschieden: Das Alkohol-Verbot kommt. Schon am kommenden Wochenende gilt die neue Verordnung.

  • In München hat Ministerpräsident Söder die neue Corona-Strategie des Freistaats erklärt.
  • Eine bedeutende Neuerung gibt es im Bereich der Gastronomie, die Pandemie-Entwicklung in München gibt weiterhin Anlass zur Sorge.
  • Die Stadt München hat jetzt ein Alkohol-Verbot verhängt. Die Maßnahme soll schon ab dem kommenden Wochenende gelten.

Update 9. September, 17.58 Uhr: Die Stadt München hat entschieden: Das nächtliche Alkohol-Verbot kommt. Die Allgemeinverfügung erlässt das Verbot ab diesem Freitag bis Sonntag von jeweils 23 bis 6 Uhr. Von 21 Uhr bis 6 Uhr darf auch kein Alkohol mehr to go verkauft werden. Folgende Hot-Spots sind vom Verbot betroffen: Baldeplatz, Gärtnerplatz sowie die Isarauen zwischen Reichenbach- und Wittelsbacherbrücke, am Gerner Brücke und am Wedekindplatz.

München: Entscheidung gefallen - Nächtliches Alkohol-Verbot kommt

Oberbürgermeister Dieter Reiter äußerte sich wie folgt auf die Entscheidung der Verwaltung: „Leider ist die Inzidenzzahl in den letzten Tagen wieder gestiegen. Heute liegt sie bereits bei 41,52. Also deutlich über dem ersten Signalwert von 35. Wir kommen damit dem Inzidenzwert von 50 immer näher, der wieder drastische Einschränkungen für unser öffentliches Leben bedeuten würde. Deshalb bin ich entschlossen, mit anderen Maßnahmen, wie diesem begrenzten, nächtlichen Alkoholverbot an sogenannten „Hotspots“, das Infektionsgeschehen möglichst zu bremsen und Schlimmeres zu verhindern.“

Update 9. September, 14.53 Uhr: Das Pandemie-Niveau bleibt unverändert hoch; am gestrigen Dienstag wurden 87 neue Corona-Fälle in München bestätigt, die 7-Tage-Inzidenz hat sich minimal erhöht. Laut aktueller Mitteilung der Stadt liegt sie bei 41,52 (Vortag 41,32).

Update 9. September, 8.18 Uhr: Die Münchner Freischankflächen sind der Hit - aber der Winter naht und damit die Angst vor leeren Restaurants. Viele Wirte hoffen nun auf einen Winter mit Freischankflächen und Heizpilzen.

Update 8. September, 14.53 Uhr: Viele Lokale hatte die coronabedingte Schließung an den Rande des Ruins gebracht. „Wir sind natürlich erleichtert“, sagte Thomas Geppert, der Landesgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga in Bayern zur Wiedereröffnung der Bars und Kneipen. „Die Entscheidung war überflüssig, die Hygienekonzepte in der Gastronomie funktionieren.“ Ein positiver Nebeneffekt könnte nach Gepperts Einschätzung sein, dass weniger Alkohol auf den Straßen getrunken wird: „Man kann denjenigen wieder Raum geben, die sich jetzt im Freien unkontrolliert versammeln.“

Allerdings können Gesundheitsämter laut Söder den Ausschank von Alkohol ab 23 Uhr verbieten, wenn die Infektionszahlen in einer Region besonders hoch sind.

Corona-Zahlen: Pandemie-Entwicklung in München gibt Anlass zur Sorge

Update 8. September, 14.29 Uhr: In München liegt die Zahl der neu mit dem Coronavirus infizierten Personen weiterhin auf hohem Niveau. Für den gestrigen Montag wurden 91 Fälle vermeldet. In Sachen 7-Tage-Inzidenz wird der „Frühwarnwert" von 35 nach wie vor deutlich überstiegen. Gestern lag dieser bei 41,32, wie die Landeshauptstadt bekannt gab.

München: Söder verkündet wichtige Corona-Neuerungen - alle Infos im Überblick

Update 8. September, 14.15 Uhr: Die Pressekonferenz ist inzwischen beendet. Alle wichtigen Entwicklungen können Sie in den vorstehenden Updates noch einmal nachlesen.

Update 8. September, 13.57 Uhr: Markus Söder ergreift noch einmal kurz das Wort. Beispielsweise über Weihnachtsmärkte könne aktuell noch nicht entschieden werden. Der Ministerpräsident betonte ebenfalls noch einmal, dass für Bars auch nach der Öffnung spezielle Regeln gelten würde. Dazu gehöre unter anderem, dass die Gäste sitzen müssen.

Update 8. September, 13.30 Uhr: Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) zieht nun eine Bilanz zum heutigen Schulstart nach den Sommerferien: „Die Schülerinnen und Schüler halten sich an den Hygieneplan“. Natürlich stehe in den Schulen ein interessanter Herbst und Winter an, bedingt durch das „traditionelle" Infektionsgeschehen mit Grippeerkrankungen.

55 Prozent der bayerischen Lehrkräfte seien bereit, sich testen zu lassen, berichtet Gesundheitsministerin Melanie Huml. Bislang sei sie über 22 positive Tests informiert worden. Von 480.000 überprüften Reiserückkehren hätten bislang 6.000 ein positives Ergebnis erhalten, gibt Huml bekannt.

Update 8. September, 13.19 Uhr: Jetzt ergreift Innenminister Joachim Herrmann das Wort. Als Sportminister sei er „sehr, sehr froh“, dass man nun auch den Wettkampfbetrieb wieder freigeben könne. Zuschauer seien in der gleichen Größenordnung wie im Kulturbetrieb zulässig (200 innen, 400 unter freiem Himmel).

Maskenpflicht bei geplanter Corona-Demo in München

Nun äußert Herrmann sich zur geplanten Corona-Demo in München. Die Entscheidung darüber liege nun bei der Landeshauptstadt. „Wir werden auf alle Fälle hinreichend Polizeikräfte vor Ort haben, die die entsprechenden Vorgaben auch umsetzen können“, erklärt der Innenminister. Sollten sich die Demonstranten nicht an die Regeln halten, sei es selbstverständlich ein Mittel, die Veranstaltung abzubrechen. Man stehe zur Meinungsfreiheit - jeder müsse aber gewaltlos und friedlich unterwegs sein.

Update 8. September, 13.07 Uhr: „Die mangelnde Bereitschaft zum Testen ist eine echte Gefährdung“, positioniert sich Söder, die Kapazitäten für „niederschwelliges Testen" bleibe hoch.

Wie kann sich das gesellschaftliche Leben in Bayern weiterentwickeln? Regionale Infektionszahlen würden es erlauben, angepasst zu entscheiden. Alles wird durch das jeweilige Gesundheitsamt bewertet. Ziel sei, die Infektionszahlen in den kommenden zehn Tagen weiter zu stabilisieren. Sollte das funktionieren, folgen bedeutende Schritte: Der Amateursport wird wieder stärker zugelassen, „mit entsprechenden Hygienemaßnahmen“.

Corona München: Söder verkündet Gastro-Hammer - Bars dürfen „unter Auflagen" wieder öffnen

Das Thema Gastronomie stand heute ebenfalls auf der Tagesordnung. Diskos und Clubs bleiben geschlossen, Söder warnt vor möglichen „Infektionsbomben“. Bars dürfen ab dem 19. September unter „klaren Auflagen“ öffnen: „Kneipen wie die normale Gastronomie“, fasst Söder die Regeln der Neuerung zusammen.

Ab 200 Teilnehmern gilt ab dem morgigen Mittwoch (9. September) fortan auch für Versammlungen unter freiem Himmel ab 200 Teilnehmern eine Maskenpflicht; das könnte beispielsweise für Besucher der geplanten Corona-Demo in München interessant werden. In diesem Zusammenhang warnt Söder vor der Gefahr von Radikalisierungstendenzen.

Update 8. September, 13.00 Uhr: Die Pressekonferenz mit Ministerpräsident Söder hat begonnen. „Die Pandemie ist mit voller Wucht in Europa zurück“, beginnt der CSU-Politiker, „mit all den bekannten negativen Folgen“. Deutschland sei keine „Insel der Seligen“, auch hier könne sich die Lage rasch verschärfen.

In den nächsten Monaten stehe die nächste Bewährungsprobe an, nachdem es durch Urlaubsrückkehrer zuletzt Rückschläge gegeben habe. Ziel sei, einen flächendeckenden zweiten Lockdown zu vermeiden. Dafür sei jedoch verbreitete Rücksichtsmaßnahme notwendig. Der Schulstart am heutigen Dienstag sei trotz widriger Bedingungen gelungen.

Corona München: Söder äußert sich zu Testpannen - Diskussion auf „sehr hohem Niveau“

Die bayerische Teststrategie habe sich trotz der Pannen bewährt. „Gab es Probleme? Ja, auch bei uns“, gesteht Söder. Ein Teil der kritischen Diskussion sei auf einem „sehr hohen Niveau“ verlaufen. Kein Land habe so schnell und früh getestet wie Bayern und „keiner hat es kostenlos gemacht“. Ohne das Maßnahmenpaket des Freistaats hätte dieser laut Söder ein „neuer Hotspot" werden können.

Kommunale Testzentren sollen von jetzt an gestärkt werden, das Testaufkommen an den Flughäfen soll beibehalten werden, die Stationen an Autobahnen und Bahnhöfen werden geschlossen.

Neue Strategie nach peinlichen Corona-Pannen? Söder verrät, worauf sich Münchner künftig einstellen müssen

Ursprungsmeldung:

München - Die seit Wochen immer wieder aus unterschiedlichen Gründen kritisierte bayerische Corona-Teststrategie soll weiterentwickelt werden. Das Kabinett um Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will sich in seiner Sitzung am Dienstag (8. September) in München nicht nur mit den Erkenntnissen aus den jüngsten Pannen und Problemen bei der Übermittlung von Testergebnissen austauschen, auch die vor einer Woche von Bund und Ländern beschlossene Weiterentwicklung der Quarantäneregeln muss zunächst noch für den Alltag im Freistaat angepasst werden.

Corona München: Nach peinlichen Test-Pannen informiert Söder über Reaktion

Im Gegensatz zu den übrigen Bundesländern will der Freistaat aber auch nach dem Ende der Sommerferien vorerst am kostenlosen Testangebot für alle Reiserückkehrer an Autobahnen, Flughäfen und Bahnhöfen festhalten. Die Form der kostenlosen Tests auch für alle Menschen, die keinerlei Symptome haben oder gar Kontakt zu einem nachgewiesenen Corona-Patienten hatten, ist bei Experten nicht unumstritten. Sie fürchten auch, dass dadurch Laborkapazitäten für Tests von Risikopatienten oder in Schulen verloren gehen.

Bayern setzt seit Monaten auf eine umfassende Teststrategie zur Verhinderung von Corona-Ansteckungen. In den vergangenen Ferienwochen wurden bereits mehrere Hunderttausend Heimkehrer auf freiwilliger Basis getestet.

München: Söder informiert über Corona-Teststrategie

Bei der Übermittlung der Ergebnisse hatte es jedoch zunächst an den Autobahnen in mehr als 44.000 Fällen und später auch an Flughäfen massive Probleme gegeben. Nach Angaben des Ministeriums läuft es bei mehr als 90 Prozent der Tests planmäßig, das heißt, die Ergebnisse sind innerhalb von 48 Stunden bei den Betroffenen. (lks/dpa)

Am 10. September ist es so weit: Beim ersten bundesweiten Warntag wird für den Notfall geprobt: Auf was sich Bürger in München dabei einstellen müssen.

Rubriklistenbild: © Jantz

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