Mehr als 50 Gaststätten wollen mitmachen

Kein richtiges Oktoberfest, es soll aber dennoch stattfinden: Wirtshauswiesn geht in die zweite Runde

Das Oktoberfest ist einmalig und - wenn es wieder abgesagt werden muss - kaum zu ersetzen. Die Münchner Wirte wollen trotzdem versuchen, dass in der Wiesn-Zeit ein bisschen Gaudi aufkommt.

Das Oktoberfest auf der Theresienwiese hat auch heuer wegen Corona Sand im Getriebe. Es dürfte wohl wieder ausfallen, während es immer konkretere Pläne für ein Oktoberfest in der Wüste Dubais gibt. Die Wirtshaus-Wiesn will sich München aber nicht nehmen lassen: Die Aktion soll heuer wieder vom 18. September bis zum 3. Oktober stattfinden – also in dem Zeitraum, der für das Oktoberfest vorgesehen ist.

Corona-Regeln in München: Wiesen-Flair unter Beachtung der Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen

„Mit unserer Wirtshaus-Wiesn konnten wir unter strikter Beachtung der Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen Wiesn-Flair und das damit verbundene Lebensgefühl in unsere Stadt bringen“, resümiert Gregor Lemke, Sprecher des Vereins der Münchner Innenstadtwirte, die Aktion vom Vorjahr. 54 Gastronomiebetriebe nahmen daran teil. „Die Menschen freuten sich über unsere wiesn-mäßig geschmückten Gasthäuser und die typischen Oktoberfest-Schmankerl. Besonders schön war, dass man überall in der Stadt Tracht sah“, sagt Peter Inselkammer, Sprecher der Vereinigung der Münchner Wiesnwirte.

Monika Gruber (li.) zapfte 2020 bei Alfons Schuhbeck (re.) an.

München: Mehr als 50 Gastronomiebetriebe wollen teilnehmen

Auch heuer werden mehr als 50 Betriebe teilnehmen: der Verein der Münchner Innenstadtwirte geschlossen mit seinen 35 Gastronomiebetrieben von Gasthäusern über Cafés bis zu Feinschmeckerlokalen und den Wirtschaften und Biergärten der großen Wiesnwirte. Die Hygiene-Konzepte stehen, ebenso die Speisekarten: Geplant sind, wie im vergangenen Jahr, Wiesn-Schmankerl wie Hendl, Haxn, Ochs vom Spieß und Steckerlfisch. Ansonsten gibt’s auch wieder bayerische Wirtshausmusi mit Liveauftritten – aber eher gemütlich. Für Wiesn-Flair sorgen unter anderem Lebkuchenherzerl mit dem Wirtshaus-Wiesn-Logo, die in unterschiedlichen Größen die Gasthäuser schmücken. Für Gäste gilt wie schon 2020: „Kommt’s in Tracht“. Diesem Aufruf folgte bei der vergangenen Wirtshaus-Wiesn die große Mehrheit.

Ob die eigentliche Wiesn heuer stattfinden kann, steht in den Sternen. Wiesn-Chef Clemens Baumgärtner sieht angesichts der aktuellen Corona*-Lage dafür kaum mehr eine realistische Chance. Das Volksfest an den Golf zu verlagern, sei aber „völlig absurd“. Und: „Wir werden alle juristischen Möglichkeiten prüfen, um unser Münchner Oktoberfest zu schützen.“ Die EU-Behörde für geistiges Eigentum (EUIPO) hat nun einen Antrag der Stadt veröffentlicht, wonach der Begriff „Oktoberfest“, so wie bereits die „Wiesn“ als Markenname geschützt werden soll. Ein Schutz der Marke würde nicht bedeuten, dass die zahlreichen Oktoberfest-Imitate weltweit nicht mehr stattfinden dürfen, künftig wäre jedoch eine Erlaubnis notwendig. Zum Antrag läuft noch bis Ende Juli eine Einspruchsfrist. Eingereicht hatte die Stadtverwaltung den Antrag laut EUIPO schon 2016. *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Unser brandneuer München-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alles, was in der Isar-Metropole passiert.

Rubriklistenbild: © Götzfried

Auch interessant

Kommentare