Das Kind kam im Gefängnis zur Welt

Trotz Geburt eines Babys: Einbrecherin bleibt in Haft

München - Sie ist eine notorische Einbrecherin - und muss deshalb für einige Zeit hinter Gitter. Auch der Hinweis der Frau, dass sie im Gefängnis ihr Neugeborenes vermissen wird, half nichts.

Die Geburt eines Kindes zieht bei einer notorischen Einbrecherin nicht unbedingt eine mildere Strafe nach sich. Darauf hat das Amtsgericht München in einem am Montag veröffentlichten Urteil hingewiesen. Das Gericht hatte eine mehrfach vorbestrafte 20-jährige zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und neun Monaten ohne Bewährung verurteilt, obwohl sie zuvor während der Untersuchungshaft eine Tochter geboren hatte. Das Urteil vom 11. Juni ist noch nicht rechtskräftig.

„Zwar ist sie mittlerweile Mutter geworden und hat in der Hauptverhandlung nachvollziehbar geäußert, ihr Kind sehr zu vermissen“, heißt es in der Entscheidung. „Angesichts der tief verwurzelten kriminellen Energie der Angeklagten hat das Gericht jedoch nicht die Hoffnung, dass allein die Mutterrolle und die damit verbundene Verantwortung für ihr Baby die Angeklagte künftig längerfristig auf einem rechtstreuen Lebensweg halten kann.“

Die Frau war im August 2014 in ein Reiheneckhaus in München eingebrochen, hatte das Haus verwüstet und Schmuck und Bargeld im Wert von rund 500 Euro gestohlen. Kurz nach der Tat wurde sie verhaftet. In der Justizvollzugsanstalt brachte sie im April 2015 eine Tochter zur Welt. Der Vater des Mädchens und dessen Eltern holten die Kleine laut Gericht dann im Mai im Einverständnis mit der Mutter zu sich nach Kroatien. Die Frau war bereits 2010 und 2013 wegen Einbruchsdiebstählen verurteilt worden.

dpa

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa/dpaweb

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