Während des Lockdowns

U-Bahn-Foto aus München zeigt großes Corona-Dilemma: „Katastrophal im Vergleich zu anderen Großstädten“

Am 14. Januar tummelten sich an der U-Bahn-Station „Giselastraße“ die Menschen.
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Am 14. Januar tummelten sich an der U-Bahn-Station „Giselastraße“ die Menschen.

Ab Montag (18. Januar) herrscht FFP2-Maskenpflicht in Bayern, wenn man in eine U-Bahn steigt. Im gesamten ÖPNV gilt diese Regel. Ein Foto legt das Dilemma offen.

München - Die Corona-Pandemie ist auch im Januar 2021 noch lange nicht besiegt und immer schärfere Regeln werden auferlegt. Ab Montag, den 18. Januar, gilt in der Landeshauptstadt eine FFP2-Maskenpflicht in den öffentlichen Nahverkehrsmitteln sowie im Einzelhandel. Eine Maßnahme, die aufgrund ihrer Kurzfristigkeit, für Empörung sorgte, aber wegen eben jener Bilder sinnvoll zu sein scheint.

München: FFP2-Pflicht ab Montag - doch Menschen tummeln sich trotz Corona an U-Bahnstation

Ein User der Plattform Jodel hat vor drei Tagen, am Donnerstag, den 14. Januar, ein Foto von der U-Bahnstation Giselastraße geteilt. Dort zu sehen: Viele Menschen, die aufgrund des hohen Aufkommens, kaum noch die Abstände einhalten können, obwohl sie es versuchen. Auf dem Foto ist deutlich zu sehen, dass jeder vorbildlich eine Maske trägt, sogar manche schon eine FFP2-Maske.

Zu Stoßzeiten müssen immer noch viele Münchner zur Arbeit. Entweder bietet der Arbeitgeber kein Home Office an, oder der Job ist schlicht und ergreifend nicht im Home Office zu erledigen. Auch das ist ein Grund, weswegen Angela Merkel ein Treffen am 19. Januar anberaumt hat, bei dem im Vorhinein über eine Home-Office-Pflicht und weitere Maßnahmen im ÖPNV diskutiert wurde und einige Maßnahmen durchsickerten.

München: Corona-Zeiten und ÖPNV - Es wird heiß diskutiert

Auf Jodel diskutieren die User über die Maßnahmen und beschweren sich über die MVG, dass zu Corona-Zeiten einige Großstädte in Europa voraus wären. Die Dauer, um „von A nach B zu kommen“, ist ein deutlicher Kritikpunkt. Die Landeshauptstadt sei „katastrophal im Vergleich zu anderen europäischen oder asiatischen Städten“. Als Beispiel wird Wien genannt, wo angeblich alle „drei Minuten eine Bahn fährt“. An der Giselastraße fährt im Normalverkehr auch ständig eine U3 oder eine U6 ein. Was in der Situation auf dem Foto das Problem war, oder ob einfach das Menschenaufkommen extrem hoch war, ist nicht übermittelt. Ob in solchen Momenten die MVG, die Arbeitgeber oder die Politik schuld sei - darüber sind sich die User auf Jodel uneinig.

Hohes Personen-Aufkommen am Bahnsteig der Giselastraße.

Nicht nur die Giselastraße, sondern auch andere Knotenpunkte wie beispielsweise Sendlinger Tor, Hauptbahnhof oder Odeonsplatz sind hoch frequentierte Stationen und selbst während des Lockdowns gut besucht. Es ist nicht das erste Foto, das das Problem in den öffentlichen Verkehrsmitteln zeigt.

Es wird von vielen der MVG keine Schuld zugewiesen, andere wünschen sich künftig eine Ringbahn, um Stationen wie die Giselastraße zu entlasten. Wiederum andere nehmen Ministerpräsident Markus Söder in die Pflicht, dass eine Home-Office-Pflicht die Situation verbessern würde. Welche Änderungen am Dienstag (19. Januar) entschieden werden, erfahren Sie auf tz.de. (ank)

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