„Mit Corona macht man Kompromisse“

Steigende Corona-Zahlen: Sind Münchens Kliniken auf Ansturm von Patienten vorbereitet?

Geben ihre Einschätzung zu den aktuellen Corona-Zahlen ab (v.l.): Gesundheitsministerin Melanie Huml, Dr. Axel Fischer (Direktor München Klinik), OB Dieter Reiter und Ministerpräsident Markus Söder.
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Geben ihre Einschätzung zu den aktuellen Corona-Zahlen ab (v.l.): Gesundheitsministerin Melanie Huml, Dr. Axel Fischer (Direktor München Klinik), OB Dieter Reiter und Ministerpräsident Markus Söder.

Die Corona-Lage in Deutschland spitzt sich immer mehr zu. Auch in München machen sich Politiker und Verantwortliche im Gesundheitswesen Gedanken.

  • In München stecken sich immer mehr Menschen mit dem Coronavirus an.
  • Doch sind die Einrichtungen der bayerischen Landeshauptstadt für eine große Zahl Patienten vorbereitet?
  • Führende Politiker sowie Verantwortliche in Kliniken und Seniorenheimen gaben ihre Einschätzung ab.

München - Das Coronavirus ist wieder auf dem Vormarsch. Bundesweit und auch in München. Gestern (8. Oktober) lag der ­Inzidenzwert innerhalb der Landeshauptstadt bei 36,45, also leicht über dem Warn-Wert. 131 Münchner haben sich neu infiziert. Was bedeuten diese Zahlen für die Stadt? Insbesondere für unsere Krankenhäuser und Altenheime? Wir haben uns umgehört – bei Oberbürgermeister Dieter Reiter, Gesundheitsministerin Melanie Huml, Ministerpräsident Markus Söder und etlichen städtischen Einrichtungen.

Corona-Lage in München: Ministerpräsident Söder warnt vor Gefährlichkeit des Virus

„Wir müssen uns weiterhin konsequent wappnen“, mahnte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bei der Grundsteinlegung des Erweiterungsbaus in Bogenhausen, der bis 2023 auf dem Gelände der München Klinik entstehen soll. Schließlich, so Söder, habe das Virus seine Gefährlichkeit bewiesen. Auf einen schwedischen Kurs umzuschwenken – und dabei täglich bis zu 70.000 Neuinfektionen zu riskieren, halte er für „ethisch nicht vertretbar“. „Mit Corona“, so Söder, „macht man keine Kompromisse!“ Stattdessen setzt er auf Kontrolle und Risiko-Reduktion. Denn: „Volle Krankenhäuser würden einen kompletten Kontrollverlust bedeuten.“ Und dazu dürfe es auf keinen Fall kommen.

„Wir müssen für weitere Notfälle gerüstet sein“

Melanie Huml, Gesundheitsministerin

Noch ist die Lage in München relativ entspannt, erklärt Dr. Axel Fischer, Chef der München Klinik. Im Moment seien in seinen Häusern lediglich 20 Covid-Patienten in Behandlung. Zum Vergleich: „Zu Hochzeiten im April waren es zehnmal so viele.“ Für eine Entwarnung sei es derzeit aber noch zu früh. „Die vergangenen Wochen waren wahnsinnig lehrreich“, sagt Fischer. Noch wisse man zwar lange nicht alles über das Virus, aber „von Tag zu Tag ein bisschen mehr“.

Corona-Lage in München: Kliniken sind gut vorbereitet

In den Kliniken der LMU (Großhadern & Innenstadt) wurden seit Februar 284 Covid-Patienten behandelt. Aktuell sind es sieben – davon vier auf der Intensivstation. Die Zahl der Corona-Betten, erklärt eine Sprecherin, könne „jederzeit kurzfristig angepasst werden“. So auch im rechts der Isar (TU). Derzeit werden hier drei Covid-Patienten behandelt – zwei auf Intensiv.

„Noch ist es zu früh für eine Entwarnung“

Dieter Reiter, Oberbürgermeister München

Auch die Münchner Seniorenheime sind gewappnet. Münchenstift beispielsweise setzt auf Reihen-Testungen – alle vier Wochen, wie Geschäftsführer Siegfried Benker erklärt. Außerdem sei nach wie vor immer nur ein Besucher gleichzeitig zugelassen.

Die aktuelle Corona-Lage in München erfahren Sie in unserem News-Ticker. Diese Corona-Regeln gelten bis kommende Woche in München.

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