Umbau der Eisenbahnunterführung

Spektakuläre Tram-Pläne! Verlängerung bis vor die Tore Münchens?

Neue Tramzüge vom Typ „Avenio“ von Siemens prägen das neue Stadtbild in München
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Neue Tramzüge vom Typ „Avenio“ von Siemens prägen das neue Stadtbild in München.

Kann man bald mit der Tram von München nach Dachau fahren? Die Stadt plant den Ausbau der Linie 20. Im Fokus steht der Umbau der Eisenbahnunterführung Dachauer Straße.

München - Die Stadt plant eine Tram bis nach Dachau. Zumindest hat der Mobilitätsausschuss gestern die Verwaltung mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt. Anlass ist der Umbau der Eisenbahnüberführung Dachauer Straße. Das Bauwerk ist nicht nur in die Jahre gekommen, es hat in der Vergangenheit schon öfter Unfälle gegeben, weil Busse oder Lastwagen die Durchfahrtshöhe von 3,70 Metern ignorierten.

Ursprünglich war angedacht, die Durchfahrtshöhe auf 4,50 Meter zu erhöhen, der Stadtrat sattelt nun noch 20 Zentimeter oben drauf. Mit einer Durchfahrtshöhe von 4,70 Metern wäre es möglich, die Tramlinie 20 bis in den Landkreis Dachau zu verlängern. Das eigentliche Brückenbauwerk könnte dann unverändert bleiben, denn geplant ist, die Straße tieferzulegen. „Das ist die Herausforderung, das mit den Steigungen so hinzubekommen, dass die Tram sie bewältigen kann“, sagt Grünen-Stadtrat Paul Bickelbacher. „Aber wir haben solche Steigungen auch am Nockherberg.“ Es wäre die zweite Tramverbindung, die München* mit dem Umland verbindet. Jüngst hatte der Stadtrat eine Verlängerung der Tramlinie 21 bis nach Haar beschlossen.

Tram aus München? Landkreis Dachau will sich mit 200.000 Euro an den Kosten beteiligen

Der Landkreis Dachau hat derweil nicht nur seine Zustimmung signalisiert, sondern will sich auch mit 200 000 Euro an den Kosten beteiligen. SPD-Stadtrat Nikolaus Gradl sagte gestern im Ausschuss: „Es wäre eine gute Lösung für den Pendelverkehr und eine wunderbare Anbindung an den S-Bahn*-Nordring.“ Günstig werde es aber nicht, zumal die Autobahn gequert werden müsse und die Dachauer Straße zum Teil direkt an Wohnhäuser grenze. ÖDP-Chef Tobias Ruff findet den Vorschlag gleichwohl gut. „Darüber wird schon seit 100 Jahren nachgedacht. Die Einfallsstraßen aus dem Norden sind täglich überlastet. Daher brauchen wir andere Verkehrsmittel.“

Die Tram, sofern sie realisierbar ist, müsste sich aber die Straße mit dem Auto teilen, ein gesonderter Gleiskörper, wie von der CSU gewünscht, ist wohl wegen der Straßenbreite nicht möglich. „Das würde nur zulasten von Radwegen und Fußgängern gehen“, sagte Bickelbacher. - SASCHA KAROWSKI - *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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