Zuverlässigkeit von PCR-Tests

Studie zu Corona-Selbsttests: Klinikum rechts der Isar untersucht 58 Teilnehmer - positives Fazit

Coronavirus-Schnelltest: Corona-Selbsttests: Die Empfindlichkeit leidet ohne professionelle Entnahme.
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Corona-Selbsttests: Die Empfindlichkeit leidet ohne professionelle Entnahme.

Wie zuverlässig sind Corona-Selbsttests? Das Münchner Klinikum hat das mit 58 Probandinnen untersucht. Und zieht ein positives Ergebnis.

München - Das Ergebnis eines PCR-Tests auf das neue Coronavirus* ist auch dann zuverlässig, wenn Testpersonen den Rachenabstrich selbst vornehmen – das zeigt eine aktuelle Studie des Universitätsklinikums rechts der Isar, die im Fachjournal „Infection“ erschienen ist.

München: Studie zu Corona-Selbsttests am Klinikum rechts der Isar - „Verlust der Empfindlichkeit akzeptabel“

Für die Untersuchung hatten 58 Teilnehmer je zwei Mundrachen-Abstriche an sich selbst durchgeführt, die im Abstand von 48 Stunden zur Diagnostik versendet wurden. Zum Vergleich wurde bei allen zusätzlich je ein Rachen-Abstrich durch medizinisches Personal vorgenommen. Das Ergebnis: Die Sensitivität der Tests war mit 78 Prozent beim ersten und 77 Prozent beim zweiten Selbst-Abstrich kaum geringer als bei einem Test durch geschultes Personal.

Die Studie zeige zwar, dass die Empfindlichkeit der Sars-CoV-2-PCR-Diagnostik bei einem selbst entnommenen Abstrich geringer sei als bei einem Abstrich durch medizinisches Personal, sagt Dr. Christoph Spinner, Infektiologe und Pandemiebeauftragter des Klinikums. „In vielen Situationen ist dieser Verlust an Empfindlichkeit aber akzeptabel.“ Lasse man Probanden nicht nur einen, sondern zwei Rachen-Abstriche entnehmen, sei die Sensitivität im Vergleich zum Abstrich durch medizinisches Personal sogar fast vergleichbar.

Corona-Selbsttests: Qualität der Entnahme ist entscheidend - Studie aus München bestätigt Theorie

Das Hauptproblem liege in der Qualität der Entnahme. „Dazu passt auch ganz gut, dass bei Probanden, die während des Selbst-Abstrichs keinen Würgereiz verspürten, die Viruslast häufiger niedriger war als beim Abstrich durch geschultes Personal.“ Dennoch erschienen entnommene Abstriche mit einer nur etwas geringeren Empfindlichkeit für die Praxis gut geeignet.

Geschultes Personal sei freilich unverzichtbar, wenn eine hohe Genauigkeit des Abstrichs erforderlich sei – etwa wenn ein Zertifikat über ein negatives Testergebnis benötigt werde. Alternativ könnte man über andere Wege nachdenken. So gibt es beispielsweise auch Apps, die die Abstrich-Entnahme begleiten und deren Qualität beurteilen können. (lö) Noch mehr Nachrichten aus München lesen Sie hier. *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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