E-Bus, teurer Tunnel & Co.

Diese Verkehrsprojekte sollen München in die Zukunft führen

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München - München wird immer enger. Bei diesem altbekannten Problem gibt es Fortschritte und Rückschritte zu vermelden – etwa bei teuren Tunnels, rasenden Rikschas und batteriebetriebenen Bussen. Die Übersicht:

München wird immer enger: Immer mehr Einwohner und Pendler drängeln sich auf den Straßen und Schienen der Stadt. Das Problem ist erkannt, aber die großen Würfe lassen auf sich warten, manchmal über viele Jahre hinweg, siehe zweite S-Bahn-Stammstrecke. Doch es gibt Fortschritte und Rückschritte zu vermelden– bei teuren Tunnels, rasenden Rikschas und batteriebetriebenen Bussen. Die Übersicht:

Hier kommt der nächste Elektrobus

Nicht wundern: Die MVG erprobt einen neuen Elektrobus in der Stadt! Noch bis Donnerstag wird das Fahrzeug des niederländischen Herstellers Ebusco auf der Linie 100 (Hauptbahnhof Nord – Ostbahnhof) eingesetzt. Der Bus mit zwölf Metern Länge fährt rein elektrisch, die Reichweite einer Ladung soll 300 Kilometer betragen. Im Gegensatz zu den bisher getesteten Bussen läuft die Heizung mit Diesel unabhängig von der Batterie. Das probiert die MVG aus.

Zweite Stammstrecke: Kosten von bis zu drei Milliarden Euro

Ist das nun das Ende der zweiten S-Bahn-Stammstrecke – oder so etwas wie ein kleiner Durchbruch? Zum einen wird klar, dass die Röhre 2,8 bis drei Milliarden Euro kosten kann! Zum anderen lässt Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) erstmals wissen, dass auch der Bund mehr Geld zuschießen will. Auch wenn der Minister dafür in Bild einen höheren Zuschuss der Stadt verlangte, jubelt OB Dieter Reiter (SPD): „Ich freue mich über die Zusage von Bundesminister Dobrindt für die zweite Stammstrecke. Die Stadt hat eine freiwillige Mitfinanzierung zugesagt, dazu stehen wir auch weiter.“ Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) wertet Dobrindts Aussage pessimistischer: Das sei laut einer Sprecherin nicht die vom Freistaat geforderte verbindliche Zusage. Bislang sichert der Freistaat 1,3 Milliarden Euro zu, der Bund eine halbe Milliarde, die Bahn 133 Millionen und die Stadt schießt 147 Millionen bei, ohne zuständig zu sein. Das reicht für die alte Kalkulation mit Fertigstellung 2019, mittlerweile ist der Start im Jahr 2022 nicht mehr zu halten. Doch mit jedem Jahr steigen die Preise! Noch immer fehlt die Baugenehmigung des Eisenbahnbundesamts: Die wird jetzt bis Sommer erwartet. Wie die Kosten dann ausfallen?

Teurer Tunnel

Gibt’s den­ Tunnel an der Landshuter Allee nicht auch ein bissl billiger als die bislang bekannten 537 Millionen Euro? Schließlich könnte man ja auch an den heutigen 430 Meter langen Tunnel anbauen! FDP, Pirat und HUT im Stadtrat wollten das von Stadtbaurätin Elisabeth Merk wissen. Die aber lehnt ab: Zwar sei die Variante bislang noch nicht konkret untersucht worden, darum könnte auch keine mögliche Ersparnis beziffert werden. Aber grundsätzlich bestünden für die Autos an der Arnulfstraße zum Mittleren Ring „große Verbesserungsmöglichkeiten“, die beim Billig-Tunnel nicht gebaut werden könnten.

Sichere U-Bahn

Der Rentner Josep Busic (77, Foto) hat ihm das Leben gerettet. Doch das vom Bahnsteig an der Theresienwiese gestürzte Opfer ist schwerer verletzt, als zunächst angenommen: Der Slowene (31) erlitt mehrere Brüche am Becken und Schnitt- und Schürfwunden am ganzen Körper! Das Opfer hatte fast zwei Promille Alkohol im Blut. Busic und eine Helferin waren unter ­Lebensgefahr ins Gleis gestiegen: Die MVG weist ausdrücklich darauf hin, dass an jedem Bahnsteig zwei Notfallsäulen stehen. Wer dort den Nothalt zieht, stoppt den Zug. Dann schaltet sich das Betriebszentrum ein, um den Strom abzuschalten. Busic hatte sich in dem Hohlraum unter dem Bahnsteig gerettet. Die Aktion Münchner Fahrgäste forderte eine elektronische Gleisüberwachung.

Immer mehr Radl-Rikschas

Vor allem während der Wiesn geht es mit den Radl-Rikschas drunter und drüber – aber nicht nur da. Kein Wunder: Seit 2010 hat die Zahl laut KVR um 77 Prozent zugenommen! Die Zahl der Pedal-Taxler stieg von damals 133 auf zuletzt 235. Rikscha-Boom in der Stadt! Wobei nicht alle immer unterwegs sein müssen: Das KVR meldet auf CSU-Anfrage in schönstem Bürokratisch die „Ausnahmegenehmigungen vom Verbot der Mitnahme von Personen auf Fahrrädern“. Allerdings würden immer wieder Rikscha-Fahrer ohne Genehmigung erwischt. Die Preise seien nicht geregelt und liegen zwischen 28 und 35 Euro. Seit 2010 habe es 14 Unfälle gegeben. Die Fahrer müssen eine Art TÜV-Nachweis über ihr Fahrzeug haben.

David Costanzo

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