Auftritts- und Ausstellungsmöglichkeiten

Kultur in Corona-Zeiten: Grünes Licht für Winter-Kulturstrand - Eine Bedingung gibt es jedoch

Gute Chancen für eine Verlängerung hat der Kulturstrand an der Corneliusbrücke.
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Gute Chancen für eine Verlängerung hat der Kulturstrand an der Corneliusbrücke.

Um durch die Pandemie und den Winter zu kommen, gibt es für Künstler verschiedene Angebote in der Stadt. Nun wollen SPD und Grüne die freie Szene mehr unterstützen.

  • Die Kultur wurde auch in München* aufgrund der Corona-Pandemie heruntergefahren.
  • Künstler finden jedoch immer wieder Wege das kulturelle Leben zu bereichern.
  • Stadtrat gibt sein OK für den Winter-Kulturstrand (Update vom 17. November, 18.15 Uhr).

Update vom 17. November, 18.15 Uhr: Auf der Corneliusbrücke könnte es einen sechswöchigen Winter-Kulturstrand geben. Eine Stadtratsmehrheit von Grünen, SPD und Linke/Die Partei hat am Dienstag den veranstaltenden Urbanauten diese Möglichkeit eingeräumt. CSU, ÖDP und Bayernpartei stimmten dagegen.

Allerdings ist diese Zusage von der Entwicklung des Corona-Infektionsgeschehens abhängig. Stand jetzt wäre der Kulturstrand untersagt. Nur falls die Gastronomie im Dezember wieder öffnen darf, würde auch für den Winterstrand eine Genehmigung ausgesprochen werden. Beantragt wurde die Veranstaltung für den Zeitraum vom 28. November bis 9. Januar.

CSU-Stadtrat Thomas Schmid kritisierte die Ausnahmegenehmigung für Benjamin David und seine Urbanauten als „Ungleichbehandlung“ gegenüber den Betreibern der Christkindlmärkte und anderen Veranstaltern, denen diese Option nicht zugestanden werde. Eine Auffassung, die auch Tobias Ruff (ÖDP) und Richard Progl (Bayernpartei) vertraten.

Dominik Krause (Grüne) und Christian Vorländer (SPD) sprachen hingegen von einer Sondersituation, die mit gastronomischen Betrieben vergleichbar sei. Vorländer räumte indes ein, er gehe davon aus, dass der Kulturstrand aufgrund des hohen Inzidenzwerts nicht werde stattfinden können.

Laut Kreisverwaltungsreferent Thomas Böhle (SPD) bliebe für den Winter-Kulturstrand allerdings – anders als bei den Christkindlmärkten – noch ein zeitliches Hintertürchen. Sollte sich nämlich die Corona-Lage im Januar oder Februar bessern, könnte die Veranstaltung auf der Bastion der Corneliusbrücke theoretisch verschoben werden. Denn Winter wäre dann ja immer noch.

Kunst und Kultur auch in Corona-Zeiten in München

Erstmeldung vom 16. November 2020:

München - Corona setzt den Kunstschaffenden arg zu, Möglichkeiten für Auftritte sind überschaubar. SPD und Grüne im Münchner Stadtrat fordern daher zusätzliches Geld für die freie Szene, die es in der Corona-Pandemie ganz besonders hart treffe. Und auch für Bars und Clubs sollen neue Perspektiven geschaffen werden. SPD-Stadträtin Julia Schönfeld-Knor sagte dazu: „Kunst und Kultur bereichern das Leben in unserer Stadt ganz wesentlich. In engem Kontakt mit den Künstlern und Kulturschaffenden haben wir ein Konzept erarbeitet, wie sie besser durch die Pandemie kommen.“

Corona und Kultur: SPD bringt Hygienesiegel für kulturelle Einrichtungen ins Spiel

Perspektivisch werde sich die SPD/Volt-Fraktion dafür einsetzen, dass Modellversuche nicht nur in Opernhäusern, sondern auch in Bars und Clubs zugelassen werden, heißt es in einer Pressemitteilung. Zudem müssten die pauschalen Besucherzahlen bei Veranstaltungen weg. Vielmehr sollte individuell unter Einhaltung der Infektionsschutzmaßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus* aufgrund der Örtlichkeit und in Zusammenarbeit mit den Veranstaltern entschieden werden. Nach Vorstellung der SPD sind auch mehr Zwischennutzungen wünschenswert, um so Auftritts- und Ausstellungsmöglichkeiten zu schaffen. Ein neues und einheitliches Hygienesiegel soll Vertrauen bringen, wenn kulturelle Einrichtungen wieder öffnen dürfen.

Auch Benjamin David und Jürgen Reiter sahen die Not der Künstler, als im Mai der erste Lockdown kam. Sie haben daraufhin den „Kulturlieferdienst“ ins Leben gerufen. Dabei handelt es sich streng genommen um eine Demonstration, die immer wieder vom Kreisverwaltungsreferat (KVR) genehmigt werden muss. Aber zwischen den Reden gibt es Musik und Kreatives. Und Demos sind ja nach wie vor erlaubt. Also entstand eine Bühne für die Kultur im öffentlichen Raum. David und Reiter wollen das erfolgreiche Format auch weiter anbieten, wenn die Temperaturen nach unten gehen. Die nächsten Termine im Dezember stehen bereits. „Heute haben wir das 71. Konzert gehabt“, sagte David am Sonntag. „Auf 71 Straßen quer durch die Stadt. Das war auch die Idee, wenn die ganzen Abstandsgebote gelten, dass wir die Straßen kurzerhand in Konzertsäle verwandeln.“

Am Samstag spielte Drumadama auf dem Hönigschmidplatz in Hadern im Zuge des Kulturlieferdientes.

Verfolgen Sie das Corona-Geschehen in München in unserem aktuellen News-Ticker*.

Corona und Kultur in München: Den Kulturstrand soll es auch im Winter geben

Weitergehen wird auch der Kulturstrand. Ende Oktober hatte die tz über Davids Plan berichtet, die Veranstaltung auch den Winter über anzubieten. Dafür braucht es allerdings das Votum des Stadtrates – das am Dienstag erfolgen soll. Grüne und SPD haben bereits Zustimmung signalisiert. Das Kreisverwaltungsreferat jedenfalls schlägt dem Stadtrat für sechs Wochen einen Winter-Kulturstrand vor.

An der Corneliusbrücke soll es bereits Ende November losgehen – wie beim Kulturstrand eben mit Livemusik auf einer Bühne. Die Flächen am Westufer können ebenfalls für Kulturschaffende und Besucher dienen. Das Veranstaltungsende würde von der Verwaltung auf 22 Uhr festgelegt. Für Wärme könnten mit Ökostrom betriebene Heizpilze* sorgen.

Die Genehmigung des Winterstrandes kann jederzeit widerrufen werden, falls das Pandemiegeschehen es erfordert. Überdies hat das Referat schon in Aussicht gestellt, den Winterstrand über den 9. Januar hinaus zu verlängern, wenn alles gut läuft. „Wir schaffen für Künstler eine Möglichkeit zu überwintern“, sagt David. *tz.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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