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Frauen marschieren in München für Menschenrechte: 400 Teilnehmer bei Iran-Demo 

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Der Demozug in München: Viele der Teilnehmer sind wegen des Regimes aus dem Iran geflohen.
Der Demozug in München: Viele der Teilnehmer sind wegen des Regimes aus dem Iran geflohen. © Markus Götzfried

Wie auch in weiteren deutschen und europäischen Großstädten wurde am Wochenende in München für Menschrechte im Iran und gegen das dortige Regime protestiert.

Um Punkt 13 Uhr setzt sich der Zug in sechs verschiedenen deutschen Städten in Bewegung. Auch München ist am Samstag, am Tag der Menschenrechte, beim Women’s March dabei: mit rund 400 Frauen und Männern, die im Schneegestöber vom Siegestor bis zum Odeonsplatz ihre Solidarität mit iranischen, afghanischen und kurdischen Frauen zeigen.

München: Schweigeminute für hingerichteten Iraner Mohsen Sheraki

Für den Iraner Mohsen Sheraki, der vergangene Woche hingerichtet wurde, findet am Anfang der Demo eine Schweigeminute statt. Veranstalterin Maryam Giyahchi sagt: „Universelle Menschenrechte sollten für alle gelten, es hängt aber davon ab, wo die Menschen geboren sind. Das kann nicht sein!“ Sie erzählt vom eigenem Erlebten, von Morddrohungen am Telefon, obwohl sie längst in Deutschland war.

Für alle am Odeonsplatz gibt es nur eine Lösung: die Revolution. Viele sind wegen des Regimes aus dem Iran geflohen. So auch Amal Atigheh (44), die mit drei Jahren mit ihren Eltern nach München gekommen ist. „Wir wollen, dass die Welt hinsieht. Es sind so mutige Menschen. Obwohl sie wissen, dass sie, wenn sie auf die Straße gehen, vielleicht nicht mehr zu ihren Familien zurückkehren.“

Habenschaden: „Es braucht Mut, aber auch unglaubliche Verzweiflung, um aufzustehen“

Eine Stimme unter vielen wollen Alex (42) und seine Freundin Asijeh (39) sein. „Ich war vor einigen Jahren im Iran und habe die Leute dort kennengelernt. Jeder, den ich gesprochen habe, wollte nichts mit dem Regime zu tun haben.“ Um die Umstände der Frauen unter einem islamischen Regime zu verstehen, sprechen auch betroffene afghanische und kurdische Frauen und erzählen ihre Erlebnisse.

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Auch die Münchner Stadtregierung möchte nicht tatenlos zusehen, wie die Zweite Bürgermeisterin Katrin Habenschaden (Grüne) sagt, die einen Redebeitrag hält. „Es braucht Mut, aber auch unglaubliche Verzweiflung, um aufzustehen, obwohl mit den schlimmsten Konsequenzen zu rechnen ist.“ Sie hofft, dass die Stimmen Münchens im Iran ankommen: „Sie sollen unsere Solidarität und Zuversicht spüren.“ M.-Th. Wandinger

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