MVV: Diese Fälle ärgern die Fahrgäste

Entwerter kaputt: 40 Euro Strafe

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Marion W. wollte einen Streifen abstempeln – doch der Entwerter war kaputt

München - Ehrlichkeit ist für sie eine Selbstverständlichkeit. Umso härter trifft sie dieser Vorwurf: Nur wegen eines defekten Stempelautomaten wurde die Diplom-Psychologin Marion W. unfreiwillig zur Schwarzfahrerin.

Am 14. Dezember stieg sie abends an der Maillingerstraße in die U1 Richtung Hauptbahnhof. „Ich hörte schon die U-Bahn einfahren, als ich die Streifenkarte in den Entwerter steckte. Es hat geklickt.“ Kaum in der Bahn kamen Fahrkartenkontrolleure. „Ich streckte dem Kontrolleur mit dem besten Gewissen die Karte entgegen. Da sagt der: Die ist nicht entwertet!“

Sprachlos schaute sich die Diplom-Psychologin die Streifenkarte an: „Da war wirklich kein Stempel zu sehen.“ Es half nichts, Marion W. musste am Hauptbahnhof aussteigen und 40 Euro Strafe zahlen. „Als ich nach oben ging, um nachzustempeln, funktionierten weitere fünf Entwerter nicht. Erst beim sechsten Mal hat es geklappt.“ Marion W. hat Verständnis für die Beanstandung des Kontrolleurs, doch: „Ist es meine Schuld, dass der Entwerter nicht funktionierte? Dass die Geräte manchmal schlecht stempeln ist mir auch in der Tram schon aufgefallen.“ Nur an jenem Freitag hatte sie in Eile nicht nachgeschaut.

Tatsächlich ist der Fahrgast verpflichtet, auf die Stempel zu achten, betont die MVG. „In den Beförderungsbedingungen ist geregelt, dass Fahrgäste sich von der ordnungsgemäßen Entwertung überzeugen müssen“, sagt MVG-Sprecher Christian Miehling und verweist damit auf Artikel 6 des Regelwerks. Eine Ausnahme sei lediglich denkbar, wenn sämtliche Stempelgeräte in einem Bahnhof nicht mehr funktionieren würden. Dies sei an der Maillingerstraße nicht der Fall gewesen. Miehling: „Eine Überprüfung durch unsere Mitarbeiter hat am Montag darauf ergeben, dass im U-Bahnhof Maillingerstraße ein Gerät wegen Vandalismus defekt war.“ Und am Hauptbahnhof hätten bei einer Kontrolle sämtliche Entwerter funktioniert.

… und auch diese Fälle ärgern die Fahrgäste

Dichtes Gedrängel in der U-Bahn: Der tägliche Wahnsinn: überfüllte U-Bahnen, gerade in den Stoßzeiten. Besonders schlimm geht’s auf den Linien 2, 3 und 6 zu. Immer mehr Menschen benützen die öffentlichen Verkehrsmittel. Die MVG hat 21 neue Züge bestellt, zwischen Hauptbahnhof und Kolumbuslatz soll Ende 2013 ein Zwei-Minuten-Takt gelten.

Münchens schönste U-Bahnhöfe

Münchens schönste U-Bahnhöfe

Kassen-Ärger: Das ist jedem schon mal passiert, der sein Auto auf einem Park & Ride-Platz an der U-Bahn abstellt: Wer kein Eurostück oder genug kleinere Münzen dabeihat, schaut in die Röhre. Und Zwei-Euro-Münzen nehmen nur wenige Automaten. Man wolle verhindern, dass die Kunden überzahlen. EC-Karten? Da laufen jetzt Tests.

Keine Streifenkarte in Bus & Tram: Wer’s noch nicht erlebt hat, wird es kaum glauben: In einer Tram oder in einem Bus kann man an den Automaten keine ganz normale Streifenkarte kaufen! Hintergrund: Der Stadtrat hatte die Einführung mit rot-grüner Mehrheit abgelehnt. Diese Automaten wären zu platzraubend und zu teuer. Da ist guter Rat teuer.

Streifenkarten-k.o.: Da steigt der Blutdruck: Streifenkarten gelten nach einer Fahrpreiserhöhung nur noch drei Monate lang – und können dann nur gegen zwei Euro Gebühr umgetauscht werden! Klar, unbegrenzte Gültigkeit bedeutet weniger Geld für die MVG. Ein Ablaufdatum könne nicht aufgedruckt werden, da man nicht Jahre im voraus weiß, wann erhöht wird.

Keine Toiletten am S-Bahnhof: Kaum zu glauben: Wer an S-Bahnhöfen wie an der Donnersbergerbrücke oder in Laim ein stilles Örtchen sucht, hat Pech gehabt. Diese beiden WCs wurden laut Bahn 2009 „aufgrund wiederholter Vandalismusschäden geschlossen“. Das Erscheinungsbild entspreche „nicht dem Standard“ für Kunden. Also besser gar kein Klo?!

Johannes Welte

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