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Post-Frust in München: Immense Verspätungen – „Ständige Ausrede zieht allmählich nicht mehr!“

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Frust am Briefkasten: Margarete Altmann bekommt keine Post.
Frust am Briefkasten: Margarete Altmann bekommt keine Post. © Marcus Schlaf

Der Gang zum Briefkasten endet allzu oft gleich: Ohne den gewünschten Ertrag. In München und ganz Deutschland kommen zur Zeit Briefe verspätet oder gar nicht an.

München - Eigentlich lohnt sich der Blick in den Briefkasten schon gar nicht mehr. Wieder nix drin, wie so oft – und Margarete Altmann hat langsam genug. Seit drei Monaten geht das hier in Hadern jetzt schon so, berichtet Altmann. Die Flaute im Briefkasten liegt nämlich nicht daran, dass ihr niemand schreiben würde – sondern daran, dass die Post Probleme bei der Zustellung hat.

Post-Ärger in ganz Deutschland: Allein im September 5000 Beschwerden registriert

Altmann berichtet: Ihre Briefe landen zuletzt häufig irgendwo in der Nachbarschaft oder kommen erst mit Riesen-Verspätung. „Derzeit wird die Post einmal, allerhöchstens zweimal pro Woche zugestellt und zum Teil falsch eingeworfen“, sagt die Münchnerin. Zuletzt wartete sie zum Beispiel zehn Tage auf einen Befund vom Arzt. Außerdem fehlten ihr sämtliche Rechnungen und Unterlagen von ihrer Krankenkasse.

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Die Rentnerin rief beim Kundenservice der Post an. Resultat: ein freundliches Gespräch, aber keine Besserung am Briefkasten. Das Problem: So wie Margarete Altmann geht es zurzeit vielen Leuten. In ganz München und in ganz Deutschland geht den Bürgern die Post ab, im ganz wörtlichen Sinne… Das ist auch bei der Bundesnetzagentur bekannt – dort laufen nämlich die Beschwerden all jener auf, die Probleme mit der Post haben.

Die Behörde bestätigt, dass sie in letzter Zeit besonders viel zu tun hat. Allein im September wurden knapp 5000 Beschwerden registriert. Zum Vergleich: Im kompletten Jahr 2021 wurden nur rund 15 100 Klagen aufgenommen. Die Beschwerden betreffen vor allem Briefsendungen, Pakete sind weniger davon betroffen. Die Vorwürfe richten sich damit vor allem gegen die Post, auf die immerhin 85 Prozent des Briefsegments entfallen.

Post-Frust in München: Frau verliert Geduld - „Ausrede von Personalmangel zieht allmählich nicht mehr“

Post-Sprecher Klaus Dieter-Nawrath erklärt die Probleme bei der Zustellung mit Personalmangel und Krankheits-Ausfällen. Aufgrund des hohen Krankenstands – vor allem auch Corona-bedingt – könne das Unternehmen nicht so arbeiten, wie es die Kunden und Kundinnen gewohnt sind. Die Post nehme aber jede einzelne Beschwerde ernst und versuche, den konkreten Fällen nachzugehen.

Das tut auch die Bundesnetzagentur: Sie hat allein im September zwölf sogenannte Prüfungen eingeleitet, um Mängeln bei der Zustellung auf den Grund zu gehen. Die Möglichkeiten der Behörde sind allerdings beschränkt. Sie kann lediglich schriftliche Mahnungen versenden, aber keine Sanktionen oder Ähnliches erlassen.

Margarete Altmann hilft das so oder so nicht weiter – sie hat die Geduld schon verloren. Die Münchnerin sagt: „Die ständige Ausrede von Personalmangel und Krankheitsausfällen zieht allmählich nicht mehr!“ VON MARIA GREIF

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