Feinkost, Post, Christbäume

Lange Schlangen vor Supermärkten und Feinkostläden: Münchnern fehlt noch einiges vor den Feiertagen

Vier Feiertage am Stück und nur noch wenige Geschäfte offen: Lange Schlangen bilden sich vor Supermärkten und Feinkostläden der Stadt.

  • München* bereitet sich auf ein ganz besonderes Weihnachtsfest vor.
  • Wegen Corona* ist in diesem Jahr vieles anders als sonst. Die zweite Welle* trifft die Stadt hart.
  • Diese Besorgungen machen die Münchner noch vorm Fest - von Christbäumen bis zur Post.
  • Alle Corona-News aus München* lesen Sie immer live in unserem Ticker.

München - Eine lange Schlange zieht sich vor der Dallmayr-Fassade in der Dienerstraße entlang. Sie alle haben nur ein Ziel: Noch kurz vor dem Fest ein paar Schmankerl kaufen. So wie hier sieht es zwei Tage vor Heiligabend vielerorts aus. Viele Münchner wollen noch etwas für die Festtage besorgen oder auch Pakete verschicken. Neben dem Lockdown und den damit verschärften Umständen, fallen die Weihnachtsfeiertage heuer so, dass fast vier Tage lang die Supermärkte geschlossen haben. Das heißt: Viele wollen vor dem Fest die Vorratsschränke noch einmal auffüllen. Selbst die Christbäume werden in diesem Jahr knapp. Wir haben uns in der Stadt umgeschaut.

Die Münchner haben nur noch kurz Zeit, um sich vor den Feiertagen einzudecken.

Was die Münchener vor dem Fest noch besorgen: Lebensmittel

Eine herrliche Gans, geräucherter Lachs oder Pasteten – an Weihnachten wollen es sich viele Münchner kulinarisch gut gehen lassen! Das kann derzeit zu langen Schlangen vor den Supermärkten und Feinkostläden führen. „Man hat am heutigen Montagmorgen schon gemerkt, dass der Andrang größer wird“, sagt Robin Hertscheck, Leiter des Edekas in Neubiberg. Während der Ansturm am Wochenende noch im Rahmen blieb, erwartet er für die letzten Tage vor dem Heiligabend deutlich mehr Kunden – Schlangenbildung inklusive.

Viele Menschen wollen sich nach dem harten Jahr etwas gönnen. Beim Dallmayr ist die Nachfrage nach hochwertigen Delikatessen und Weinen groß, erklärt Sprecherin Sunny Randlkofer. Und es haben heuer so viele Kunden online bestellt, dass bereits seit dem 14. Dezember keine Bestellungen bis Weihnachten angenommen werden können. „Wir haben unsere Kapazitäten drastisch aufgestockt – doch die Nachfrage nach weihnachtlichen Produkten war extrem hoch“, so Randlkofer. Die Köstlichkeiten sind aber natürlich noch im Ladengeschäft zu haben.

Auch bei Feinkost Käfer ist es inzwischen für Lieferungen zum Fest zu spät.

Was die Münchener vor dem Fest noch besorgen: Post

Wer derzeit noch Weihnachtsgeschenke verschicken oder ein Paket abholen will, der muss oft vor allem eins mitbringen: Geduld! Lange Schlangen bildeten sich vor einigen Poststellen – wie oben im Bild in der Hans-Mielich-Straße (Giesing). Kein Wunder, schließlich kann heuer so manches Geschenk nicht persönlich übergeben werden. Von Ende November bis zu Weihnachten erwartet die Deutsche Post daher Spitzenwochen mit bis zu elf Millionen Sendungen am Tag. Zum Vergleich: Im Durchschnitt sind es sonst täglich „nur 5,2 Millionen“. Um diese Mengen zu schaffen, hat die Deutsche Post im Frühsommer 4000 neue Mitarbeiter eingestellt, im Oktober abermals 3000. Wer sein Weihnachtspaket noch nicht verschickt hat, der ist jetzt zu spät dran. Allerdings, wer noch eine Karte verschicken möchte, der sollte heute zum Briefkasten gehen – dann kommt sie pünktlich an!

Was die Münchener vor dem Fest noch besorgen: Christbäume

Wer jetzt noch einen Christbaum ergattern will, der muss sich sputen. Denn in München herrscht akute Baumknappheit. „So wenige Bäume hatten wir drei Tage vor Weihnachten noch nie“, sagt André Wolf, der auf der Theresienwiese Nordmanntannen und Co. verkauft. Gerade mal rund 30 Bäume kann man bei Christbaum Wolf noch kaufen, bei kleineren Ständen sind es oft nur noch fünf Stück.

Die Nachfrage nach Bäumen – im Corona-Jahr schießt sie durch die Decke! André Wolf erklärt sich das damit, dass heuer viele Deutsche das Fest in der Heimat verbringen und nicht wie sonst verreisen. Für manche scheint es sogar der erste Weihnachtsbaum zu sein. „Das merken wir daran, dass die Nachfrage an Baumständern deutlich gestiegen ist.“ Und dazu gehört schließlich auch der richtige Baum. „Wir haben in der Vorweihnachtszeit schon so viele verkauft wie sonst bis zum Heiligabend.“ Dafür war das Geschäft die vergangenen Tage etwas ruhiger, erklärt Wolf.

Dass sich nun viele Münchner wieder auf den alten Brauch besinnen, freut den Händler. „Das ist eine wirklich schöne Entwicklung“, meint André Wolf. Wer jetzt aber noch einen Baum sucht, darf nicht zu wählerisch sein. „Der eine ist ein bisserl zu breit, der andere zu buschig oder etwas schief.“ Ein Baum mit Charakter eben – passt ja auch zum Corona-Jahr.

Rubriklistenbild: © Matthias Balk/dpa

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