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Heftiger Unfall mit vier Autos: Audi überschlägt sich - Münchner Polizeipräsident verletzt

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Teilweise „gereizte Stimmung“

Corona-Betrieb auf den Münchner Wertstoffhöfen - Werkleiterin macht Ansage: „Wird so bleiben, bis...“

Die Corona-Krise verändert das Leben in München. Auch für die Fahrt auf den Wertstoffhof gelten nun besondere Regeln - die langsam nicht mehr alle einsehen wollen.

  • Das Coronavirusverändert das Leben der Menschen in München*.
  • Es gelten zahlreiche Sonderregelungen - auch an den Wertstoffhöfen der Stadt.
  • Sabine Schulz-Hammerl, 2. Werkleiterin Abfallwirtschaftsbetrieb München, äußert sich zu der Situation.

Update, 10. Mai, 16.20 Uhr: In Bayern sind erste Lockerungen der Corona-Maßnahmen in Kraft getreten - und auch die Menschen in München genießen es, wieder ohne „triftigen Grund“ das Haus verlassen zu können. Die letzten Wochen haben wohl viele Bürger auch dazu genutzt, im Garten zu arbeiten und zuhause auszumisten. Bei vielen stand daher eine Fahrt zum Wertstoffhof an. Den ersten „Run“ an Besuchern haben die Wertstoffhöfe, die nach einer Schließung seit dem 20. April wieder geöffnet haben, gut überstanden, teilt Sabine Schulz-Hammerl, Zweite Werkleiterin des Abfallwirtschaftsbetriebs München, mit. 

„Die Bürger haben sich vorbildlich verhalten - und tun dies auch immer noch. Bei dem einen oder anderen kommt langsam aber der Gedanke auf, das alles wieder seinen normalen Gang hat. Das ist aber leider noch nicht so“, so Schulz-Hammerl weiter. 

Corona in München: An Werkstoffhöfen gelten besondere Regeln - „Am besten Mundschutz tragen“

An den Wertstoffhöfen gelten weiterhin besondere Regeln. So müssen bestimmte Abstände eingehalten werden - es gibt deshalb Blockabfertigung. Die Anzahl der Fahrzeuge, die gleichzeitig in die Höfe fahren darf, ist begrenzt. „An den Containern sollen auch immer nur Einzelpersonen Dinge einwerfen. Am besten nur einzelne Kunden, die Mundschutz tragen“, erklärt Schulz-Hammerl. Zu Fuß sollten derzeit generell keine Abfälle hergebracht werden. 

Weiterhin gilt auch die Regel, dass die Anlieferung gestaffelt erfolgt. An geraden Kalendertagen dürfen nur Fahrzeuge anliefern, deren Kennzeichen auf eine gerade Ziffer endet. An ungeraden Kalendertagen nur Autos, deren Kennzeichen auf eine ungerade Ziffer endet. Schulz-Hammerl hat noch weitere Bitten und Anmerkungen: „Kinder und Begleitpersonen sollen im Auto bleiben. Damit unsere Mitarbeiter geschützt sind, kann wahrscheinlich niemand beim Ausräumen des Fahrzeugs helfen, da sonst die Abstandsregeln nicht eingehalten werden können.“ 

Zieht der Demo-Eklat in München Konsequenzen nach sich? Am Dienstagmittag will das bayerische Kabinett über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise informieren.

Coronavirus in München: Wie lange werden Maßnahmen auf den Wertstoffhöfen anhalten?

Die Zweite Werkleiterin geht davon aus, dass die Maßnahmen wohl noch eine Weile anhalten werden. „Sie werden wohl bleiben, bis wir einen sicheren Schutz vor Corona haben - solange, bis wir einen Impfstoff haben, vermutlich“, erklärt sie. Das könne wohl „bis ins nächste Jahr hinein“ andauern.

Frank Weinhold, Meister an den Wertstoffhöfen München, sieht die Lage ganz ähnlich. „Anfänglich war Verständnis da vonseiten der Anlieferer. Mittlerweile hat sich das doch etwas geändert - die Leute beschweren sich doch sehr oft über die Regelungen.“ Teilweise sei die Stimmung gereizt. 

Verständnis hat er für die Situation der Kunden. „Jeder will natürlich wieder in die Normalität zurück. Wenn die Kunden bis zu 45 Minuten warten müssen, um ihren Müll wegwerfen zu können, ist es schon auch verständlich.“ Empfehlungen kann er allerdings nicht wirklich geben - außer: „Nur wirklich notwendige Entsorgungsfahrten machen.“

Corona-Krise? Ansturm auf Münchner Wertstoffhof - „Haben keine Angst um uns“

Die Erstmeldung vom 19. März: 

München - Corona-Alarm in München. Die Stadt fährt herunter, Bars, Clubs, Geschäfte schließen, Betriebe schicken ihre Mitarbeiter nach Hause. Viele Münchner nutzen die unfreiwillige Auszeit, um zu Hause auszumisten. Die Folge: Etliche Bürger fahren jetzt zum Wertstoffhof.

Mittwochmittag in der Thalkirchner Straße: Sowohl von Norden als auch von Süden bildet sich eine lange Warteschlange von Autos, die die Kofferräume und Anhänger voll haben mit Grünschnitt, alten Kartons und ungeliebt gewordenen Möbelstücken.

München: Ansturm auf den Wertstoffhof 

Der Thalkirchner Wertstoffhof ist einer von sechs Recyclingstätten, die derzeit noch geöffnet sind. In Feldmoching (Lerchenstraße), Nymphenburg (Arnulfstraße), Steinhausen (Truderinger Straße), Perlach (Bayerwaldstraße), Sendling-Westpark (Tübinger Straße) und Allach (Am Neubruch) sind sie seit Dienstag bis vorerst geschlossen – einschließlich Samstag, 28. März. Damit es nicht zu einem Gedränge kommt, bei dem sich Viren leicht übertragen könnten, gibt es an den verbliebenen Wertstoffhöfen Blockabfertigung. Das heißt: lange warten.

Lange Warteschlangen vor dem Wertstoffhof in München.

Müllentsorgen in der Mittagspause

Lara (26) und Daniel B. aus Sendling gehen in ihrer Mittagspause auf den Wertstoffhof. Er macht gerade Homeoffice, sie arbeitet im Krankenhaus: „Wir gehen nur mit unserem Hund Gassi und nutzen die Gelegenheit, am Wertstoffhof vorbeizugehen. Wir haben keine Angst um uns, aber wir sind vorsichtig, weil wir keine anderen unwissend anstecken wollen.“

Benedikt K. ist mit dem Radl da: „Ich entsorge die Reste des Wahlkampfs, meine Wohnung war bis Sonntag die Wahlkampfzentrale der SPD in Obergiesing.“ Studentin Anne und Lehrer Max H. garteln, um zu Hause beschäftigt zu sein: „Wir wollten Erde kaufen, aber der Wertstoffhof verkauft gerade leider keine.“

Wertstoffhof: Benedikt ist mit dem Radl da.

Stadt München appelliert an Münchner

Beim Abfallwirtschaftsbetrieb der Stadt (AWM) ist man nicht begeistert über den Ansturm: „Die Münchner werden gebeten, nicht zwingend notwendige Entsorgungen auf Wertstoffhöfen auf einen späteren Zeitpunkt zu verlagern“ erklärte der AWM am Dienstag. Davon war am Mittwoch nichts zu spüren. „Wir halten die Hälfte der Wertstoffhöfe geöffnet, damit dringende Entsorgungen möglich sind“, so ein AWM-Sprecher. „Wir appellieren an die Menschen: Bitte begrenzen Sie sich dringend auf haushaltsübliche Mengen. Verschieben Sie den Besuch möglichst auf nach Ostern und schmeißen Sie keinen Sperrmüll in die Restmülltonnen.“ 

Die Menschansammlungen an den Wertstoffhöfen seien hinsichtlich der Coronavirus-Ausbreitung sehr kontraproduktiv.
Die Münchner Polizei hat am Mittwoch (18. März) damit begonnen, die ersten Verordnungen des Freistaats Bayern umzusetzen. So waren etwa im Englischen Garten Polizeiautos unterwegs, die mit Lautsprecher-Durchsagen auf die aktuelle Krisensituation aufmerksam gemacht haben: „Meiden Sie Versammlungen und halten sie einen Abstand von mindestens 1,5 Metern voneinander ein“, so die Polizei.
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Was seine Mutter mitbrachte, sorgt für Fremdscham bei einem Münchner.

Erst fuhr ein Mann (44) ohne Mund-Nasen-Bedeckung U-Bahn, dann zeigte er den Hitlergruß. Jetzt ermittelt die Polizei gegen ihn.

In München eskalierte eine S-Bahn-Kontrolle. Ein junger Mann, der keine Maske trug, wurde von mehreren Beamten kontrolliert. Dann traf er eine drastische Entscheidung.

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Rubriklistenbild: © Heinz Hollenberger

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