Wir haben die Münchner zur neuen Maske befragt

München trägt FFP2: So lief Start in die neue Pflicht - erster Eindruck zeigt eindeutiges Bild

FFP2-Maskenpflicht in München: Studentin Julia B. trägt bereits die neue Maske.
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FFP2-Maskenpflicht in München: Studentin Julia B. trägt bereits die neue Maske.

Am Montag war Tag eins mit FFP2-Maskenpflicht. Das Fazit von MVG, Einzelhandel und KVR: Die überwiegende Mehrheit der Münchner hält sich an die neue Regelung.

München - Bislang herrschte im Rahmen der Vorschriften farbenfrohe Vielfalt vor den Gesichtern: Selbstgenähtes, hellblaue OPMasken, locker drapierte Mund-Nasen-Schals, durchsichtige Face-Shields. Seit Montag ist damit erst einmal Schluss: In Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr gilt FFP2-Maskenpflicht*. Bis kommenden Montag, 25. Januar, drohen bei Nichteinhaltung noch keine Sanktionen – dennoch leisten die Münchner* in Bus, Bahn und Supermarkt der neuen Verordnung schon jetzt folge.

München: Nur noch ganz wenige mit normalen Masken unterwegs

„Die erste Rückmeldung zeigt, dass nur noch ganz wenige mit normalen Masken unterwegs sind“, sagt Wolfgang Fischer vom Innenstadt-Handelsverein City Partner. Die meisten Menschen zeigten sich verständig, es habe zumindest in der Münchner Innenstadt kaum Diskussionen um die neue Regelung gegeben. Und das obwohl Beschäftigte im Einzelhandel von der FFP2-Maskenpflicht ausgenommen sind. Bei der Gewerkschaft Verdi akzeptiert man die Ausklammerung der Beschäftigten.

Eine Pflicht wäre ein zweischneidiges Schwert, hieß es – zwar brächte sie höheren Schutz für die Mitarbeiter – aber eben auch eine höhere Belastung. Die Unternehmen sind dagegen froh, dass es nicht zu einer Maskenpflicht für die Beschäftigten im Handel gekommen ist. Denn dann müssten diese zusätzliche Pausen machen.

Auch die Münchner Verkehrsbetriebe stellen fest, dass die Bürger der Stadt folgsam sind. Die U-Bahn-Wache berichte von einer FFP2-Quote von 90-Prozent, heißt es. Und eine Sprecherin des Kreisverwaltungsreferats (KVR) teilt mit, dass „die große und überwiegende Mehrheit der Münchner sich an die FFP2-Maskenpflicht hält“. Zudem würden die Kontrolleure Münchner mit anderen Mundschutzen auf die Regeln hinweisen. Diese Aufklärungskampagne verfolgt auch die Polizei, sie ist seit Pandemiebeginn mit etwa 100 bis 200 Beamten mehr pro Tag unterwegs.

Stadt plant kostenlose Masken für Hartz-IV-Empfänger

Derweil arbeitet die Stadt auch an einer Lösung für ärmere Bürger. „Es ist geplant, allen Grundsicherungs- und Hartz-IV-Empfängern kostenlose FFP2-Masken per Post zuzuschicken“, sagt ein Sprecher des Münchner Sozialreferats. Dabei werde sich die Stadt bemühen, dass dies rechtzeitig bis zum nächsten Montag klappt – angesichts von zehntausenden Bedürftigen in der Stadt „eine große logistische Herausforderung“. Auch Menschen, die einer Risikogruppe angehören, erhalten in den kommenden Tagen Gutscheine für zwölf Masken, die in Apotheken eingelöst werden können. Pro sechs Masken liegt der Eigenanteil bei zwei Euro.

Obwohl beim Ministergipfel am Dienstag auch eine bundesweite FFP2-Maskenpflicht entschieden werden könnte, ist die Versorgung dem Bayerischen Apothekerverband zufolge gewährleistet. Auch der Handelsverband sieht die Versorgung trotz gestiegener Nachfrage nicht in Gefahr.

Alex Seethaler (42), Designer aus München:

„Wenn es wirklich zum erhöhten Schutz beiträgt, ist die FFP2-Maske sinnvoll. Man muss aber auch an die Menschen denken, die sich die Masken nicht selbst leisten können. Für viele ist es kein großer Einschnitt, aber wer eine große Familie mit mehreren Jugendlichen hat, für den kann das ins Geld gehen. Für solche Fälle muss der Staat sich sinnvolle Lösungen einfallen lassen.“

Julia B. (25), Studentin aus München:

„Ich bin mir nicht sicher, ob die FFP2-Maskenpflicht die richtige Maßnahme war. Besser wäre gewesen, bei den normalen Masken besser durchzugreifen. Das Problem ist ja, dass viele die Masken falsch oder nur Tücher getragen haben. Damit ist jetzt zumindest Schluss. Es bleibt abzuwarten, ob es was bringt. Falls nicht, hoffe ich, dass die Entscheidung revidiert wird.“

Max Bahr (20), Student aus München:

„Wir haben ja durch die Medien mitbekommen, dass die FFP2-Masken deutlich besser schützen. Es ist eine gute Sache. Für meine Maske habe ich 2,50 Euro gezahlt, ich finde den Preis in Ordnung, wenn es darum geht, sich selbst und andere zu schützen. Klar, nicht überall sind die Masken so günstig. Da hilft nur, Preise vergleichen, das Angebot ist ja groß genug.“ Umfrage / Fotos: A. Schmidt

Katrin Spannagel (52), Therapeutin aus München:

„FFP2-Masken blockieren die Sauerstoffzufuhr extrem, deshalb bin ich gegen die neue Maskenpflicht. Ich werde durch die Maske superschnell kurzatmig, sodass ich das Gefühl habe, keine Luft zu kriegen. Ich versuche, so kurz wie möglich Maske zu tragen. Ich fühle mich auch nicht sicherer, im Gegenteil, ich habe das Gefühl, dass mein Immunsystem darunter leidet.“ - *tz.de ist Teil des Ippen-Netzwerks.

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