DB in der Zwickmühle

Münchner fürchten Bahn-Projekt: Rasen bald unzählige Züge vor den Haustüren zahlreicher Anwohner?

Die Planungen der Bahn im Münchner Osten.
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Die Planungen der Bahn im Münchner Osten.

Es gibt Krach bei der Bahn-Planung in München – und zwar schon bevor die Züge rollen. Die Dagl­finger beziehungsweise Truderinger Kurve sowie die Truderinger Spange sorgen für Ärger.

  • Es gibt Krach bei der der Bahn-Planung in München – und zwar schon bevor die vielen Züge rollen.
  • Die Dagl­finger beziehungsweise Truderinger Kurve sowie die Truderinger Spange, die gerade geplant werden, sorgen für Ärger.
  • Die Variante, die die Bahn bauen möchte, bringt die Anwohner auf die Palme.

München - Es gibt Krach – und zwar schon bevor die vielen Züge rollen. Die Dagl­finger beziehungsweise Truderinger Kurve sowie die Truderinger Spange, die gerade geplant werden, sorgen für Ärger. Die Variante, die die Bahn bauen möchte, bringt die Anwohner auf die Palme. Für die Leute, die direkt an der Trasse wohnen, geht es darum, wie nah der Güterverkehr an ihren Wohnungen vorbeirauscht. Die Gleise, die hier entstehen sollen, sind für eine neue Trasse auf dem Weg zwischen den Mittelmeer-Häfen, dem Brenner-Basistunnel und Skandinavien gedacht. Und da herrscht viel Verkehr: Für die Strecke sind täglich bis zu 500 Güterzüge vorhergesagt, jeweils bis zu 750 Metern lang und bis zu 100 km/h schnell.

Nachdem der ursprüngliche Anwohnervorschlag abgelehnt wurde – mit Gleisen weiter weg von der Wohnbebauung –, fallen nun auch zwei davon abgeleitete Trassen-Varianten durch. Das zeigt eine Vorlage, die der Stadtrat am Mittwoch behandeln soll. Das größte Hindernis sei dabei die Kfz-Verwahrstelle an der Thomas-Hauser-Straße, hat Bayerns Bahnchef Klaus-Dieter Josel gegenüber Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) erklärt. Eine Verlegung des Polizei-Lagers für abgeschleppte Autos könne „die Inbetriebnahme der Strecken um bis zu zehn Jahre verzögern“.

Bahn-Chaos im Münchner Osten: „Vorgehen der Bahn ist nicht akzeptabel“

In dieser Sache gibt’s jetzt aber Gegenwind von Markus Blume, CSU-General­sekretär und örtlicher Landtagsabgeordneter. Er schimpft: „Das Vorgehen der Bahn ist nicht akzeptabel, ihre Amtsplanung einfach durchdrücken zu wollen. Die Deutsche Bahn hat nicht mal den Versuch unternommen, die örtlichen Anliegen umzusetzen und das Gespräch mit dem Freistaat zu suchen!“

Denn: Die Bahn scheint bezüglich der Kfz-Verwahrstelle nicht beim Freistaat (dem Besitzer) nachgefragt zu haben. Der zuständigen „Immobilien Freistaat Bayern“ liege aktuell keine Anfrage in der betreffenden Angelegenheit vor, sagt Geschäftsführer Dieter Knauer.

Die Münchner SPD fordert jetzt weitere Analysen. Es sollten endlich Planungen vorgelegt werden, die einer Millionenstadt würdig seien. Der Bau der Gleise funktioniere nur mit umfassendem Gesundheitsschutz für die Anwohner, sagt Stadtrat Andreas Schuster (SPD). - Carmen Ick-Dietl - *tz.de ist Teil des Ippen-Netzwerks.

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