Corona-Krise macht sich bemerkbar

„Schlechtester Adventssamstag seit Jahrzehnten“: Münchner Händler schildern, wie hart sie Corona wirklich trifft

Menschen stehen in der Münchner Fußgängerzone Schlange vor einem Geschäft.
+
Lange Schlangen in der Fußgängerzone - doch der Eindruck trügt: Das Weihnachtsgeschäft läuft nicht gut.

Das Weihnachtsgeschäft läuft in der Münchner Innenstadt eher schleppend an. Am ersten Dezember-Samstag wurden weniger Kunden als je zuvor in der Vorweihnachtszeit gezählt.

München - Lange Schlangen haben sich am Samstag vor den Geschäften in der Kaufingerstraße gebildet. Kunde hinter Kunde reihte sich mit Abstand* und Maske* ein und wartete geduldig, bis das Ziel, die Eingangstür, erreicht war. Doch der Eindruck trügt. Denn in Corona-Zeiten* heißen lange Schlangen nicht, dass auch die Nachfrage dementsprechend groß ist. Im Gegenteil: „Es war der schlechteste Adventssamstag seit Jahrzehnten!“, erklärt Wolfgang Fischer, Chef der Vereinigung der Innenstadthändler City Partner.

Das zeigt sich drastisch beim Blick auf die Besucherzahlen. Während im vergangenen Jahr am zweiten Adventssamstag noch 176.000 Menschen in die Kaufingerstraße strömten, waren es diesen Samstag gerade mal 70.000 - das ist ein Minus von fast 60 Prozent! Der Grund für die Schlangen vor den Läden waren natürlich die Kundenbegrenzungen in den einzelnen Geschäften. Schließlich dürfen gerade bei großen Geschäften ab 800 Quadratmetern nur noch ein Kunde pro 20 Quadratmeter in den Laden. Die Bedingungen für den Handel hat Ministerpräsident Markus Söder in seiner Sondersitzung am Sonntag zwar nicht verschärft, jedoch soll das Einhalten der Kundenbegrenzung künftig noch strenger überwacht werden.

„Es sind wenige Besucher in der Stadt“: Wolfgang Fischer von City Partner schlägt Alarm.

Weihnachtsgeschäft in München: Viele Verbraucher kaufen über das Internet ein

Das Weihnachtsgeschäft 2020 - es will nicht so richtig in Schwung kommen. Der Handelsverband Bayern rechnete bereits mit einem Umsatzrückgang von 30 bis 45 Prozent. Schuld sind nicht nur die Corona-Maßnahmen*, sondern auch das florierende Online-Geschäft. Handelsverbands-Sprecher Bernd Ohlmann hatte schon öfter betont: Das Christkind kommt heuer übers Internet. Jeder fünfte Euro wird 2020 online ausgegeben, hatte der Sprecher bereits vor dem ersten Adventswochenende erklärt.

Wolfgang Fischer von City Partner hat einen Tipp für alle, die derzeit nicht in die Stadt zum Einkaufen wollen: „Viele lokale Händler haben inzwischen ein Onlineangebot“, sagt er. „Bestellt man da, unterstützt man sie trotzdem.“ Fischer zeigt sich trotz allem hoffnungsvoll für die kommenden Adventstage, ruft aber auch zur Vorsicht auf: „Gerade heuer muss man die Einkäufe verteilen und nicht bis zum 23. Dezember warten.“ (L. Birnbeck) *tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Video: Diese Weihnachtsgeschenke sollen Unglück bringen

Im Schnitt geben wir 330 Euro für Weihnachtsgeschenke aus

Trotz der Corona-Krise wollen die meisten Deutschen nicht an Weihnachtsgeschenken sparen: Im Schnitt wollen sie dafür 330 Euro ausgeben, etwa so viel wie im vergangenen Jahr, wie eine Umfrage der GfK in Nürnberg unter 1000 Bundesbürgern ergab. Auch in einer Umfrage von YouGov sagten sechs von zehn Befragten (57 Prozent), ihre Ausgaben für Weihnachten würden sich nicht verändern.

Die Geschenkeauswahl beeinflusst die Pandemie aber sehr wohl: Gutscheine, etwa für Reisen oder einen Restaurantbesuch, wollen natürlich die wenigsten verschenken. Spielzeug, Bücher und Lebensmittel werden bei vielen unterm Baum liegen.

Mehr zum Thema:

Kommentare