Auch mehr E-Ladesäulen soll es geben

Münchner CSU prescht bei Klima-Offensive voran: Partei fordert bis zu zehn neue Windräder für die Stadt

Windrad mit Arena-Blick: Wenn es nach der CSU geht, sollen viel mehr Windräder die Stadt mit Energie versorgen.
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Windrad mit Arena-Blick: Wenn es nach der CSU geht, sollen viel mehr Windräder die Stadt mit Energie versorgen.

Die CSU geht in die Klima-Offensive. In einem umfangreichen Antragspaket fordert die Stadtratsfraktion konkrete Maßnahmen für mehr Umweltschutz.

München - München* hat ehrgeizige Klimaziele. Das weiß man. Noch vor der Sommerpause hatte der Stadtrat beschlossen, dass pro Jahr zusätzlich 100 Millionen Euro in den Klimaschutz investiert werden sollen. Dies geschah auf Initiative der grün-roten Rathaus-Regierung – um die Klimaneutralität der gesamten Stadt bis zum Jahr 2035 zu erreichen.

Die CSU trug dieses Finanzpaket mit. Doch überzeugende Projekte habe die Koalition bisher nicht vorgestellt, sagte der CSU-Fraktionsvorsitzende Manuel Pretzl am Donnerstag bei einer Pressekonferenz. Von der Stadt waren zwar bereits Maßnahmen wie die Begrünung von Fassaden, neue Baumpflanzungen, der Ausbau der Photovoltaik oder die weitere Elektrifizierung der Busflotte angekündigt worden. Vieles davon sei jedoch „alter Wein in neuen Schläuchen“, sagte Pretzl.

Die CSU wird nun mit einem 22-teiligen Antragspaket selbst konkret. So kann sich die Fraktion in den nächsten Jahren bis zu zehn neue Windräder im näheren Umgriff der Stadt vorstellen. Aktuell gibt es nur zwei in Freimann. Als mögliche Standorte nannte Pretzl den Bereich entlang der A99, das Messegelände Ost und die städtischen Forste. Ungeachtet dessen sollten die Stadtwerke weiterhin Windkraftprojekte im Ausland unterstützen, stellte der Fraktionschef klar.

CSU: Anzahl der E-Ladesäulen muss mindestens verdoppelt werden

Eine Offensive fordert die CSU auch beim Ausbau von E-Ladesäulen für Autos. Die aktuelle Zahl von rund 3500 müsse bis zum Jahr 2025 mindestens verdoppelt werden. „Der Bedarf wird hier wegen der massiv steigenden Zahl von E-Fahrzeugen immer größer“, betonte der umweltpolitische Sprecher Sebastian Schall. Die CSU spricht sich ferner für eine Erhöhung des Biotopholzanteils in städtischen Wäldern aus. Überdies sollten mehr Waldflächen aus der Bewirtschaftung herausgenommen werden, um zur Verbesserung des Mikroklimas die CO2- und Wasserspeicher aufzufüllen.

Eher plakativ dürfte der Antrag zu verstehen sein, in einer Art Pilotprojekt in einem Stand am Rathaus oder auf dem Viktualienmarkt Obst und Gemüse zu verkaufen, das nicht der Norm entspricht und ansonsten weggeworfen worden wäre. „Warum nicht auch eine krumme Gurke verkaufen?“, sagte Schall.

Weitere Anträge beziehen sich auf mehr Holzbau bei städtischen Vorhaben, Förderprogramme für klimafreundliche Fassaden, Patenprojekte für Grünstreifen und den Bau neuer Photovoltaikanlagen. Letzteres verstärkt auf städtischen Flächen wie Lärmschutzwänden, Einhausungen, Parkplätzen oder Fahrbahnen. Auf Privatgebäuden sei die Realisierung häufig nicht so einfach, weil es dazu immer des Einverständnisses der Eigentümer bedürfe – oder auch des Denkmalschutzes, sagte Pretzl. Nach seiner Meinung lassen sich all diese Maßnahmen aus dem jährlichen 100-Millionen-Euro-Budget für den Klimaschutz finanzieren. „Das wird mehr als ausreichend sein.“ Auch weil mit Energiequellen wie Wind- oder Solarkraft ja sogar Geld verdient werden könne. Anlass für das Antragspaket war nach den Worten Pretzls die Klima-Offensive des Freistaats, die den Kommunen Möglichkeiten für umweltpolitische Fortschritte eröffne.

CSU: Die Devise muss lauten: „Bürger begeistern statt bevormunden“

An der Pressekonferenz nahm auch der CSU-Bundestagsabgeordnete Michael Kuffer teil, der sich in Sachen Klimaschutz für eine Angebots- und gegen eine „Verbotspolitik“ aussprach, um praktische Erfolge zu erzielen. Die Devise müsse lauten: „Bürger begeistern statt bevormunden.“ Wobei klar sei, dass es sich beim Klimaschutz um eine supranationale Aufgabe handele: „Wir müssen auch unsere europäischen Partner mitnehmen.“

Kritik übte Kuffer am seiner Ansicht nach schleppendem Ausbau des Münchner U-Bahnnetzes. Schuld daran sei die grün-rote Rathaus-Regierung. Auch beim Ausbau der E-Ladesäulen hinke München hinterher. Auf der Straße wiederum werde zu viel Verkehrsraum umverteilt, anstatt neue Radwege zu bauen, sagte der Parlamentarier. Kuffer kandidiert im Münchner Süden erneut für den Bundestag. - Klaus Vick -*tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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