Straßenbelag des Start-ups Solmove

Ein Radweg, der Strom liefert: FDP will Solar-Straße in München einführen

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Fahrradfahrer fahren auf einem Radweg in München.

Eine Straße mit viel Nutzen: Die FDP will in München die erste Solar-Straße einführen, auf einem Radweg entlang der Isar. Der besondere Straßenbelag hätte viele Vorteile. 

München - Er erzeugt Strom, bringt Eis zum Schmelzen – und lädt Elektro-Autos während der Fahrt auf: der Straßenbelag des Start-ups Solmove. Die Stadtrats-FDP möchte die Asphalt-Alternative nun in München einsetzen. Auf einem Radweg entlang der Isar.

Es sind nur 90 Meter – aber sie sind vielversprechend: Seit November gibt es in der 50 000 Einwohner-Stadt Erftstadt nahe Köln Deutschlands ersten Solarradweg. FDP-Fraktionschef Michael Mattar meint: „Wenn eine Kleinstadt das schafft, ist es für München auch machbar, einen solchen Solarradweg zu bauen.“ Seine Partei hat beantragt, für den Zeitraum von einem Jahr auf einer Strecke von 90 Metern den Modell-Versuch Solarradweg durchzuführen. Mattar denkt an eine Strecke an der Isar.

So funktioniert die Asphalt-Alternative

Der Straßenbelag, den der in Inning am Ammersee ansässige Ingenieur Donald Müller-Judex entwickelt hat, besteht aus kleinen Solarzellen, eingebettet in Glasfliesen. Ihre Noppenstruktur bietet eine rutschfeste Oberfläche. Die Glasfliesen können einfach auf vorhandene Flächen geklebt werden, ohne diese zuvor aufzufräsen. Auf 90 Metern können sie jährlich bis zu 16 Megawattstunden Solarstrom produzieren. Damit kann der Radweg beheizt werden – und der Winterdienst erübrigt sich! Außerdem sind in die Fliesen LEDs eingebaut. Diese können die Strecke beleuchten. Die übrige Energie könnte ins Netz fließen, womit Kommunen dann Geld verdienen können. Diese Einnahmen könnten sie dann wiederum in die Finanzierung der Straßensanierung stecken.

Klingt toll, ist aber teuer. So teuer, dass Müller-Judex gar nicht sagen will, wie viel Deutschlands erster Solarweg gekostet hat. Erftstadt baute ihn unter anderem mit Mitteln, die die Stadt bei einem Klimaschutzwettbewerb gewonnen hatte. „Unser Ziel ist, in etwa zwei Jahren in die Serienfertigung zu gehen. Dann liegt der Preis bei circa 250 Euro pro Quadratmeter“, sagt Müller-Judex.

Ob die Teststrecke wirklich nach München kommt, muss jetzt der Stadtrat entscheiden. Bewährt sie sich, ist der Einsatz der Technologie auch für Autostraßen denkbar. Die erste wird in zwei Jahren in Bad Hersfeld gebaut. Der Clou: Der Straßenbelag kann fahrende E-Autos laden – per Induktion wie bei einer elektrischen Zahnbürste. „Wir entwickeln gerade mit der Unterhachinger Firma Magment die Technologie“, sagt Müller-Judex. 

Bettina Stuhlweißenburg

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