Kontrollen in ganz München

Nicht nur in Bus und S-Bahn: Kontrollaktion zur Maskenpflicht gestartet - jetzt drohen empfindliche Strafen

Das Bayerische Innenministerium ruft einen Aktionstag aus: An diesem Donnerstag finden verstärkt Mundschutz-Kontrollen statt - auch in München. Wer keinen trägt, muss zahlen.

  • In Bayern gilt seit Ende April wegen der Corona-Krise eine umfassende Mundschutzpflicht.
  • Ein Aktionstag mit zahlreichen Kontrollen soll Verweigerern nun ihr Fehlverhalten vor Augen führen.
  • Die MVG hat zur Einhaltung der Regeln in München schon einmal Bilanz gezogen.

München - Seit dreieinhalb Monaten gilt im Freistaat: Wer sich in bestimmten Bereichen aufhält und auf andere Menschen trifft, hat einen Mundschutz* zu tragen. Zum Beispiel in Geschäften, beim Friseur, im Bus oder beim Gottesdienst. Die allermeisten Menschen halten sich daran, aber eben nicht alle.

Deshalb hat Innenminister Joachim Herrmann (CSU) diesen Donnerstag zum bayernweiten Aktionstag erklärt. Von 7 bis 22 Uhr kontrolliert die Polizei verstärkt im öffentlichen Nahverkehr, in München also in U- und S-Bahnen, Bussen und Trambahnen. Auch dort gilt die Maskenpflicht, die Ministerpräsident Markus Söder (CSU) im Zuge der Corona-Pandemie* und basierend auf dem Infektionsschutzgesetz am 27. April ausgerufen hat - Bußgeldauflagen inklusive.

Es gilt nach wie vor: Wer sich nicht daran hält, Mund und Nase zu bedecken, wird mit bis zu 150 Euro zur Kasse gebeten. Teuer wird’s für Geschäftsleute: Sie haben dafür Sorge zu tragen, dass ihr Personal eine Mund-Nasen-Bedeckung trägt. Ein Verstoß kann mit 5000 Euro geahndet werden. Bußgelder treibt in München* das Kreisverwaltungsreferat ein.

Wie es seitens der Behörde heißt, hat es wegen Corona-Vergehen in den vergangenen Monaten insgesamt 9400 Ordnungswidrigkeitsanzeigen gegeben. „Verstöße gegen die Maskenpflicht sind hier nur ein Aspekt von vielen“, erklärt KVR-Sprecher Johannes Mayer. Sie machen 355 Fälle aus. Viel größer ist Mayer zufolge die Zahl anderer Vergehen. Zum Beispiel Treffen mit Freunden, die zu Zeiten des Lockdowns verboten waren (mittlerweile aber wieder erlaubt sind).

Bestand hat in all den Corona-Monaten die Maskenpflicht, die in Bayern für Erwachsene und Kinder ab dem sechsten Lebensjahr gilt. Die Erfahrung der vergangenen Monate hat laut MVG gezeigt: In Bus, Tram und U-Bahn ist die Bereitschaft, Maske zu tragen, bei den Kunden gegeben: „Nach unserer Beobachtung ist die Disziplin weiter hoch“, erklärt Sprecher Matthias Korte. „Die weit überwiegende Mehrzahl bedeckt Mund und Nase, in den Fahrzeugen tun das neun von zehn Fahrgästen.“

Er unterstreicht, dass die MVG „auf allen erdenklichen Wegen“ an die Maskenpflicht erinnere: mit Durchsagen, Aufklebern, Plakatkampagnen und Tickertexten an den Stationen. Die Mitarbeiter überwachen die Einhaltung stichprobenartig. „Uneinsichtige Fahrgäste werden von der Beförderungspflicht ausgeschlossen.“ Gleiches gilt in Zügen der Deutschen Bahn. Ein Sprecher des Unternehmens betont: „Wenn eine sehr kleine Minderheit geltende Regeln missachtet, ist dies für uns nicht hinnehmbar.“

Jagd auf die Masken-Muffel: Polizisten kontrollieren die Mundschutzpflicht am Münchner Hauptbahnhof.

Kunden, die Züge verlassen müssen, werden von Beamten der Bundespolizei in Empfang genommen. Sie ist für den Haupt- und Ostbahnhof sowie die Bahnhöfe im S-Bahnnetz zuständig - und während der Pandemie mit zusätzlicher Arbeit konfrontiert: Die Beamten, zu denen 300 in München gehören, werden bei Corona-Problemen in Zügen und auf den Bahnsteigen gerufen.

Hinzu kommt, dass die Gesetzeshüter es mit sehr vielen Menschen zu tun haben. Laut Sprecher Wolfgang Hauner passieren rund 450.000 Münchner und Auswärtige jeden Tag den Hauptbahnhof*. Wer keine Maske trägt, wird angehalten. Zahlen, wie oft das notwendig war, gibt es nicht. An dem Aktionstag sind die Bundespolizisten nicht beteiligt.

Im Gegensatz zu den Landespolizisten, die die Maskenmuffel ins Visier nehmen. Bislang wurden wegen Verstößen gegen die Corona-Vorschriften laut Präsidium 475 Anzeigen diesbezüglich erstattet.

Nicht überall läuft es auch in Gastro und Gewerbe rund. Der Außendienst der KVR-Bezirksinspektionen hat seit Ausbruch der Pandemie 8500 Betriebe routinemäßig kontrolliert. 73 Bußgeldverfahren wurden wegen Corona-Verstößen eingeleitet. Im Einzelhandel hat die Gewerbeüberwachung 500 Betriebe überprüft. „Es fanden rund 200 Beratungsgespräche statt.“ Auf 99 Einzelhändler kommt ein Bußgeld zu. Grundsätzlich gebe es aber „nach wie vor eine hohe Regeltreue“. Und Einsichtsbereitschaft. In der Gastro und dem Handel. (Nadja Hoffmann) *(Merkur.de und tz.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks)

Bayerns Wirtschaftsminister hat sich in einem Zeitungsinterview für die Einführung eines verpflichtenden sozialen Jahres für alles ausgesprochen. Man müsse aus der Corona-Krise die richtigen Schlüsse ziehen.

Rubriklistenbild: © Achim Frank Schmidt

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