Schon wieder Preiserhöhung

MVV: Das sind die neuen Tarife

+
Die Preisentwicklung beim MVV.

München - Man kann die Fahrgäste schon jetzt schimpfen hören: Anfang Dezember erhöht der MVV erneut die Preise für Fahrkarten. Was Sie mehr blechen müssen, finden Sie hier:

Alle Jahre wieder - erhöhen die Münchener Verkehrsbetriebe ihre Preise. Und die vielen hunderttausend Fahrgäste: Sie schauen wie immer in die Röhre, können nichts dagegen unternehmen! Denn zur Arbeit fahren müssen sie ja trotzdem. Um durchschnittlich 3,7 Prozent steigen dieses Mal die Preise in den Zonentarifen. Satte 3,8 Prozent sind es bei den Zeitkarten des Münchner Nahverkehrs. Es ist die höchste Fahrpreisanhebung seit drei Jahren. Ein echter Preisschock!

Klicken Sie HIER, um die Tabelle mit den Preisen zu vergrößern.

Laut MVV ist die Erhöhung aber „ein notwendiges Vorgehen“. Die Begründung: Personal- und Energiekosten seien gestiegen, zudem fahren Busse und Bahnen mit Fahrstrom und Diesel - und die Treibstoffpreise stiegen zuletzt ins Unermessliche. Den treuen MVV-Kunden hilft das nicht weiter: Zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember tritt die Preiserhöhung in Kraft. Dann steigt der Kaufpreis für die Einzelfahrkarte (eine Zone) von 2,50 auf 2,60 Euro Euro. Auch die Kurzstrecke wird teurer: Sie kostet ab Dezember statt 1,20 dann 1,30 Euro (Preisanstieg von 8,3 Prozent!). Bei den Abo-Karten werden die neuen Preise zum Jahresbeginn am 1. Januar 2013 bindend. Dann kostet zum Beispiel die monatliche IsarCard für den Innenraum nicht mehr 66,40, sondern 68,90 Euro. Auszubildende zahlen dann für die Monatskarte (zwei Ringe) statt wie bisher 34,70 dann 36,10 Euro für den täglichen Weg in die Arbeit. Immerhin: Die Geltungsdauer von Zeitkarten soll künftig flexibler werden - jedoch erst ab dem Fahrplanwechsel 2013/2014.

Was sich noch ändert? Die tz hat alle neuen Preise zusammengefasst (HIER klicken!). Immer wieder die Erhöhungen. Allein in den letzten zehn Jahren sind die Fahrkartenpreise teilweise bis zu einem Viertel angestiegen. Beispiele gefällig? Seit dem Jahr 2002 stieg die monatliche IsarCard (zwei Ringe) von 34 Euro auf satte 48,10 Euro. Im gleichen Zeitraum stieg der Preis der Streifenkarte von neun auf 12,50 Euro und die Single-Tageskarte Innenraum von 4,50 auf 5,80 Euro.

Der Preis der Fahrrad-Tageskarte wird nicht angehoben, ist nun seit viereinhalb Jahren auf gleichem Niveau und kann somit ein weiteres Jahr konstant gehalten werden.

Gelten bisher Wochenkarten immer für die Kalenderwoche von Montag bis Sonntag, Monatskarten immer für den gesamten Kalendermonat, ist vorgesehen, die Geltungsdauer der Zeitkarten künftig zu flexibilisieren. Dann gilt eine IsarCard-Wochenkarte sieben Kalendertage ab Ausstellung und über den letzten Geltungstag hinaus bis um 12 Uhr des nächsten Tages. Die IsarCard-Monatskarte gilt einen Monat ab Ausstellung und über den letzten Geltungstag hinaus bis um 12 Uhr des nächsten Tages. Aufgrund des erforderlichen Vorlaufs für die Anpassung der Vertriebskanäle kann eine Einführung erst bis zum Fahrplanwechsel 2013/14 erfolgen.

Bis zum 31.03.2013 können die bis zum 08.12.2012 geltenden Einzel-, Streifen- und Tageskarten noch aufgebraucht, gegen Aufzahlung umgetauscht oder – zeitlich unbegrenzt – gegen ein Entgelt von 2,00 € je Bearbeitungsvorgang erstattet werden.

Ausführliche Informationen zu den neuen MVV-Fahrpreisen mit allen Tabellen zum Zonen- und Zeitkartentarif sowie zu den sonstigen Änderungen finden sich wie gewohnt ab sofort im Internet unter www.mvvmuenchen.de. Eine übersichtliche Broschüre mit allen Details wird vom MVV bis Anfang Dezember 2012 herausgegeben.

Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) rechtfertigt den Preisschock: „Auch wenn die Tariferhöhungen für die Fahrgäste unerfreulich sind, bitte ich zu beachten, dass die Fahrpreise des öffentlichen Nahverkehrs in den letzten zehn Jahren bundesweit um 43 Prozent gestiegen sind - im Münchner Verkehrs- und Tarifverbund waren es aber nur 31 Prozent.“ Jährliche Anpassungen seien besser als dramatische Sprünge alle paar Jahre - diese würden die MVV wohl Fahrgäste kosten. Keine Sorge, Herr Ude: Die Fahrgäste bleiben. Ihr Ärger über die Preiserhöhung aber auch.

Andreas Thieme

Auch interessant

Meistgelesen

Jetzt bestätigt: Dieser Flagship-Store kommt bald in die Innenstadt
Jetzt bestätigt: Dieser Flagship-Store kommt bald in die Innenstadt
Reiter und Herrmann verteidigen zweite Stammstrecke gegen 650 Gegner
Reiter und Herrmann verteidigen zweite Stammstrecke gegen 650 Gegner
An die ignoranten Münchner, die ihre Hunde frei laufen lassen
An die ignoranten Münchner, die ihre Hunde frei laufen lassen

Kommentare