Viele Traditionshäuser beteiligen sich

„Click & Collect“: Neues Shopping-System startet in München - diese Regeln müssen Geschäfte beachten

Die Münchnerin Alina Keller nutzte das neue „Click & Collect“-System.
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Die Münchnerin Alina Keller nutzte das neue „Click & Collect“-System.

Am 17. Dezember musste der Einzelhandel schließen. Seit Montag ist zumindest das Modell „Click & Collect“ nun auch in Bayern erlaubt. So lief der Start in München.

  • Wegen Corona* hat der Einzelhandel zu - auch in München*.
  • Doch ein neues Modell gibt den Händlern nun Anlass zur Hoffnung.
  • MIt „Click & Collect“ soll lokales Shopping wieder möglich werden. So war der Start in München.


München - Gemütlich durch die Fußgängerzone schlendern, von Laden zu Laden, und mit Muße durch die Angebote stöbern – wann diese Form des Einkaufens wieder möglich sein wird, steht in den Sternen. Doch seit 11. Januar gibt es immerhin auch in Bayern eine andere Art des Einkaufens: „Click & Collect“. Hierbei bestellt der Kunde online oder telefonisch die gewünschte Ware, muss diese aber nicht teuer liefern lassen, sondern kann sie selbst im Geschäft abholen.

Der 40-jährige Markus Bähr war besonders schnell: Bereits am am Sonntag hat er bei Sport Schuster bestellt, am Montag konnte er seine Grödeln, also Schnee-Spikes für die Schuhe, gleich abholen. „Ich hatte am Sonntag zufällig im Internet geschaut, ob Sport Schuster das Modell anbietet“, berichtet der Münchner. Denn tagsüber war ihm eine seiner Grödeln kaputt gegangen. „Ich finde es klasse, dass das jetzt geht“, so Bähr. „Denn ich kaufe lieber hier ein, als es einfach nur im Internet zu bestellen.“

Hoffnung für die Händler in München: „Es kommen wirklich viele Kunden“

Genau das ist die Hoffnung der Händler. „Es kommen wirklich viele Kunden“, erzählt Storemanager Tobias Zipfler von Sport Schuster am Marienplatz. „Das Telefon steht nicht mehr still.“ Besonders Ware, die schnell gebraucht wird und zusätzlich etwas unhandlich zu verschicken ist, wie beispielsweise Schlitten und Langlaufski, sind hier gefragt. Um die 50 Abholungen hatte Sport Schuster am Montag.

„Das Ganze ist für den Handel ein kleiner, guter Tropfen auf einen sehr heißen Stein“, sagt Wolfgang Fischer vom Innenstadt-Handelsverein City Partner. Daher haben sich auch viele Geschäfte entschieden, Click & Collect anzubieten, etwa die Modehäuser Konen und Hirmer, Jeans Kaltenbach, das Traditionshaus Kustermann, Radspieler, und das Messerfachgeschäft Hans Nahr im Ruffinihaus.

Auch Bücher kann man nun bestellen und abholen, unter anderem bei Hugendubel am Stachus und in der Sendlinger Buchhandlung an der Daiserstraße 2. „Ich freue mich wirklich sehr darauf, endlich wieder mit unseren Kunden in Kontakt zu kommen“, erzählt Lola Schuster-Wolf, Filialleiterin von Hugendubel am Stachus. „Auch wenn es etwas anderes ist als sonst.“

„Die endgültigen Regeln wurden erst am Sonntag mitgeteilt“

Unter welchen Bedingungen die Geschäfte ihren Kunden den Service anbieten können, war lange unklar. „Die endgültigen Regeln wurden erst am Sonntag mitgeteilt“, so Fischer. Das Wichtigste: Kunden und Mitarbeiter müssen FFP2-Masken tragen. Außerdem darf der Kunde für die Übergabe nicht ins Geschäft kommen. Um Ansammlungen und Schlangenbildung zu vermeiden, gibt es in vielen Geschäften gestaffelte Zeitfenster.

Wie beim Hagebaumarkt an der Hofmannstraße 10 in Sendling. Hier bekommt jeder Kunde ein zehnminütiges Zeitfenster, um die Ware abzuholen. Wo sich sonst Kundenschlangen an den Kassen bilden, stehen nun Einkaufswägen mit vorbereiteten Bestellungen zur Abholung bereit. Die 23-jährige Alina Keller holte sich am Montag einen neuen Duschvorhang. „Ich habe das Click-&-Collect-Angebot schon im ersten Lockdown genutzt“, sagt sie.

München: Auch bei den Baumärkten Toom und Bauhaus ist die Abholung möglich

„Ich finde es klasse.“ Auch bei den Baumärkten Toom und Bauhaus sowie den Möbelhäusern Höffner, Segmüller und Ikea ist die Abholung am Geschäft möglich. Beim Münchner Möbelhaus Kare gibt es sogar noch einen besonderen Service: einen virtuellen Rundgang inklusive Beratung per Videoanruf. „Das wird sehr gut angenommen“, erklärt eine Sprecherin.

Doch es gibt auch Geschäfte, die sich bewusst gegen das Konzept entscheiden, etwa das Münchner Traditionshaus Schuh Tretter. „Für uns wäre die Umsetzung zu kompliziert und würde dem Kunden keinen Nutzen bringen“, erklärt Gregor Tretter. Schließlich müsse man beim Schuhkauf verschiedene Größen und Modelle anprobieren. Das funktioniere im firmeneigenen Onlineshop viel besser. - VON LISA-MARIE BIRNBECK UND ACHIM SCHMIDT - *tz.de ist Teil des Ippen-Netzwerks.

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