OB Dieter Reiter empfängt Neubürger

Einbürgerungsfeier im Alten Rathaus: Servus, mia san jetzt Münchner!

+
OB Dieter Reiter begrüßte die Neumünchner im Alten Rathaus

Endlich Münchner – auch auf dem Papier! Am Donnerstag gab’s im Alten Rathaus einen ganz besonderen Abend: OB Dieter Reiter (SPD) begrüßte die neuen deutschen Staatsbürger bei einem Empfang.

München - „Ich sehe glückliche Menschen vor mir“, so Reiter in seiner Begrüßungsrede. Immer mehr Menschen wollen Münchner werden: 2017 wurden in der Landeshauptstadt laut Statistischem Jahrbuch 3952 Menschen eingebürgert, ein Jahr zuvor waren es 3446. Fast 500 Menschen mehr!

Der größte Anteil (2017: 1604) stammt übrigens aus der EU. Vergleicht man die einzelnen Länder, liegt die Türkei als Herkunftsland vorn: 264 Türken haben 2017 in München die deutsche Staatsbürgerschaft bekommen. Auf Platz 2: die Briten mit 230 Einbürgerungen – 2016 waren es nur 59. Der Grund für die steigenden Zahlen: der bevorstehende Brexit.

Welche Kriterien muss man erfüllen, um bei uns Staatsbürger zu werden? Es gibt zwei Wege zur Einbürgerung: die Anspruchseinbürgerung (hierfür muss man u. a. acht Jahre lang hier gelebt haben – gilt nicht für Ehepartner und Kinder und ein unbefristetes Aufenthaltsrecht) und die Ermessungseinbürgerung. Man benötigt etwa Kenntnisse der deutschen Sprache und der Rechts- und Gesellschaftsordnung.

Für OB Reiter ist der neue Pass auch an Pflichten geknüpft – er forderte alle Neumünchner auf, bei der Europawahl im Mai wählen zu gehen.

Wir sprachen einige der glücklichen Neumünchner.

Eser Aktay

Michael Wiseman (78), Rentner & Dozent

Seit 45 Jahren hier daheim

Seit 45 Jahren lebe und wohne ich in München. Jetzt habe ich die englische und deutsche Staatsbürgerschaft. Der Brexit war ein Faktor, warum ich mich jetzt für die deutsche Staatsbürgerschaft entschieden habe. Niemand weiß, wie der Ausstieg Großbritanniens aussehen wird. Wenn ich die englische Staatsbürgerschaft abgeben muss, um hier zu bleiben, dann würde ich das tun. München ist meine Heimat.

Michael Wiseman (78), Rentner & Dozent

Anaissa Ali (38) von der Mayotte-Insel bei Madagaskar, Quality Managerin

Endlich darf ich wählen!

Ich lebe bereits seit 17 Jahren hier in Deutschland, bin hier auch zur Schule gegangen. Mein Sohn ist hier geboren und wächst in München auf. Mit Freunden und Bekannten rede ich oft über politische Themen im Alltag. Aber so richtig beteiligen konnte ich mich als Afrikanerin an der deutschen Politik bisher nicht. Mit der deutschen Staatsbürgerschaft ändert sich das für mich. Jetzt kann ich endlich wählen gehen! 

Anaissa Ali (38) von der Mayotte-Insel bei Madagaskar, Quality Managerin

Silvio Jose Rojas Garcia (33), Ingenieur

Bin kein Bürger Venezuelas mehr

Angefangen hat es bei mir mit einem Auslands-Semester. Dann kam das Master­studium in Berlin – und jetzt wohne ich in München. Ich bin in Venezuela geboren und aufgewachsen. Meine Eltern sind noch immer dort. Mit der deutschen Staatsbürgerschaft habe ich die von Venezuela übrigens abgegeben. Mehr als sieben Jahre lebe ich nun schon in Deutschland.

Silvio Jose ­ Rojas Garcia (33), Ingenieur

Lesen Sie auch:  

Champions League in München? Stadt darf weiter vom zweiten „Finale dahoam“ träumen

CSU will Hilfe für faire Vermieter in München durchsetzen

München plant: Ideenwettbewerb soll beste Variante für neues Wohngebiet hervorbringen

Auch interessant

Meistgelesen

Angst im Flüchtlingsheim: Rechtsextreme marschieren vor Unterkunft auf
Angst im Flüchtlingsheim: Rechtsextreme marschieren vor Unterkunft auf
Gerangel ums Löwenbräu: Wer kriegt das Zelt auf dem Oktoberfest?
Gerangel ums Löwenbräu: Wer kriegt das Zelt auf dem Oktoberfest?
Jeder Dritte ist Gutverdiener: So viel Gehalt bekommen die Münchner
Jeder Dritte ist Gutverdiener: So viel Gehalt bekommen die Münchner
Beliebtes Nobel-Lokal an der Maximilianstraße in München macht dicht
Beliebtes Nobel-Lokal an der Maximilianstraße in München macht dicht

Kommentare