Überseetourismus kommt fast vollständig zum Erliegen

Tourismus in München bricht wegen Corona ein: „Die Zahlen sind dramatisch“

Die Corona-Pandemie hat erwartbar gravierende Auswirkungen auf den Tourismus in München. Das bestätigen nun auch die Zahlen der Verwaltung.

  • Die Corona-Pandemie* hat erwartbar gravierende Auswirkungen auf den Tourismus in München. Das bestätigen nun auch die Zahlen der Verwaltung.
  • Ankünfte und Übernachtungen gingen um fast 60 Prozent bzw. 56 Prozent zurück.
  • Die Branche werde erheblich geschwächt, erklärt Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner (CSU).

München* - Die Corona-Pandemie hat erwartbar gravierende Auswirkungen auf den Tourismus in München. Das bestätigen nun auch die Zahlen der Verwaltung. Demnach sind von Januar bis Juni lediglich 1,63 Millionen Ankünfte und 3,62 Millionen Übernachtungen in der bayerischen Landeshauptstadt gezählt worden. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 4,02 Millionen Ankünfte und und 8,29 Millionen Übernachtungen. Damit verzeichnet München einen Rückgang von 59,3 Prozent bei den Ankünften und 56,4 Prozent bei den Übernachtungen.

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„Die Verluste sind erheblich und schwächen eine Branche mit vielen Arbeitsplätzen“

Vor dem Lockdown, von Januar bis Mitte März, war das Reiseaufkommen relativ normal. An den Werten für Juni lässt sich laut Wirtschaftsreferat erkennen, dass dass sich der Inlandsmarkt erst allmählich wiederbelebt. Demnach verzeichnet die Stadt insgesamt ein Minus von 76,9 Prozent bei den Ankünften und von 73,6 Prozent bei den Übernachtungen. „Die Zahlen sind dramatisch“, sagt Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner (CSU). „Die Verluste sind erheblich und schwächen eine Branche mit vielen Arbeitsplätzen.“

Nachgerade kämen zwar auch Touristen aus den europäischen Nachbarländern wieder zurück. Jedoch seien auch hier die Rückgänge beachtlich: Allein im Juni wurden 74,7 Prozent weniger Ankünfte aus Österreich (- 71,4 Prozent bei den Übernachtungen) und 77,3 Prozent weniger Ankünfte aus der Schweiz (minus 78,1 Prozent bei den Übernachtungen) verzeichnet. Noch weniger Reisende kommen bislang aus Frankreich (minus 88 Prozent Ankünfte, minus 87 Prozent Übernachtungen) nach München.

Coronavirus in München: Überseetourismus kommt fast vollständig zum Erliegen

Anhand der traditionell starken Quellmärkte wie Italien (minus 85,3 Prozent bei den Ankünften, minus 82,4 Prozent bei den Übernachtungen), Russland (minus 95,9 Prozent bei den Ankünften, minus 94,4 Prozent bei den Übernachtungen) und Spanien (minus 95 Prozent bei den Ankünften, minus 93,1 Prozent bei den Übernachtungen) werde ebenfalls deutlich, wie langsam sich das Reiseaufkommen erholt.

Fast vollständig zum Erliegen kam der Überseetourismus: Die Zahl der Ankünfte von Gästen aus den USA ging im Juni um 96,8 Prozent (minus 97,1 Prozent Übernachtungen) zurück. Aus den arabischen Golfstaaten kamen 97 Prozent (minus 96,3 Prozent bei den Übernachtungen), aus China 98,2 Prozent (minus 97,4 Prozent bei den Übernachtungen) weniger Gäste an die Isar. ska - *tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Der Sommer in der Stadt ist durchwachsen, und das liegt nicht nur am wechselhaften Wetter. Auch bei der gleichnamigen Wiesn-Ersatzaktion herrscht nicht überall eitel Sonnenschein. Ein Fazit zur Halbzeit.

Rubriklistenbild: © Peter Kneffel / picture alliance/dpa

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