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Einbürgerungs-Welle in München: Zahl der Anträge hat sich seit 2015 fast verdreifacht

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Von: Klaus Vick

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Personal fehlt: lange Schlangen vor dem KVR.
Personal fehlt: lange Schlangen vor dem KVR. © Jantz

Die Stadt kann sich vor Einbürgerungsanträgen nicht mehr retten. Die Anzahl hat sich laut Statistik des Kreisverwaltungsreferats (KVR) binnen sechs Jahren nahezu verdreifacht.

München – In Zahlen ausgedrückt: 2015 beantragten 3629 in München lebende Ausländer die deutsche Staatsbürgerschaft. Im Vorjahr waren es 9209.

Das KVR hinkt demnach einem Antragsstau von derzeit rund 10.000 Kunden hinterher. Daher sollen zu den bestehenden 24 Personalstellen sieben neue geschaffen werden. Dies sei alternativlos, heißt es in einer Vorlage für den Stadtrat, der morgen über die Bewilligung der Finanzmittel in Höhe von 278.000 Euro für das laufende Jahr und 527.000 Euro ab 2023 entscheiden soll. Allerdings stehen dem auch Einnahmen gegenüber. Die Gebühren für die Einbürgerung betragen 255 Euro.

München: Viele Flüchtlinge dürfen mittlerweile die deutsche Staatsbürgerschaft beantragen

Hauptgrund für die Einbürgerungswelle ist, dass viele Flüchtlinge mittlerweile lange genug in der Stadt leben, um die deutsche Staatsbürgerschaft beantragen zu können. Ein Aufenthalt von mindestens acht Jahren ist dafür notwendig. Kinder und Ehegatten können mit eingebürgert werden. Einen hohen Anteil machen laut KVR Menschen aus Syrien, Afghanistan, Irak und Somalia aus.

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Weil es seit 2015 eine starke Zuwanderung gab und die Mindestaufenthaltsdauer von der Bundesregierung auf fünf Jahre abgesenkt werden soll, rechnet das KVR mit einem weiteren Anstieg. Auch die geplante Gesetzesnovelle, die doppelte Staatsangehörigkeit generell zu ermöglichen, dürfte die Antragszahlen nochmal sprunghaft ansteigen lassen, prognostiziert das KVR. Wenn der Antragsstau bis dahin nicht bewältigt sei, bestehe keine Chance, den Ansturm auch nur halbwegs bewältigen zu können, befürchtet das KVR.

Einbürgerung: Anträge haben acht Monate Bearbeitungszeit

Schon jetzt hat sich die durchschnittliche Bearbeitungszeit der Anträge von drei auf acht Monate erhöht. Laut Einbürgerungsstelle sehe sich die Behörde mit einer Vielzahl von Beschwerden konfrontiert, was die Sachbearbeiter zusätzlich belaste. Das KVR räumt ein, dass es bei der Bearbeitung der Anträge aufgrund „einer ungewöhnlich hohen Fluktuation bei den Sachbearbeitern“ zu Problemen gekommen sei.

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