Schwere Schäden

Corona-Infektion wirft sportlichen Münchner (29) völlig aus der Bahn - nun ist er auf Rollator angewiesen

Ein Mann schiebt einen Rollator durch einen Gang. Zu sehen sind seine Füße in Sandalen.
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Nach einer Infektion mit dem Coronavirus ist ein 29 Jahre alter Münchner auf den Rollator angewiesen (Symbolbild).

Ein 29-jährigen Münchner infiziert sich mit dem Coronavirus - und obwohl er keine Vorerkrankungen hat, trifft ihn Covid-19 schwer. Heute braucht er einen Rollator.

  • Ein 29 Jahre alter Münchner infizierte sich im März mit dem Coronavirus.
  • Wie schlimm ihn Covid-19 treffen würde, konnte sich damals niemand ausmalen.
  • Heute ist er auf einen Rollator angewiesen.

München - Schwer an Covid-19 erkranken vor allem ältere Menschen und Risikopatienten? Dass das Coronavirus* auch bei jungen Menschen schlimme Schäden verursachen kann, zeigt die Geschichte eines 29-jährigen Münchners. Er ist seit seiner Infektion auf einen Rollator angewiesen.

Bei dem 29 Jahre alten Roberto R. aus München* handelte um einen sportlichen Mann, der weder rauchte, noch Vorerkrankungen hatte, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Vor der Coronavirus-Infektion stand der Ehemann und Vater von zwei Töchtern mitten im Leben. Er arbeitete als Geschäftsführer in einem italienischen Restaurant in Ingolstadt.

München: Coronavirus-Infektion wirft sportlichen Mann (29) völlig aus der Bahn - nun ist er auf Rollator angewiesen

Im Restaurant steckte er sich schließlich wohl auch mit dem Virus an. Viele seiner Gäste seien im März im Skiurlaub in Österreich gewesen, gab er gegenüber der Süddeutschen Zeitung (Artikel hinter Bezahlschranke) an. „Oh Gott, hoffentlich haben wir kein Corona*, ich hab nämlich Schnupfen“, sei im Restaurant noch gewitzelt worden.  

Mitte März musste er in die Klinik: Zunächst hatte er hohes Fieber, dann Atemnot. Behandelt wurde er im Schwabinger Krankenhaus, einem der Häuser der München Klinik. An die Zeit vom 26. März bis zum 4. Mai, die er dort verbrachte, kann er sich nicht erinnern, heißt es laut der Süddeutschen Zeitung weiter. Aufgrund des Besuchsverbots durfte seine Frau zunächst nicht in die Klinik kommen.

München: Durch Coronavirus-Infektion verliert Robert R. Gewicht und Muskeln - Nach Nierenschäden an der Dialyse

Durch die Covid-19-Erkrankung* veränderte sich Roberto R. vormals muskulöser Körper stark. Im Krankenhaus quoll er durch Wasser extrem auf - anschließend nahm er 13 Kilo ab und wurde ganz schmal. Doch nicht nur seine Muskeln bauten ab, auch die Organe von Roberto R. wurden stark geschädigt. Aufgrund von Nierenschäden war er der jüngste Patient der München Klinik, der an die Dialyse musste. Warum ihn das Coronavirus* so schwer mitnahm, können die Ärzte nicht beantworten. Im Januar hatte er eine Operation nach einem Leistenbruch. „Vielleicht war das Immunsystem noch nicht fit, und das Virus hat deshalb so viel Spaß gehabt“, erklärt er gegenüber der Süddeutschen Zeitung.

Roberto R.s Weg zur Genesung ist ein langer: In der Reha musste der dünne Mann im Rollstuhl zunächst wieder laufen lernen. Dass er heute mit einem Rollator laufen kann, sei laut Clemens Wendtner, Chefarzt der Infektiologie am Schwabinger Krankenhaus, ein „toller Erfolg“. Gewichte heben oder Autofahren - Dinge, die der Münchner früher gerne gemacht hatte - kann er noch nicht wieder. Seine Beine sind zu schwach, um beispielsweise das Bremspedal beim Autofahren zu drücken. Auch andere alltägliche Dinge, wie das Essen mit Messer und Gabel, fallen ihm schwer. Chefarzt Wendtner ist laut der Süddeutschen Zeitung allerdings davon überzeugt, dass sein 29-jähriger Patient wieder fit werden kann. Doch um sich zu erholen, brauchen seine Nerven und Muskeln wohl noch Zeit. (nema) (*tz.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks)

Im Video: Wo und bei wem tritt Corona in München am häufigsten auf?

Corona-News aus München im Ticker: Aktuell schnellt der R-Wert wieder über eine kritische Grenze - die Infektionszahlen sind auf dem höchsten Stand seit einigen Monaten.

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