Verantwortungslos oder legitim?

Defekte Radaranlage an der Lukaskirche wird nicht repariert - Schwerer Vorwurf gegen das KVR

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Außer Betrieb: Seit Wochen funktioniert der Blitzer an der Steinsdorfstraße nicht mehr. 

Der Blitzer an der Steinsdorfstraße neben der Lukaskirche ist ein Geisterblitzer – denn er ist defekt. Ein neuer Blitzer soll aber auch nicht kommen. Jetzt wurde das KVR der Verantwortungslosigkeit bezichtigt. 

München – Wenn eine Blitzanlage defekt ist, wird sie eben einfach repariert, sollte man meinen. Das dachte sich auch der Bezirksausschuss (BA) Altstadt-Lehel, als in der Sitzung im April ein Bürger darum bat, die Anlage an der Ampel Steinsdorfstraße vor der Lukaskirche zu reparieren. Die einstimmige Entscheidung damals: „Die Verwaltung wird aufgefordert, die Funktionsfähigkeit wieder herzustellen.“

Gesagt, nicht getan. Rund vier Wochen später traf ein Schreiben des Polizeipräsidiums München beim BA ein – das KVR hatte die Polizei damit beauftragt, das Anliegen zu beantworten. Darin heißt es wörtlich: „Die vorhandene Anlage ist defekt und kann mangels nicht mehr produzierter Ersatzteile nicht repariert werden“. Eine neue Anlage hält die Polizei allerdings für nicht erforderlich. Es habe seit Anfang 2018 in dem Bereich keinen Unfall gegeben, der auf eine überhöhte Geschwindigkeit oder das Überfahren einer roten Ampel zurückzuführen sei, heiße es in dem Brief.

Geisterblitzer in München: Empörung über das KVR

Das will der BA so nicht stehen lassen. Dort ist man stinksauer über die Antwort. „Das Kreisverwaltungsreferat hat sich hier einfach eine Antwort organisiert, um ein Argument gegen eine neue Anlage zu haben“, schimpft Vize-BA-Chef Wolfgang Püschel (SPD). Das sei ein völlig inakzeptabler Versuch, die Verantwortung von sich zu weisen. „Unverschämt“, „grotesk“ und „skandalös“ nennt Püschel die vorliegende Antwort.

Er mutmaßt, dass nur deswegen an der Lukaskirche keine schweren Unfälle passiert sind, weil der Blitzer als Abschreckung dient. In seiner Sitzung am 25. Juni beschloss der BA jetzt, dass unbedingt eine neue Anlage errichtet werden soll. Man werde in dieser Sache nicht nachgeben, betonte Püschel. Weigere sich die Verwaltung, würde eben ein Ortstermin veranlasst. 

Janina Singer 

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Sie tauchen immer öfter auf und führen zu wilden Spekulationen: blaue Säulen an deutschen Straßen. Sind das wirklich Blitzer? Jeder fünfte Bayer ist Temposünder - vor allem eine Altersgruppe rast häufig.

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