Polizei warnt vor dreister Masche

„Frau sagte mir, dass mein Sohn Corona hat“: Münchnerin berichtet von entsetzlicher Erfahrung

Betrüger haben eine Frau im Kreis Unna mit dem Enkeltrick um eine riesige Bargeld-Summe gebracht. Die Bank schöpfte offenbar keinen Verdacht - auch zum Bedauern der Polizei.
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Immer wieder werden vor allem ältere Menschen Opfer von Betrügern. (Symbolbild)

Es ist ein Horror für jeden Elternteil: Ein Anruf, dass das eigene Kind Corona hat. Doch in diesem Fall geht es den „Ärzten“ nur ums Geld - mit einer dreisten Betrugsmasche.

München - Inge P. (73) wollte gerade Kuchen backen, als der Anruf kam. „Eine Frau sagte mir, dass mein Sohn wegen einer Corona-Infektion in der Klinik ist und hohes Fieber hat.“ Es stehe schlecht um ihn – ein neues Medikament könne helfen, aber es sei noch nicht zugelassen. „Sie sagte, ich muss das Geld vorstrecken, später werde die Krankenkasse es dann übernehmen. Insgesamt 41.000 Euro sollte ich in bar bezahlen.“

Spätestens jetzt war Inge P. klar, dass hier etwas nicht stimmen kann. „Ich war erst mal geschockt von der Nachricht über meinen Sohn. Die Frau wollte mich auch direkt mit dem Arzt verbinden. Aber so viel Geld hatte ich gar nicht zu Hause“, sagt die Seniorin. Erst später erfuhr sie, dass Corona-Betrüger am Telefon waren – und nicht etwa eine Sekretärin und der Oberarzt einer Klinik.

Corona-Trick: Immer mehr Senioren in und um München tappen in die Falle

Der Corona-Trick ist die neueste Masche von Betrügern, und immer mehr Senioren in und um München* tappen in die Falle. „Die Täter sind hoch manipulativ, setzen ihre Opfer teils stundenlang unter Druck“, sagt Ronny Ledwoch von der Polizei München. Inge P. aber fiel nicht auf die Masche rein – auch dank ihres Mannes Fritz (72). „Er sagte, ich soll den Sohn doch versuchen anzurufen.“

Als die Betrüger das hörten, legten sie sofort auf. „Da war klar, dass das Kriminelle waren“, sagt Inge P., die in Alling (bei Fürstenfeldbruck) lebt. Sie rief die örtliche Polizei an, erstattete Anzeige. „Die Dame hat genau richtig gehandelt“, sagt Andreas Ruch von der Polizeiinspektion Germering. Denn der Schaden durch Trickbetrug geht mittlerweile in die Millionen, wie aktuelle Zahlen des Innenministerium belegen. - Andreas Thieme - *tz.de ist Teil des Ippen-Netzwerks.

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