Die Zahlen geben Anlass zur Sorge

Corona-Kurve in München steigt schneller als im Vorjahr - Delta-Variante verbreitet sich rasant

Corona-Infektionsrisiko auch draußen? Am Chinesischen Turm im Englischen Garten in München ist bei schönem Wetter viel los. Und die vierte Welle ist im Anmarsch.
+
Corona-Infektionsrisiko auch draußen? Am Chinesischen Turm im Englischen Garten in München ist bei schönem Wetter viel los. Und die vierte Welle ist im Anmarsch.

Trotz Impffortschritts steigen die Corona-Zahlen in München wieder. Und nicht nur dort: Berchtesgaden hat die 50er-Marke bereits geknackt.

München - Nach dem ruhigen Sommer ändert sich die Lage: In Deutschland, in Bayern, in München* gibt es wieder mehr Neuinfektionen, steigen die Corona*-Inzidenzen an. Deshalb wird die vorgezogene Bund-Länder-Konferenz am 10. August mit Spannung erwartet. Die Ministerpräsidenten und Bundeskanzlerin Angela Merkel müssen festlegen, wie sie mit der neuen Situation umgehen: steigende Zahlen trotz Impf-Fortschritts. Ein Phänomen, das auch für München gilt, wo knapp 50 Prozent der Bürger beide Impfungen erhalten haben.

Ein Vergleich zeigt: Anfang August 2020 lag die Inzidenz hier bei 6. Am Montag wurde mit 27,6 ein neuer Höchstwert erreicht. Gestern hat die Stadt 31 neue Fälle und eine Inzidenz von 24,4 gemeldet. Hohe Werte – und das schon zu Beginn der Sommerferien. Im ersten Corona-Sommer vor einem Jahr gingen die Fallzahlen viel später nach oben, damals wurde die 50er-Marke Ende September geknackt. Für das Klinikum rechts der Isar, in dem derzeit zwei Corona-Patienten behandelt werden, kommt das nicht überraschend: „Delta verbreitet sich erheblich leichter als alle anderen SARS-CoV-2-Varianten. Sie macht inzwischen die Mehrzahl der Infektionen aus“, teilt das Klinikum mit. Und: „Entscheidend wird zum Herbst sein, welche Impfquote wir erreichen. Vereinfacht ausgedrückt: Je höher die Impfquote, umso besser sind wir alle geschützt.“

München: Corona-Krisenstab kommt aktuell einmal pro Woche zusammen

Steigt die Inzidenz in München über 50, greifen die Regeln, die der Freistaat festgelegt und aktuell bis zum 25. August verlängert hat. Die Stadt, in der der Corona-Krisenstab aktuell einmal pro Woche zusammenkommt, übernimmt dann die Beschränkungen. Im Landkreis Berchtesgaden mit einer Inzidenz von 54,8 zum Beispiel gilt schon heute, dass nur zehn Personen aus drei Haushalten sich treffen dürfen. Aber: Die Einschränkung gilt nur für Ungeimpfte. Geimpfte und Genesene sind bei der Zählung ausgenommen. Das ist neu. In Schulen wackelt der Präsenz-Unterricht nach den Ferien erst ab einer Inzidenz von 100. Wie die Corona-Lage in sechs Wochen ist, wird sich zeigen. *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant

Kommentare