Demonstranten fordern „Freiheit Belarus“

Proteste gegen „Terrorist“: Über 100 Münchner gehen gegen Lukaschenko auf die Straße

Am Wochenende gingen wieder zahlreiche Münchner auf die Straße. Die einen demonstrierten gegen den belarussischen Machthaber Lukaschenko, die anderen für die Einhaltung der Menschenrechte.

München - Der Gärtnerplatz ist an diesem Tag voller weiß-rot gestreifter Flaggen – die Farben von Belarus. Menschen halten Schilder in die Höhe mit den Worten „Freiheit Belarus“ und „Stop Terror“. Auch das Konterfei des Präsidenten Alexander Lukaschenko ist zu sehen, darüber der Schriftzug „Terrorist“. Die Stimmung ist energiegeladen, es hallen Sprechgesänge über den Platz.

München: Belarus-Demo auf Gärtnerplatz - gegen Lukaschenko und für Einhaltung der Menschenrechte

Wie hier in München demonstrierten am Samstag Menschen in aller Welt für Belarus*. Auslöser ist der jüngste Vorfall, bei dem Lukaschenko eine Passagiermaschine zur Landung in Minsk zwingen ließ, um den darin sitzenden regierungskritischen Blogger Roman Protassewitsch und seine Freundin verhaften und inhaftieren zu können. Die EU reagierte mit Sanktionen.

Die Teilnehmer riefen „Lukaschenko Terrorist“.

„Wir sind hier, weil wir die Situation in unserem Heimatland einfach nicht mehr ertragen können“, sagt Natalia M., die in Belarus geboren wurde und die Demonstration mit organisiert hat. „Ich kann nicht einfach so tatenlos herumsitzen“, so die 28-Jährige. Sie habe noch Familie in der Heimat, für die sie sich Freiheit und Demokratie wünsche.

Auch der 28-jährige Damiano D. demonstriert an diesem Tag mit. „Das war ein inakzeptabler Angriff auf die Souveränität Litauens“, schimpft der Student.

Die weiß-rote Flagge von Belarus wehte am Samstag auch am Odeonsplatz, wo der Zug endete.

Belarus-Demonstartion in München: 120 Teilnehmer ziehen vom Gärtnerplatz zum Odeonsplatz

Vom Gärtnerplatz zogen die Demonstrierenden am Samstag bis zum Odeonsplatz. Rund 120 Menschen waren laut den Organisatoren gekommen, die Polizei spricht von rund 70. Es war nicht die erste Belarus-Demonstration. Bereits im Juni vergangenen Jahres, nachdem der Präsidentschaftskandidat Viktor Babariko verhaftet worden war, gingen Münchner auf die Straße, so wie die 32-jährige Christina Tolok. „Seitdem ich die letzte Parlamentswahl in Belarus verfolgt habe, engagiere ich mich mehr dafür“, sagt sie. Es sei gut, dass das Thema nun wieder mehr in den Fokus gerückt sei, ist sich die Münchnerin sicher.

„26 Jahre Diktatur sind mehr als genug“, findet Natalia, die die Demonstration der Belarussischen Gemeinschaft Razam e.V. mit organisiert hat. In München setzten sich inzwischen rund 500 Menschen für die Rechte der Bevölkerung in Belarus ein. Sie wollten es auch weiter tun, betont Natalia: „Wir sind ein Volk, eine Familie. Zhyve Belarus – lang lebe Belarus!“

Am Wochenende gab es in München weitere Demonstrationen, wie den Zug von Amnesty International am Samstag (siehe Kasten). Kritiker der Corona-Impfung zogen mit einem Autokorso durch die Stadt. Die Polizei zählte gut 40 Pkw und hatte lediglich zwei Verstöße gegen die Maskenpflicht zu beanstanden. Noch mehr Nachrichten aus München lesen Sie hier. *tz.de/muenchen ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

MARIE-THERES WANDINGER

Rubriklistenbild: © Achim Frank Schmidt

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