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Häuser in München: Hitzige Debatte - Wie hoch dürfen sie sein und wer soll darüber entscheiden?

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Von: Carmen Ick-Dietl

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Die Skyline von München könnte sich durch den Bau des Paketposthallen-Areals langfristig verändert werden. Der Stadtrat diskutiert die Entscheidung derzeit intensiv. © Peter Kneffel/dpa

Wird München zu einer Hochhaus-Stadt? Der Stadtrat debattiert aktuell die Bebauung des Paketpost-Areals intensiv.

München - Bei der Bebauung des Paketpost-Areals an der Friedenheimer Brücke geht es nicht nur um die Entwicklung eines Neubaugebiets und um die Nachnutzung der denkmalgeschützten Paketpost. Es geht auch um eine Grundsatzfrage: Soll sich München zu einer Hochhaus-Stadt entwickeln? Deshalb sei das Paketpost-Projekt so wichtig für die Stadtentwicklung, erklärte Brigitte Wolf (Linke) gestern im Planungsausschuss. „Es ist auch das erste Projekt, das den Hochhaus-Bescheid aushebelt.“ Die Präferenz der Mehrheit der 112 Bürgergutachter für die 155 Meter hohen Häuser sei nur deshalb zustande gekommen, weil der Zwischenstand der Masterplanung – „mit transparenten Hochhaustürmen, die sicher so nicht aussehen werden“ – präsentiert wurde, monierte Wolf. „Mit einer offenen Fragestellung wär das sicher nicht empfohlen worden.“

München: Bürgergutachten laut Dirk Höpner „in vielen Teilen manipuliert“

Dirk Höpner (München-Liste) kritisierte das Bürgergutachten heftig. Es sei nicht repräsentativ für München, „in vielen Teilen manipuliert“ und ohne Aussagekraft. Es würden vermutlich die teuersten Wohnungen und Büroflächen Deutschlands hier entstehen.

„Eine Frechheit, es geht nur ums Diskreditieren“, schimpfte Christian Müller (SPD). Das Gutachten habe natürlich nicht den Wert einer repräsentativen Befragung, aber das habe die Stadtratswahl angesichts der Wahlbeteiligung auch nicht. Man müsse einem Privatinvestor auch ein Angebot machen, damit er das Baudenkmal erhält, so Müller. Zudem könne hier schon auch jede Menge bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden. Von Wolkenkratzern könne nicht die Rede sein. „Wo hängen bei uns Wolken in 150 Metern Höhe?“ München dürfe mehr Modernität wagen, fand Müller.

Schicke Türme in München? Die Pläne für das Paketposthallen-Areal in Neuhausen sind schwer umstritten.
Schicke Türme in München? Die Pläne für das Paketposthallen-Areal in Neuhausen sind schwer umstritten. © LHM/Herzog de Meuron

München: Zwillingstürme könnten stadtweites Merkmal werden

Die Zwillingstürme könnten zum stadtweiten Merkmal werden, so Anna Hanusch (Grüne). Ein weiterer Wettbewerb würde das Projekt nur verzögern. Darüber will man noch mal gesondert beraten, ebenso über die Frage, ob der Bürgerentscheid von 2004 mit der Festlegung auf die 100-Meter-Obergrenze zeitlich inzwischen hinfällig ist oder nur durch ein neues Ratsbegehren aufgehoben werden kann. Darauf hatte sich die Regierungskoalition im Vorfeld bereits geeinigt.

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