Projekt gestorben

Das Flussbad geht baden - Die Mehrheit für ein Sommerbad in der Isar ist futsch

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Im vergangenen Sommer versprach Ministerpräsident Markus Söder (CSU) einen Zuschuss zum Flussbad. 

Mit einem Isarflussbad sollte es Münchnern und Besuchern ganz offiziell gestattet sein, nicht nur an, sondern auch in der Isar zu baden -  Sogar Bayerns Ministerpräsident Markus Söder zeigte sich begeistert von der Idee und sicherte finanzielle Unterstützung zu. Nun ist der Traum von der Bade-Oase geplatzt.

Skurrile Szenen im Stadtrat: Das Isarflussbad ist gestern beiläufig beerdigt worden. Denn die FDP verlässt die Riege der Befürworter. FDP-Chef Michael Mattar sagte: „Angesichts der rückläufigen Konjunktur werden wir künftig besser auf unsere Ressourcen achten müssen und diese gezielter verwenden. Ich lehne das Isarflussbad ab.“ Damit ist das Projekt faktisch gestorben, die vertiefte Untersuchung war seinerzeit nur knapp mit den Stimmen von CSU, Grünen und eben den Liberalen durchgegangen.

SPD-Stadträtin stellt Antrag gegen Isarflussbad

Das Bad war auf einer rund 650 Meter langen Strecke zwischen der Corneliusbrücke und dem „Wehr VI“ hinter der Ludwigsbrücke angedacht. Eine Machbarkeitsstudie hatte ergeben, dass dieser Bereich am geeignetsten für ein Flussbad wäre. Die Ausgestaltung des 19 Millionen Euro teuren Projektes ist noch offen und sollte in der vertieften Untersuchung geklärt werden.

In der Debatte im Planungsausschuss gestern ging es eigentlich auch zunächst um etwas anderes: um den Rahmenplan für die innerstädtische Isar. Wie berichtet, will die Stadt mehr Platz für Fußgänger und Radler schaffen. Die SPD hatte dazu einige Änderungsanträge gestellt. Stadträtin Bettina Messinger sagte gestern: „Uns gehen die Pläne nicht weit genug. Wenn man wirklich etwas gestalten will, dann brauchen wir Platz.“ In der Sitzung brachte die SPD zudem noch den Antrag ein, das Isarflussbad aus der Rahmenplanung herauszunehmen. „Das ist nicht das Richtige“, sagte Messinger. „Wir müssen nicht auf andere Städte schielen, wir haben eine Isar mit vielen Bademöglichkeiten.“ Besonders skurril: Lediglich die CSU stimmte gegen den Antrag. Auch die Grünen votierten dafür. Dabei habe es sich aber nicht um ein Versehen gehandelt, wie Fraktionschefin Katrin Habenschaden auf Anfrage mitteilte: „Wir sind nicht gegen das Flussbad. Wir holen das bei der Beschlussfassung im Plenum nach.“ Tatsächlich muss die Vollversammlung den Beschluss bestätigen. „Da hoffen wir auf eine Mehrheit, die vertiefte Untersuchung abzuwarten.“

FDP: Von Beginn an skeptisch gegenüber Isarflussbad

Nach dem Ausscheren der FDP dürfte sich das erledigt haben. Die Liberalen hatten der vertieften Untersuchung damals ohnehin nur unter Vorbehalt zugestimmt.

Die übrige Rahmenplanung der Isar ist derweil mehrheitsfähig, etwa könnte vor der Lukaskirche der Verkehr in Fahrtrichtung Süd auf eine Spur reduziert werden. Die CSU lehnt dies ab, ist aber überstimmt worden. Johann Sauerer (CSU) sagte: „Wir haben bereits bei der Entscheidung zur Ludwigsbrücke darauf hingewiesen, dass ein Sperren von Fahrspuren ein Dilemma ist.“ Zu viele Fragen seien offen: „Was genau passiert mit dem Verkehr, was heißt das für die umliegenden Straßen und für die Luftreinhaltung?“ 

Sascha Karowski

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