Probleme trotz Betretungsverbot

Ganz dünnes Eis in München: Drama am Nymphenburger Kanal - Einsatz im E-Garten

Dramatische Szene am Nymphenburger Kanal: Ein junger Mann bricht beim Eishockey spielen in das Eis ein
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Dramatische Szene am Nymphenburger Kanal: Ein junger Mann bricht beim Eishockey spielen in das Eis ein.

Junge Männer brechen beim Eishockey ein, im Englischen Garten muss die Polizei etliche Münchner vertreiben. Derzeit halten sich viele Bürger nicht an das Betretungsverbot.

  • Die letzten Tage waren in München sehr kalt* und es gab zahlreiche Eisflächen in der Stadt.
  • Viele Bürger halten sich nicht an das Betretungsverbot - und begeben sich auf gefrorenes Wasser.
  • Experten warnen eindringlich davor. Und trotzdem gab es zahlreiche Zwischenfälle.

München - Sie flitzen auf Schlittschuhen über das Eis, dann passiert das Unglück: Zwei junge Männer brechen von einer Sekunde auf die nächste in den Nymphenburger Kanal ein – die Eisdecke hat sie nicht gehalten. Bibbernd versuchen sie, sich über Wasser zu halten, Panik bricht aus – denn immer weiter versinken die beiden Münchner im Eiswasser, als ihre Winterjacken sich vollsaugen.

München: Eishockey-Spieler bricht am Nymphenburger Kanal ein - Video im Netz

Eine dramatische Situation, die Passanten am Nymphenburger Kanal per Video festgehalten haben. Mithilfe ihrer Eishockey-Schläger halfen andere Spieler den Verunfallten später aus dem eiskalten Wasser, danach endet das Video, das am 5. Januar aufgenommen wurde. Wie es weiterging, ist nicht bekannt. „Wir kennen den Fall auch nur aus dem Internet“, heißt es von der Münchner Polizei*. Hier der Clip:

Deren Beamte waren am Dienstag auch zum Einsatz in den Englischen Garten gerufen worden. Dort hielten sich viele Münchner auf der Eisfläche des Kleinhesseloher Sees auf. Das ist gefährlich, am Rande des Sees seien bereits Menschen eingebrochen. Trotzdem gingen immer wieder Münchner auf’s Eis. „Zum Glück ist niemand verletzt worden“, sagt Polizeisprecher Werner Kraus. Gegen Mittag sperrte die Polizei den Kleinhesseloher See dann mit Flatterband ab. Laut Polizeipräsidium sind die Seen in und um München* wegen des aktuellen Tauwetters nicht mehr tragfähig. Deshalb raten die Beamten dringend davon ab, das Eis zu betreten.

München: Es ist verboten, einen zugefrorenen See zu betreten

Auch die Wasserwacht vom Roten Kreuz warnt vor Übermut. Vielerorts sei die Eisdecke einfach zu dünn, es bestehe Lebensgefahr. Denn das Eis kann an einer Stelle dick sein, an einer anderen aber dünn. „Das liegt an den Unterwasserströmungen“, sagt Rudolf Brettner, Technischer Leiter der Wasserwacht. Er weist auch darauf hin, dass es in München und im Landkreis generell verboten sei, einen zugefrorenen See zu betreten. „In der Winterzeit machen wir auch keinen Wachdienst mehr an den Seen“.

Nicht immer schaffen es die Einsatzkräfte, rechtzeitig vor Ort zu sein. Und nicht immer sind Passanten vor Ort, die helfen können oder wissen, wie man überhaupt richtig hilft (siehe unten). Im Video vom Nymphenburger Kanal hat das geklappt. Aber nicht jeder Fall geht so glimpflich aus.

Brüchige Eisflächen in München: So gefährlich sind unsere zugefrorenen Seen

Das brüchige Eis ist ein Thema in der Stadt: Seit Wochen warnen Feuerwehr, Wasserwacht und Polizei vor den trügerischen Schichten auf den Seen. Immer wieder müssen die Einsatzkräfte Flächen räumen. „Aufgrund der niedrigen Wassertemperaturen verliert ein ins Eis eingebrochener Mensch innerhalb kurzer Zeit das Bewusstsein und läuft Gefahr zu ertrinken“, informiert die Wasserwacht, die zum Roten Kreuz in München gehört. Vielerorts mussten die Retter eingreifen, als Münchner eingebrochen sind. Das Betreten von Eisflächen kann lebensgefährlich werden, Schilder warnen davor.

Was also tun, wenn das Eis plötzlich nachgibt? „Sofort laut um Hilfe rufen“, rät die Wasserwacht – und „vermeiden, dass man unter das Eis gerät.“ Außerdem sollten sich Verunfallte so wenig wie möglich bewegen, um „möglichst wenig Körpertemperatur zu verlieren“. Augenzeugen sollten den Notruf wählen, den Eingebrochenen zudem beruhigen. Wichtig: Nur mit Rettungsring, Leitern oder Ästen das Opfer sichern. *tz.de ist ein Angebot des Ippen Digital Netzwerks

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