München entschuldigt sich bei Missbrauchsopfern

München - Die Stadt München hat sich bei ehemaligen Heimkindern entschuldigt, die im Zeitraum von 1950 bis 1975 in städtischen Kinderheimen misshandelt oder sexuell missbraucht wurden.

Die Stadt München sicherte den Opfern, die “Leid und Unrecht erfahren“ hätten, auch Unterstützung zu. Der Stadtrat veröffentlichte dazu am Donnerstag eine offizielle Erklärung. “Die Landeshauptstadt entschuldigt sich ausdrücklich bei den Betroffenen und unterstützt die weitere Aufarbeitung“, hieß es darin. “Elementare Grundsätze der Unantastbarkeit der Menschenwürde und des Rechts auf persönliche Freiheit und körperliche Integrität wurden immer wieder - auch systematisch - missachtet.“

Das Jugendamt der Stadt hatte im Zuge der bundesweiten Debatte zu dem Thema Missbrauchsfälle vergangener Jahrzehnte in Kinderheimen aufgearbeitet. Das Ergebnis: Mindestens 20 Kinder sind in den drei städtischen Erziehungsheimen zwischen 1950 und 1975 verprügelt oder sexuell missbraucht worden. Aus dem Bericht des Amtes geht hervor, dass in dem Zeitraum 3169 Kinder in den Einrichtungen gewohnt haben. 947 von ihnen konnten ausfindig gemacht und angeschrieben werden. 69 hätten sich daraufhin beim Jugendamt gemeldet, in über 30 Prozent der Rückmeldungen war von Missbrauch, Misshandlungen und Demütigungen die Rede, wie es in dem Bericht heißt. Die Dunkelziffer - so wird vermutet - könnte noch deutlich höher liegen.

Die Stadt München sicherte zu, auch ihren Anteil in den Entschädigungsfonds für ehemalige Heimkinder einzahlen zu wollen, sobald er gegründet wird.

Rubriklistenbild: © dpa

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