Kritik an Verteilung

Stopp bei Erstimpfung: Tausende Münchner in der Warteschleife - Inzidenz sinkt weiter

Ein Schild am Straßenrand weist den Besuchern, die mit dem Auto anreisen, den Weg zum Impfzentrum, das in einer Halle der Messe Riem untergebracht ist.
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Ein Schild am Straßenrand weist den Besuchern, die mit dem Auto anreisen, den Weg zum Impfzentrum, das in einer Halle der Messe Riem untergebracht ist.

Nächste Hiobsbotschaft für die Stadt München: Die Erstimpfungen in der Messe Riem sind nun bis 27. Juni ausgesetzt. Dies gab Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek (SPD) bekannt.

München - Bereits seit 20. Mai werden in Riem fast ausschließlich Zweitimpfungen vorgenommen. Damit sind weiterhin hunderttausende Münchner in der Warteschleife, die sich über das Portal BayImco registriert haben. Die Stadt hatte das bayerische Gesundheitsministerium für die Strategie der Impfstoffverteilung kritisiert. Anzunehmen ist allerdings, dass viele Bürger mittlerweile den Weg zur Impfung über den Hausarzt gehen.

In München hat bisher ein Viertel der Bevölkerung ab zwölf Jahren den kompletten Corona*-Impfschutz erhalten, knapp die Hälfte der Einwohner ab zwölf Jahren wurde zumindest die erste Spritze gesetzt. Die Gesamtzahl der Impfungen in der Landeshauptstadt nähert sich der Millionen-Marke an. Stand Dienstag lag diese Zahl bei 973.629. Einen großen Anteil daran haben inzwischen die Hausärzte. Dort wurden bisher 259 261 Erst- und 76 132 Zweitimpfungen verabreicht.

Corona-Infektionslage in München entspannt sich: Inzidenz unter 20

Insgesamt entspannt sich die Infektionslage in München*. Am Dienstag sank die 7-Tage-Inzidenz unter 20 auf 18,8. Auf den Normalstationen der Münchner Krankenhäuser wurden – Stand Mittwoch – 41 Corona-Patienten behandelt. So wenige waren es zuletzt Anfang Oktober. Aber: Die Anzahl der Intensivpatienten sinkt nicht signifikant und pendelt sich seit Wochen zwischen 70 und 80 ein. Der Leiter des städtischen Krisenstabs, Wolfgang Schäuble, sagte am Dienstag: „Dies bereitet den Kliniken Sorgen.“ Grund für diese Entwicklung sei, dass die Patienten auf der Intensivstationen jünger sind und dort länger verweilen. „Bis zu einem Vierteljahr“, wie Schäuble sagte. Es seien viele Menschen im Alter zwischen 50 und 70 Jahren mit „robusterer“ Verfassung betroffen. Zuvor belegten vor allem ältere Menschen die Corona-Intensivbetten.

Ärger bereitet der Stadt die zunehmende Unzuverlässigkeit einiger Betreiber von Teststationen. 23 Teststellen wurde mittlerweile der Betrieb untersagt. In München gibt es aktuell 231 Schnellteststationen von 101 verschiedenen Betreibern. (KLAUS VICK) - *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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