Nicht nur Polizisten verwickelt

Münchner Drogen-Skandal weitet sich aus: Löwenbräu-Wirt könnte Zulassung verlieren

Auch Ludwig Reinbold (r.) soll in den Münchner Polizeiskandal verwickelt gewesen sein.
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Auch Ludwig Reinbold (r.) soll in den Münchner Polizeiskandal verwickelt gewesen sein. Hier zu sehen mit seinem Bruder Mathias (l.) und seinem Vater Eduard auf der Wiesn. (Archivbild)

Der Kokain-Skandal trifft nicht nur die Polizei, seit ein Drogendealer ausgepackt hat. Seit Mittwoch ist auch bekannt, dass Ludwig Reinbold (34) darin verstrickt sein soll.

München - Nach Informationen unserer Zeitung soll auch Ludwig Reinbold zu den Kunden des Groß-Dealers gehört haben, vom Amtsgericht kassierte Ludwig Reinbold deshalb einen Strafbefehl über 100.000 Euro. Es ging um vier Gramm Kokain, die der Wirt Ende 2017 oder Anfang 2018 bestellt haben soll. Gegen den Strafbefehl hat er Widerspruch eingelegt, deshalb wird es wohl zum öffentlichen Prozess kommen.

Drogen-Skandal: Reinbold könnte seine Zulassung als Wirt verlieren

Mit der Anzahl von mehr als 90 Tagessätzen im Strafbefehl wäre Reinbold im Falle einer Verurteilung vorbestraft und würde seine Zulassung als Wirt verlieren. Mit dem Widerspruch wurde die Anklage nun öffentlich und München* noch ein bisschen mehr erschüttert, nachdem insgesamt schon 36 Polizisten im Fokus der Ermittlungen stehen.

Gefasst bleibt der Patron Edi Reinbold (79), der sich nach Anfrage unserer Zeitung telefonisch äußerte. Für ihn sei die Sache „uralt“, für die Öffentlichkeit ist sie aber völlig neu. Ob er seinem Sohn den Kopf gewaschen hat? „Ludwig ist erwachsen, ich kann nur beratend helfen, werde ihn aber unterstützen, wo es geht“, konstatiert der Vater, der zwar seinen Söhnen in seinen Unternehmen geschäftsführende Verantwortung übertragen hat, selbst aber weiter alle Zügel in der Hand hält.

Der Drogen-Skandal-Prozess hat begonnen (Video)

Drogen-Skandal: Big Boss Edi Reinbolb sagt, er hat „gute Anwälte“

Ludwig Reinbold war gestern für unsere Redaktion nicht zu erreichen. Sein Vater Edi Reinbold traf sich aber am Mittag mit ihm, um die Situation zu besprechen. „Ist doch klar, dass das alles sehr belastend für ihn ist, da muss ich ihn doch aufrichten“, so der Vater, der sich selbst erst einmal einen Überblick über die Rechtslage verschaffen will, bevor er sich weiter äußert. Sicher aber ist: Edi Reinbold ist der Big Boss und wird weiter über das Imperium wachen. „Ich bin der Wirt und ich hab’ gute Anwälte. Und zum Verstecken gibt’s auch nix!“

Der heute 79-Jährige hatte den Franziskaner mit 34 Jahren übernommen – so alt ist jetzt auch Sohn Ludwig. Doch mit Drogen hatte der Vater nie etwas am Hut. „Bin i wahnsinnig? Ich hab auch kein Verhältnis dazu, was ein Gramm Koks bedeutet oder was ein Joint ist – da kenn ich mich nicht aus, dafür bin ich auch nicht empfänglich. Genauso wenig wie Mathias.“ *tz.de/muenchen ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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