Kiloweise Haschisch verkauft?

Die Drogen-Gang vom Hauptbahnhof:  Mitglieder halten vor Gericht zusammen - und schweigen

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Allein in der Schillerstraße hatte die Bande im Mai 2018 laut Anklage rund fünf Kilogramm Haschisch gebunkert.

Eine neunköpfige Bande junger, afghanischer Männer soll im großen Stil Haschisch im Münchner Bahnhofsviertel vertickt haben – auf der Anklagebank schweigen sie zu den Vorwürfen. 

Sie sind kaum volljährig, aber schon dick im Geschäft. Insgesamt neun junge Männer müssen sich seit gestern vor dem Landgericht wegen illegalem Drogenhandel verantworten. Laut Anklage haben die 20- bis 24-Jährigen kiloweise Haschisch im Bahnhofsviertel verkauft – und wollten damit sogar Diskotheken und Lokale versorgen. Beim Prozessauftakt gestern spielten sich Szenen wie sonst nur beim NSU-Verfahren ab: Der Verhandlungssaal B175 war mit 80 Leuten proppenvoll. Denn jedem der neun Angeklagten wurden ein Anwalt und ein Dolmetscher zur Seite gestellt, in den ersten beiden Zuschauerreihen saßen Wachtmeister, die für die Sicherheit sorgen mussten, dahinter noch einige Prozessbeobachter. Außerdem im Saal: Gutachter, Staatsanwältin, drei Jugendrichter sowie zwei Schöffen. Ein Mega-Auflauf! 

Drogen-Bande vom Hauptbahnhof: Fünfstellige Gewinne eingefahren 

Doch dafür gab’s gute Gründe: Laut Anklage waren die Drogen-Bubis Mitglieder einer afghanischen Bande, die im Bahnhofsviertel ihr Unwesen trieb. Zwischen Mai und Juli 2018 sollen sie täglich Haschisch verkauft haben – insgesamt mehrere Kilogramm. Für den Hauptangeklagten Abdullah Z. (22) sollen sogar noch weitere junge Männer gearbeitet haben, die pro Tag rund 30 Euro mit Drogengeschäften machten. In Summe soll die Bande mehrere zehntausend Euro Gewinn mit den illegalen Geschäften gemacht haben. 

Allein in der Schillerstraße hatte die Bande im Mai 2018 laut Anklage rund fünf Kilogramm Haschisch gebunkert.

Nach Ermittlungen der Münchner Staatsanwaltschaft liefen die Drogendeals vor allem in der Schiller-, Senefelder- und Schwanthalerstraße. Laut Anklage kümmerte sich Abdullah Z. um die Bestellungen des Rauschgifts, das die Bande seit 2017 regelmäßig alle paar Monate aus dem Ausland bezogen haben soll. Anschließend wurden die Drogen in drei verschiedenen Privatwohnungen im Bahnhofsviertel eingelagert und vor dort an die übrigen Bandenmitglieder verteilt, die sie rund um den Hauptbahnhof verkaufen sollten. Den Ermittlungen zufolge hat Abdullah Z. die Einnahmen aus den Drogengeschäften jeweils zwischen 23.30 Uhr und 0.30 Uhr von den Straßendealern eingesammelt. Auch andere Händler soll die Bande mit Rauschgift versorgt haben. 

Drogenhandel: Gang-Mitglieder verweigern Aussage vor Gericht

Allein in der Schillerstraße waren demnach im Mai 2018 rund fünf Kilogramm Haschisch im Umlauf, bis die Polizei die Bande verhaften konnte. Im ganzen Jahr 2018 und in der ganzen Stadt hatte das Polizeipräsidium 10 783 Drogendelikte erfasst. Gerade im Bahnhofsviertel, das traditionell als Brennpunkt gilt, schaut die Polizei besonders genau hin – auch mit gezielten Razzien. Vor Gericht bestritten zwei Bandenmitglieder gestern ihre Drogen-Geschäfte, sieben weitere machten keine Angaben. Dieses Recht gesteht das Gesetz jedem Angeklagten zu.
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Es geht sogar noch eine Nummer größer: Diese Männer sollen ganz München mit Drogen versorgt haben – die Menge ist gigantisch.

Eine Drogen-Razzia in einer Schongauer Asylbewerberunterkunft brachte ebenfalls großen Erfolg mit sich: Mit 100 Einsatzkräften ist die Polizei angerückt. Drei Männer wurden verhaftet, wie merkur.de* berichtet.

*merkur.de ist Teil der Ippen-Digital-Zentralredaktion

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